Eine junge norwegische Psychologin entschließt sich, dem Tod ihres Vaters auf die Spur zu gehen - eigentlich eine gute Idee für einen Krimi. Wie allerdings die Krimi-Verstrickungen aufgezogen werden, ist eher seltsam. Erste Frage: wieso glaubt Igi eigentlich, dass ihr Vater keinen normalen Unfalltod gestorben ist? Da dies der Aufhänger der Geschichte ist, wäre der Leser bestimmt dankbar für eine nett verpackte Erklärung. Aber nein: wir werden direkt ins Geschehen geworfen und begleiten Igi auf einer Aufklärungsodyssee von ein paar Morden, die dann plötzlich irgendwas miteinander zusammenhängen. In einer rasanten Erzählweise (es wird wirklich nie langweilig, Pluspunkt!) nimmt uns die Autorin zu verschiedenen Schauplätzen mit, wo Igi sich als Hobby-Kommissarin versucht, mehr ist sie ja nicht, und deshalb ist es um so erstaunlicher, wie die verschiedensten Personen gewillt sind, dieser Igi Informationen auszuplaudern, um ihr am Ende sogar ein Geständnis unter Tränen zu liefern. Es ist ja schön, dass wir es hier mit einer so emanzipierten Frau zu tun haben, die ein neues spannendes Hobby hat, aber mal ehrlich: ein bisschen seltsam ist das schon. Etwas ungeschickt wirkt manchmal auch die Zusammensetzung verschiedener Romanelemente: ein bisschen kriminologische Aufklärungsarbeit hier, ein bisschen Liebe dort (in ungefähr fünf Seiten erfahren wir, dass Igi in einen bisexuellen Mann verliebt ist, mit dem sie zusammenlebt, und weiter?) und die Erklärung des Titels, was nämlich ein Schmetterlingseffekt ist, dann irgendwann auf einer halben Seite zwischendurch. - Zuguterletzt: wie war denn jetzt eigentlich die Auflösung??? Vielleicht passiert da mehr zwischen den Zeilen als man vermutet, oder aber es bleibt am Ende wirklich etwas unklar, wie die Morde zusammenhängen? So ganz durchdacht ist auf jeden Fall alles nicht, und der Roman erscheint mir insgesamt ein wenig unfertig. Schade, das Cover war so schön... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)