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Der Schmetterlingssammler: Roman
 
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Der Schmetterlingssammler: Roman [Taschenbuch]

Joel Haahtela , Sandra Doyen
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 4 (März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492253903
  • ISBN-13: 978-3492253901
  • Originaltitel: Perhoskerääjä
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 216.641 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Joel Haahtela
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Dem Finnen Joel Haahtela ist ein wunderschöner, malerischer Roman gelungen, hintergründig und voller Sensibilität für seine Figuren.« Neue Presse, Hannover

Kurzbeschreibung

»Am dritten April wurde mir in einem Schreiben mitgeteilt, dass ich eine Erbschaft gemacht hatte. Ich las den Brief wieder und wieder und war mir sicher, keinen Mann namens Henri Ruzicka zu kennen. Das Ganze musste ein Irrtum sein, anders konnte ich es mir nicht erklären.« Wer ist der großzügige Fremde, der ihm das Haus mit der erstaunlichen Schmetterlingssammlung hinterlässt? Und welches Geheimnis verbindet den Erzähler mit ihm? Ein Roman, so federleicht, so schillernd und so geheimnisvoll wie ein Schmetterling.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der namenlose Ich-Erzähler findet sich unverhofft als Erbe eines ihm völlig fremden Mannes wieder. Um etwas über die Person des unbekannten Erblassers zu erfahren, begibt sich der Protagonist auf Spurensuche, die ihn von Helsinki über das kleine sächsische Städtchen Pirna, den Gardasee in Italien bis hin nach Kreta führt. Doch es wird nicht nur eine Spurensuche nach dem unbekannten Erblasser, letztendlich ist der Protagonist auch auf Spurensuche nach sich selbst.

Eine feine kleine Geschichte, deren Erzählweise durch eine schöne glasklare und poetische Sprache besticht, ohne sich dabei zu verkünsteln oder bemüht-intellektuell sein zu wollen, immer durchzogen von einer leisen Melancholie, einer Andeutung von Wehmut und Verlorenheit. (Ein großen Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzerin.) Es ist eine leise Geschichte, ruhig erzählt, ohne Effekthascherei und fernab aller Klischees. Und trotzdem gelingt es dem Autor, einen Spannungsbogen aufzubauen und diesen bis zum Schluß zu halten. Mich hat die Geschichte trotz oder gerade wegen ihrer Schlichtheit sehr berührt.

Leider haben sich paar kleine Fehler eingeschlichen; inwieweit diese beim Autor zu suchen sind oder in der Übersetzung begründet liegen, läßt sich nicht sagen.

- Die "Sächsische Schweiz" ist immer noch das Elbsandsteingebirge und nicht das Erzgebirge; über den Fehler stolpert man leider mehrmals und das hat mich schon etwas gestört.

- Baron Wolfgang von Kempelen lebte im 18. Jahrhundert und nicht im 17. (S. 51)

Geärgert habe ich mich allerdings über den in meinen Augen überzogenen Preis für dieses Buch, den auch der wirklich schön gestaltete Einband nicht rechtfertigt. Ich hatte das Buch - bei einem ziemlich gemütlichen Lesetempo wohlgemerkt - in gut 2 Stunden durchgelesen. Denn richtig besehen ist die Geschichte (nur) eine Novelle, die jedoch geschickt auf 170 Seiten "gestreckt" wurde, indem die Buchseiten nur zu zwei Dritteln in einer relativ großen Schrift bedruckt wurden, jedes Kapitel mit einer neuen Seite beginnt, bei der die obere Hälfte dann auch leer bleibt und zwischendurch wird dann auch gern mal eine ganze Seite frei gelassen.

Wenn man z. B. die Leerseiten zwischen dem Ende von Kapitel 11, der Überschrift "Dritter Teil" und dem Beginn von Kapitel 12 zusammenrechnet, kommt man auf sage und schreibe 3 leere Seiten.

Für die wirklich schön erzählte Geschichte gibt es 5 Sterne; für die Mogelpackung allerdings einen Stern Abzug.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nachteule
Format:Taschenbuch
Ein dünnes Büchlein, an dem mich alles bezaubert hat, die Sprache, die Personen, die Geschichte, selbst der schöne passende Umschlag.
Der Erzähler über dessen Leben man kaum etwas erfährt, außer das seine Frau für einige Monate verreist ist und er nicht sicher ist, ob sie ihn verlässt, macht eine Erbschaft von einem ihm unbekannten Mann. Zuerst ist er unsicher, ob er die Erbschaft annehmen soll,dann aber folgt er den Spuren des verstorbenen Schmetterlingssammlers, wobei ihm dessen Reisetagebuch die Stationen vorgibt.
Dabei ist er immer auf der Suche nach der Verbindung zwischen ihm und dem Verstorbenen. Er nimmt Kontakt auf mit einer Frau, deren Briefe er im Nachlass findet, begegnet am Gardasee einer schönen Unbekannten und reist zuletzt nach Kreta, wo sich dann die Lösung des Rätsels anbahnt. Die ganze Geschichte erscheint mir wie ein zart gezeichnetes Gemälde, die Personen sind ein wenig geheimnisvoll, man spürt hinter dem Beschriebenen steckt noch mehr, aber gerade das macht für mich den Reiz des Romans aus, das es unausgesprochen bleibt.
Die Sprache ist sehr poetisch und zart, die Geschichte melancholisch und ein bißchen unwirklich. Ein schönes, feinfühliges Buch, das man leider viel zu schnell zu Ende gelesen hat.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spurensuche 22. April 2008
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Schon der wunderschöne Einband dieses großartigen Buches besticht durch eine farbenprächtige Vielfalt "fliegender Edelsteine": der Schmetterlinge. Doch wenn wir sie durch die Lüfte "torkeln" sehen, ist ihr Leben eigentlich fast schon vorbei. Eine lange Zeit des Verborgenen, Unauffälligen ist ihrem kurzen Glanz vorangegangen.
Schmetterlinge fungieren in diesem Buch auch als verbindendes Element, auch hier liegt etwas unter der Oberfläche verborgen.

