Als im Sommer 2001 der Kinofilm "Der Schuh des Manitu" in den deutschen Kinos mit über 10 Millionen Besuchern alle Kassenrekorde brach, war selbst Michael "Bully" Herbig von dem Erfolg seines Films überwältig. Im Sommer 2002 lief der Film zum zweiten Mal im Kino, obwohl er längst auch als DVD und Video zu haben ist. Warum dem so ist, kann wohl kaum jemand plausibel erklären. Tatsache ist jedenfalls, dass kein deutscher Film je so erfolgreich war, und dass inzwischen ganze Filmzitate - "Jetzt geht noch mal jeder aufs Klo, dann reiten wir los!" - als geflügelte Worte zum deutschen Sprachschatz (nicht nur der Jugend) gehören.
Das gleichnamige Comedy-Buch "Der Schuh des Manitu", "das Standardwerk zu allen Fragen des Wilden Westens", ist die ideale Ergänzung zum Film. Es bietet mehr als nur die pure Dokumentation der Filmstory. So werden hier endlich die Fragen beantwortet, die dem Fan der Karl-May-Persiflage auf der Zunge brennen: Wie hat Abahachi im Alter von 15 Jahren sein Pferd frisiert und tiefergelegt? Oder: Warum graben die Schoschonen den Klappstuhl aus?
Neben zahlreichen Filmfotos sind vor allem ganze Szenendialoge nachzulesen, obwohl diese längst nicht so zum Brüllen komisch sind wie auf der Leinwand, da der Dialekt ja leider nicht hörbar ist. Nicht verwendete Drehbuchszenen sind ebenso enthalten, wie die witzig-originellen Lebensläufe der Helden Abahachi, Ranger und Winnetouch sowie vom Pferd Jaqueline und anderen Filmfiguren. Die Rubrik "Making of" kommt zwar etwas zu kurz, es werden neben drei ganzen Seiten lediglich noch bei einzelnen Filmszenen kurze Anmerkungen gemacht. Allerdings ist das Thema "Making of" sicher auch für ein Buch schlechter geeignet, als für die DVD, auf der über 90 Minuten Bonusmaterial enthalten ist.
Besonderen Humor hat der Karl-May-Verlag gezeigt, in dessen Haus ausgerechnet der Bildband zur Winnetou-Persiflage erscheinen ist, und dessen Umschlaggestaltung an die klassischen Karl-May-Bände angelehnt ist - Hut ab!
Das Buch zum Film "Der Schuh des Manitu" ist nicht nur für eingefleischte "Bully"-Fans ein amüsanter Zeitvertreib.
(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com