Genau das macht eine junge Frau, die von einem Mann über geraume Zeit heimlich beobachtet wird. Als sie ihn auf frischer Tat ertappt, reagiert sie zunächst ängstlich irritiert, jedoch zunehmend interessiert an dem verstört wirkenden Robert. Bald ist er es, der sich von Jenny, seinem ursprünglichen Objekt der Begierde, die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und sich wie eine Klette an ihn hängt, verfolgt fühlt. Jenny äußert, dass sie Robert liebe. Doch dieser mochte sie eigentlich nur in der scheinbar heilen Welt, die er durch das Küchenfenster erspähte.
Ihr sitzengelassener Freund Greg möchte sich mit der neuen Situation nicht abfinden und verhält sich äußerst feindselig gegenüber Robert. Als er nach einer Prügelei an einem Fluss spurlos verschwindet, fällt natürlich der Verdacht unvermittelt auf Robert, der sich einem zunehmenden Druck durch sein berufliches und nachbarschaftliches Umfeld ausgesetzt sieht. Ebenso die Freunde von Jenny verhalten sich unmissverständlich ablehnend den beiden gegenüber. Zunehmend unklar wird auch die Rolle seiner Exfrau, von der er gerade frisch geschieden ist. Die Schlinge um Robert beginnt sich zu zu ziehen.....
Für mich wirkte dieser Thriller nicht nach den üblichen Mustern konzipiert. Wenn auch manche Beweggründe der Agierenden im Dunkeln bleiben und Anlass zur Spekulation bieten, wartet der Verlauf doch mit der einen oder anderen Überraschung auf. Ich kenne das Buch von Patricia Highsmith nicht und kann entsprechend nichts bezüglich der Umsetzung des Stoffes sagen. Der Film an sich ist spannend, wenn auch teilweise etwas verwirrend im Handlungsverlauf.
Paddy Considine als Robert bringt die verletzliche Seite seiner Rolle gut herüber. Sein Gesicht war mir bisher noch nicht aufgefallen. Interessant, dass er auch Regisseur bereits Preise gewonnen hat.
Mit der Verkörperung durch Julia Stiles bekommt Jenny eine geheimnisvolle, fast mystische Komponente. Wodurch ihre eigene seelische Verwundung ausgelöst wurde, bleibt jedoch im Dunkeln.
Extras: Recht ausführliches 'Making of' (über 20 Minuten; die Darsteller kommen zu Wort), Kurzvita Patricia Highsmiths (sehr kurzer Text, auch zur Buchvorlage), Trailer
Fazit: Wie die Rezensionen nahelegen, kann man bezüglich der Bewertung des Filmes durchaus strittiger Meinung sein. Ich war, trotz keiner Abstriche, positiv überrascht und gebe deshalb klare 4 Sterne.