Lyell Overton Minskoff-Hardy ist Schriftsteller und sein Tod bleibt nicht ohne Aufmerksamkeit, da er ein hochangesehenes Mitglied der Gesellschaft ist. Dass er bei einer Séance, mit offenem Hosenstall dazu, kurz vor Weihnachten starb, lässt Harry an etwas Übersinnliches glauben. Seit seine Lebensgefährtin Imogen vor knapp einem Jahr spurlos verschwand, hat der Künstler sich dem Übersinnlichen zugewandt und interessiert sich seither für Geister und vor allem den Kontakt mit diesen. Harry lebt mit Imogens Labradorrüden Randolph in einem Appartment in Manhattan. Randolph ist ein sehr weiser Hund, der das Lesen und New York liebt. Als Randolph den Namen des Toten hört, grübelt er, wo er diesen schon mal gehört hat und stöbert im Tagebuch seines Frauchens, wo er auch fündig wird. Overton war in der Bibliothek um dort für ein neues Buch zu recherchieren, er fühlte sich irgendwie verfolgt. Außerdem steht unter dem Eintrag Imogens ein mysteriöser Code. Randolphs Spürnase ist im wahrsten Sinn des Wortes geweckt und so beschließt er, den Fall zu lösen. Doch wie kann sich ein Hund so verständlich machen, dass sein Herrchen den Mörder Overtons ausfindig machen kann? Randolph nimmt die Alphabits zu Hilfe, Frühstücksflocken in Buchstabenform und legt so nachts Nachrichten für sein Herrchen. Doch auch Harrys Mäzen Jackson kannte Overton gut. Bei einem Besuch in dessen Appartement erfährt Randolph von Jacksons guatemaltekischen Faultier Marlin wichtige Fakten zum Fall, da Marlin direkter Zeuge des Mordes war und der Dinge, die in der Tatwohnung geschehen sind. Diese haben Marlin in große Angst versetzt. Randolph gibt von nun an alles, um herauszufinden, was Marlin so beunruhigte und wer Overton umgebracht hat. Doch vorher muss Randolph, der ein wenig übergewichtig ist, noch seine Jahreskarte im Wellnesscenter für Hunde nutzen - Schwimmen und Yoga ist angesagt, was den neurotisch angehauchten Rüden nicht wirklich begeistert.
J.F. Englert hat mit "Der Schnüffler" einen Krimi aus der Sicht eines Hundes geschrieben, der auf einen Mordfall stößt und versucht, diesen zu ermitteln. Randolph ist ein sehr selbstbewusster und kluger Hund, der jedoch sein Frauchen Imogen schmerzlich vermisst, die seit etwa einem Jahr spurlos verschwunden ist. Sein Herrchen Harry lässt sich seither gehen und trauert Imogen hinterher. Seit deren Verschwinden kann er auch nichts mehr malen und wendet sich seit kurzem esoterischen Themen zu, um seinen Schmerz zu betäuben. Der Schreibstil ist angenehm, verliert aber etwas an der hakeligen Übersetzung, die den eigentlichen Zauber der Geschichte in den Hintergrund treten lässt. Krimifans kommen hier vielleicht nicht auf die gewohnten Kosten, aber Hundefans werden sicherlich begeistert sein. Die Geschichte hat sehr wenige Charaktere, wodurch die Verdächtigenliste überschaubar bleibt, so dass man mit ein wenig Kombinationsgabe schnell auf die Lösung der Geschichte kommt, doch bis Randolph alle Puzzleteile zusammengesetzt und sich den Menschen verständlich gemacht hat, vergeht einige Zeit. Und dann wäre da ja auch noch die Yogastunde, die auf Randolph wartet.
Was diesen Krimi so besonders macht, ist die niedlich-charmant-weise Vorgehensweise des Hundes Randolph, der mit viel Wärme und Klugheit seine Neurosen (fast) überwindet und mutig ermittelt.
"Der Schnüffler" ist der Auftakt einer neuen Serie rund um Randolph, den sympathisch-klugen Labradorrüden aus New York, der gekonnt ermittelt und so manchen Menschen der Geschichte in die Tasche steckt.