Der namenslose Ich-Erzähler erhält im April 1991 überraschend ein Schreiben, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er der alleinige Erbe eines gewissen Henri Ruzicka sei. Dieser hinterlässt ihm ein Haus, ein Grundstück und eine Geldsumme. Noch nie zuvor hat er von ihm gehört.
Als er zum ersten Mal das abgelegene, stille, beinahe verfallene Haus besucht, offenbaren sich ihm noch weitere Geheimnisse: eine überwältigende Schmetterlingssammlung, ein Bündel alter Briefe von einer gewissen Anna Prinz aus Pirna - einer kleinen Stadt in der Nähe von Dresden-, ein schwarzes Notizbuch, eine Postkarte aus Kreta, auf der sein Name und seine Adresse notiert sind und eine kleine Holzschachtel, in deren Innerem ein blutgetränktes weißes Stoffstück liegt.
Die unerklärliche Erbschaft lässt ihn nicht los. Nach unruhigen Wochen begibt er sich auf dessen geheimnisvolle Spuren. Er kontaktiert Anna Prinz, die immer noch unter der gleichen Adresse wie auf den Briefen wohnt und fliegt zu ihr nach Deutschland.

Joel Haahtela hat einen psychologisch eindrucksvollen und feinfühligen Roman über die Geheimnisse des menschlichen Lebens geschrieben.
Das menschliche Interesse am Einzelnen steht bei ihm ganz klar im Vordergrund. Haahtela, der auch als Psychologe arbeitet, ist ein ausgezeichneter Beobachter, der sehr feinfühlige Charakterstudien zeichnet. Sei es das Bild der alten, vom Leben gezeichneten Anna Prinz oder aber die wenigen noch anderen Personen, die der Ich-Erzähler auf seiner weiteren Reise trifft, denn Pirna wird nicht die letzte Station seiner Suche sein. Über eine kurze Zwischenstation am Gardasee in Italien, gelangt er schließlich nach Kreta in eine wunderschöne Meeresbucht, an dessen Strand sich einst etwas Entscheidendes zugetragen haben muss und dessen weit reichende Folgen heute noch spürbar sind, zum Beispiel in dieser Erbschaft. Doch erst nach der Rückkehr in seine finnische Heimat, lüftet sich das Geheimnis um den Zusammenhang zwischen ihm und Henri Ruzicka.

Haahtela erzählt auf großartige Weise, in leisen Tönen, beinahe wie die sphärische Musik seines Landsmannes Sibelius. Erinnerungen überlagern und vermischen sich und erst auf den letzten Seiten vermag der Ich-Erzähler das eigentliche Leben bzw. den Ursprung des Rätselhaften zu entflechten und freizulegen.

In Sandra Doyen hat der Autor eine eindrucksvolle Übersetzerin gefunden, obwohl ich nicht feststellen kann, ob ihr der kleine Fehler unterlaufen ist, die wunderschöne "Sächsische Schweiz" - das Elbsandsteingebirge -, das der Ich-Erzähler gemeinsam mit Anna Prinz aufsucht, als Erzgebirge zu bezeichnen. Bis auf diese geografische Unkorrektheit, eine beeindruckende Übertragung ins Deutsche, welche die geheimnisvolle Aura der gesamten Diktion großartig wiederzugeben vermag.

Fazit:
Auf der Suche nach den Spuren eines Unbekannten, der dem namenslosen Ich-Erzähler eine Erbschaft hinterlassen hat, stößt jener auf ein entscheidendes Schlüsselerlebnis aus seiner eigenen Kindheit.
Großartige Literatur aus Finnland!

Hintenan möchte dieses wunderschöne Gedicht aus der Feder von Carlo Karges (1951-2002), einem Mitglied der deutschen Rockband NOVALIS, stellen, da es den Ton und auch den Inhalt des Romanes eindrucksvoll wiedergibt:

Schmetterlinge

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört,
von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger,
als alle seine Erben.
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