Francine Rivers ist eine in Amerika mehrfach preisgekrönte Bestseller-Autorin. In diesem Roman läßt sie den Leser teilnehmen an den Erfahrungen einer jungen Frau, die als Studentin vergewaltigt wird. Sie ist schwanger, muß das christliche College verlassen, ihre Verlobung wird gelöst und zuhause drängt man sie zur Abtreibung.
Die inneren Kämpfe um die Entscheidung, das Kind zu töten oder auf die Welt zu bringen, und die widersprüchlichen Einflüsse von ihrem Verlobten, von der Schule, den Eltern und Ärzten, werden in einer Weise dargestellt, die weit über den Rahmen eines "Romans" hinausgehen. Da mögen die Personen und Ereignisse zwar "frei erfunden und nur zufällig zu Tatsachen ähnlich" sein: die Umwelt, die Probleme der Frauen und Männer in Amerika, werden realistisch beschrieben. Sie sind nicht verschieden von den unsrigen.
Wer sich für die Problematik der Abtreibung und ihrer vielfältigen Folgen auch nur am Rand interessiert, und welche Einstellung er (oder sie) immer haben mag, müßte dieses Buch lesen!
Es geht hier um Denkanstöße zu einem Skandal, dessen Ausmaß viele immer noch nicht erkennen: wie junge Menschen heute belogen und ausgebeutet und ihr Leben kaputtgemacht werden, und welchen Preis sie dafür bezahlen müssen.
Man sollte das Buch allen Eltern und ihren heranwachsenden Töchtern und Söhnen (ab 16 Jahren) empfehlen. Es ist spannend und trotz der delikaten Thematik sind die Darstellungen immer sauber und respektvoll. Für den deutschen Leser etwas ungewohnt, aber umso wertvoller ist dieser Ansatz, bei dem die religiösen Dimensionen so gut aufgezeigt werden wie wir sie hierzulande selten lesen. Hervorragend übersetzt, wird die amerikanische Szene realistisch dargestellt. Die Parallelen zur Situation in unserer Gesellschaft sind leicht erkennbar