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Der Schleier des Schweigens : von der eigenen Familie zum Tode verurteilt.
 
 
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Der Schleier des Schweigens : von der eigenen Familie zum Tode verurteilt. [Unbekannter Einband]

Djura
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Gütersloh : Bertelsmann-Club, Wien : Buchgemeinschaft Donauland [u.a.], (1991)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B002DURO3G
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.056.483 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eher nüchtern 11. August 2004
Von I. Wodni
Format:Taschenbuch
Zuerst einmal zur Geschichte ... Djura ist das zweitälteste von neun Kindern einer algerischen Familie. Als sie noch klein ist, wandern ihre Eltern mit ihr, ihrem großen Bruder und ihrer kleinen Schwester nach Frankreich aus, wo Djura und ihre Geschwister nach westlichen Verhältnissen aufwachsen. Dennoch lebt die Familie in Armut und Djuras Vater und Brüder beherrschen die Frauen und Mädchen ständig. Als Djuras Mutter sich von ihrem Mann scheiden lässt, steht sie ohne jeglichen Mitteln und mit neun Kindern allein da, also übernimmt Djura sehr bald die Mutterrolle für ihre Geschwister. Als sie später eine Band, "Djurdjura", gründet, öffnet sie damit ihren Schwestern als Background-Sängerinnen alle Möglichkeiten. Aber die danken es ihr keineswegs, im Gegenteil. Als Djura von ihrem französischen Geliebten schwanger wird, setzt ihre Familie sie terrorhafter Überwachung aus und droht, sie und ihren Mann umzubringen.

Djuras Geschichte an sich ist berührend und realitätsnah. Aber besonders gut geschrieben ist sie nicht, denn Djura sieht sich selbst als großartigen Star, was in dem Buch deutlich zur Geltung kommt. Außerdem betont sie immer und immer wieder dieselben Dinge ... dass sie ihre Geschwister ohne Hilfe großgezogen hat, dass sie die Band allein gegründet hat, dass sie das ganze Geld nach Hause bringt und wie schrecklich undankbar ihre Familie doch ist. Tatsächlich bekommt man im Laufe des Buches einen Hass auf Djuras Familie, trotzdem hätte sie manche Gegebenheiten nicht dermaßen in die Länge ziehen und immer wieder wiederholen müssen.

Die Geschichte wäre ungefähr 4 Sterne wert, die Schreibweise 2-3 ... also liegt das Buch im Mittelfeld. Auf jeden Fall ist es jedem zu empfehlen, der sich für fremdländische Kulturen und die Unterdrückung der Frauen interessiert.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Aufschrei 10. Juni 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Leider kann ich dem Buch nur 5 Sterne geben, obwohl er mehr verdient hätte. Das Buch ist spannend geschrieben und all denen Frauen ans Herz gelegt werden, die sich in Dubai oder anderen Arabischen Ländern, verlieben sollten.

Es ist ein Aufschrei für alle unterdrücken Frauen in islamischen Ländern.

Sehr empfehlenswert.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Schrei nach eigenem Leben 3. September 2008
Von Cornelius Michels VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Der Titel des Buches heißt zwar "Djura - Der Schleier des Schweigens", aber er könnte noch viel dramatischer "Der Schrei nach eigenem Leben" heißen. Diese Lebensgeschichte einer algerischen Frau - von der Kindheit bis zur reifen Frau - ist für moderne in der westlichen Welt lebende Menschen kaum nachvollziehbar.

Umgeben von starren Traditionen, dunklen religiösen Dogmen und einer blinden nur dem Mann zu gesprochenen Autorität und Allmacht wächst die junge Frau "Djura" auf und wird auf dem Weg ihrer Selbstfindung von der eigenen Familie sowohl seelisch als auch körperlich unterdrückt.

Innerhalb ihrer armen Großfamilie wird sie zeitweise wie eine Sklavin gehalten und muss sich trotz ihrer Talente für Kunst und Musik in einem Labyrinth von autoritärer Willkür, Verboten und Ängsten bewegen, was sie häufig an die Grenzen ihres Überlebenswillens führt.

Hierbei muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass diese autobiografische Erzählung nicht in der Szenerie des Mittelalters stattfindet, sondern in den 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhundert.

Kaum vorstellbar ist, dass es noch Gegenden und gesellschaftliche Konstruktionen gibt, in denen Frauen nichts und der Mann alles zählt. Hierbei beschreibt die Autorin deutlich, dass der Mann sich nicht durch besondere Leistungen auszeichnen muss, sondern dass die zufällige Tatsache als Mann geboren zu sein, seine gesellschaftliche Machtstellung von vorn herein begründet.

Innerhalb der Familie geht diese Macht vom Vater auf den Sohn über, der den Auftrag hat seine Schwester vor "unerwünschten Ereignissen und Bekanntschaften" zu schützen und dazu zusätzlich einen Freibrief erhält, die eigene Schwester einzusperren und brutal zu schlagen.

Im Sinne einer diffusen Familienehre werden die Frauen unterdrückt und gegen ihren Willen mit Männern verheiratet, die sie niemals zuvor gesehen haben. Und Frauen, die aufbegehren, die selber denken, die eigenen Geschmack entwickeln und die nein sagen, werden geprügelt oder sogar in den Tod getrieben.

Im Falle der Autorin siegen letztlich ihre Kraft, ihr Wille und ihre Kreativität. Sie entwickelt sich, nach dem sie nach Frankreich ausgewandert ist, zu einer anerkannten Sängerin, die sich zur Aufgabe gemacht hat, mit ihren sozialkritischen Texten auf die erbärmlichen Lebensumstände der unterdrückten Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen.

Das Buch lebt nicht durch einen kunstvollen literarischen Stil, sondern durch die direkte und eindringliche Schilderung der Erfahrungen der Autorin. Es ist quasi eine sehr persönliche dokumentarische Erzählung mit stellenweise sehr intensiver Ausstrahlung.

Urteil: Lesenswert! Und - dieser Blick über den Tellerrand der eigenen gesellschaftlichen Lebensverhältnisse kann dazu verhelfen, dass man das, was als so selbstverständlich genommen wird, wieder etwas bewusster und gerechter beurteilt.
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