Aus der Amazon.de-Redaktion
Abahachi (Bully) -- Häuptling der Apachen -- hat es satt: Er will für seinen Stamm endlich einmal ein ordentliches Stammlokal haben. Da er etwas knapp bei Kasse ist, nehmen er und sein Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) eine Hypothek bei Schoschonen-Häuptling Listiger Lurch auf. Immerhin hatte er das astreine Angebot eines nur scheinbar seriösen Immobilienhändlers aus Wyoming namens Santa Maria (kongenial: Sky Dumont!) vorliegen. Und hier geht der Ärger auch schon los: Die schöne Immobilie war nur Fassade, Santa Maria erschießt den Sohn des Schoschonenhäuptlings, wofür der Schoschonen-Chef irrtümlich Abahachi verantwortlich macht und beide an den Marterpfahl bindet. Nur unter großer Lebensgefahr und unter fahrlässiger Inkaufnahme des Todes von des Häuptlings Lieblingskaninchen Echter Hase können unsere beiden Helden entkommen. Wie gut, dass Abahachi sich an eine Schatzkarte erinnert, die ihm seine Geldprobleme vom Hals schaffen könnte. Wie schlecht, dass er diese in vier Teile aufgeteilt hat.
Den Schuh des Manitu als eine Satire bezeichnen zu wollen, würde den Kern des Films nicht richtig treffen. Nimmt er die Karl-May-Verfilmungen wirklich aufs Korn oder ist es nicht vielmehr eine augenzwinkernde Hommage? Im Zweifelsfall beides. Denn so richtig bösartig geht Herbig in keiner Szene mit seinen Helden um. Dafür gibt es umso mehr über die geliebten Helden der Jugendzeit zu entdecken. Endlich erfährt man, was Blutsbrüderschaft wirklich bedeutet, nutzen Abahachi und Ranger doch jede Gelegenheit, sich wie ein altes Ehepaar zu zanken -- Waldorf und Statler lassen grüßen. Wir lernen auch, dass Winnetou in Liebesdingen so abstinent nicht gewesen sein kann: Schließlich sind Abahachi und dessen schwuler Zwilling Winnitouch seine Söhne.
Nimmt man alles zusammen, dann wird es schwer, den ungeheuren Erfolg des Films allein durch eine möglichst abstruse Story zu erklären. Denn das, was den Schuh des Manitu wirklich auszeichnet, ist zum einen der virtuose Umgang mit seinen Vorbildern. Von der Kameraführung angefangen über den Schnitt bis zur Musik spürt man, wie gut Herbig seine filmischen Vorbilder studiert hat. Zum anderen verschaffen der selbstverständliche Einsatz von Modernismen (wir sagen nur Radarfalle!) im Western-Ambiente sowie der bayerische Sprachgebrauch dem Film seinen besonderen Flair. Konsequent angewendet ist das eben komisch. Und dafür braucht sich wirklich niemand zu schämen! --Constanze Quanz
Video Jakob Kurzinhalt
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Die gut 8 Minuten lange Einleitung fügt sich inhaltlich nahtlos in den anschließenden Hauptfilm ein. Rangers "Obacht!" dürfte man demnächst öfter an den Bahnübergängen hören (oder sehen). Die gut 95 Minuten Extras sind zu etwa 2/3 neu und gelungen. Man muss sich fragen: Wo nehmen die Jungs diese ganzen Ideen eigentlich her? Der Audiokommentar mit Bully und Rick schließt natürlich auch die ersten neuen Minuten mit ein, bleibt dann aber der gewohnte AK, den wir schon in der Erstversion gehört haben. Das Grauer Star-Special ist super, vor allem wenn Bully bzw. Grauer Star dabei Elvissongs ansingt. Von den 5 Minuten Film in mehreren Sprachversionen habe ich mir mehr versprochen. Lediglich die türkische Version ist wie angekündigt "frei" übersetzt. Die österreichische Adaption kann man hingegen knicken.
Bild: Die weiten Landschaften Spaniens, ach nee, des Wilden Westens sind bis in die Kieselsteine erkennbar und bringen ein äußerst homogenes Bild auf den Schirm. Der grandiose Kontrast verdient die Höchstnote, wenn sich Winnetouch und Ranger durch die Nacht oder dunkle Höhlen schleichen. Etwas verstärkt hat sich der Rauschanteil der Produktion, der sich mit ansatzweisem Mattscheibeneffekten vermengt. Farblich ist der Hauptfilm zwar sehr natürlich, für des Testers Geschmack hätte es aber noch einen Tick mehr Sättigung sein dürfen. So wirkten die blauen Stickerein auf Winnitouchs Fummel schon bei Pierre Brice etwas leuchtender. Aber das ist Geschmackssache und kein Grund für eine Bemängelung. Die Extras sind großenteils schon bei den Dreharbeiten entstanden und können qualitativ gut bis sehr gut mit dem Hauptfilm mithalten.
Ton: Trotz der deutlich höheren Datenrate kann sich der DTS-Ton nicht von seinem Dolby-Bruder absetzen. Langes Hin-und Herhören brachte weder in Actionsequenzen noch in ruhigen Momenten mit viel Räumlichkeit einen nennenswerten Vorteil für DTS. Beide Fassungen gehen mit einem enormen Frequenzband an die Hörmuscheln und so ist neben der besten Surroundszene die Gesangseinlage der Uschi bei 00.39.10 der geheime Favorit. Die Musik löst sich in einer faszinierenden Art und Weise von den Hauptlautsprechern und dehnt den hörbaren Raum deutlich außerhalb der Boxentürme. Kleine Details, wie der nach links aus dem Bild fliegende Dreck unter den Fingern von Hombre bei 00.37.40, sorgen für ein griffiges "Ich bin dabei"-Gefühl. Die englische Version ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, liegt aber klanglich gleichauf mit den deutschen Spuren. Die russische Fassung ist, ähnlich wie bei den polnischen Synchros, so angelegt, daß ein (1) Sprecher alle Parts spricht, egal ob männlich oder weiblich. Für Nichtrussen verspricht diese Version mit dem leise im Hintergrund laufenden deutschen Ton ein heiterer Abend zu werden. Nasdrowje! --movieman.de
VideoMarkt
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Blickpunkt: Film
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Inhalt:
Wilder Westen, mitten im 18. Jahrhundert - der Apachen-Häuptling Abahachi und sein Blutsbruder Ranger sind zuständig für Frieden und Gerechtigkeit. Als Abahachi bei den Schoschonen einen Kredit zur Finanzierung eines Stamm-Lokals aufnimmt, beginnen die Schwierigkeiten: Er gerät an den Gauner Santa Maria, der ihm nicht nur eine Schrottfassade andreht und mit dem geliehenen Geld durchbrennt, sondern die Blutsbrüder bei den Schoschonen auch noch anschwärzt. So kommt es dazu, dass im Land, wo die Schoschonen schön wohnen, mangels Kriegsbeil der Klappstuhl ausgegraben wird...