Als Miles (Allen), unserer Held", nach einer missglückten OP 200 Jahre später wieder aufwacht, findet er sich in einer Welt wieder, die auf den ersten Blick der Zeit, aus der er kommt so gar nicht gleichen will, der Zukunft eben. Zudem muss Miles feststellen, dass er in einer Welt aufgewacht ist, die unter der Fuchtel eines Diktators steht und man ihn nun als Mittel zum Umsturz benutzen will. Die Wissenschaftler haben ihn nämlich genau zu diesem Zwecke überhaupt erst wieder aufgetaut, und auch um ein wenig was über seine Zeit zu erfahren (da ist er ihnen allerdings keine große Hilfe, da er zu einem Bild Stalins lediglich sagen kann Oh, das war kein so netter Mann"). Und als wäre das nicht schon genug, verliebt er sich auf der Flucht vor den Schergen des Regimes auch noch in eine Frau, die aber gar nicht in der Lage scheint selber lieben zu können - die Zukunft hat eben erkannt, wie unsinnig das ist. Das ist eine ganze Menge Input, der Miles ausgesetzt wird und mit der er nicht so recht umzugehen weiß, was zu einer Ansammlung skurriler Situationen führt - die bekanntesten Szenen sind womöglich die, in denen Allen sich als Hausroboter verkleidet um unentdeckt zu bleiben.
Allen entwirft hier eine futuristische Dystopie, die eindeutig ihre Vorbilder in der Literatur findet. Er kombiniert Elemente aus Werken wie Brave New World" (beispielsweise stehen Sexspielzeuge hoch im Kurs doch scheint Nähe/Liebe zu anderen Menschen nicht mehr selbstverständlich) und auch 1984", wie z.B. das politische System und auch technische Neuerungen wie den Telescreen". Was ich in diesem Zusammenhang für erwähnenswert halte, ist, dass gerade diese Erfindung des Telescreens als Mittel zu Überwachung im Film Modern Times" (von C. Chaplin) seinen Ursprung hat. Doch ist der Telescreen nicht das Einzige, was Allen von Chaplin übernommen zu haben scheint. Die Komik lebt vor allem von den Slapstick-Einlagen, die Allen immer wieder bringt und sehr an die alten Stummfilm-Komödien, allen voran eben Chaplin, erinnern. Dies kombiniert er geschickt mit zynischem Wortwitz und natürlich auch allerhand skurrilen Ideen wie z.B. der Tatsache, dass fetthaltiges Essen für gesund befunden wurde und Fast-Food-Ketten somit boomen.
Wie so viele Dystopien versucht Allen aber vor allem die eigene Gesellschaft zu kritisieren. Allerdings bin ich der Meinung, dass es Allen nicht gelingt seine Kritik zu bündeln. Er vollführt einen Rundumschlag und streift eine Vielzahl von Themen (auch ganz normale Probleme des Alltagslebens, wie z.B. Beziehungsprobleme und Eifersucht) ohne sich festlegen zu können, worauf er sein Hauptaugenmerk legen soll. So kann er in Bezug auf die Darstellung einer erschreckenden Zukunft seinen literarischen Vorgängern nicht das Wasser reichen. Er übernimmt zum einen die Rolle des Künstlers und übt möglicherweise Kritik an seiner eigenen Garde, da sie im Film absolut regelkonform ist und nicht mehr ihre Umwelt zum Thema macht. Gleichzeitig versucht er sich an einer Kritik an der Politik, wenn er beispielsweise sagt, dass ein Machtwechsel eigentlich nur bedeutet, dass der Kopf an der Spitze ausgetauscht wird, die Grundsituation sich jedoch nicht verändert. Zudem macht er sich in gewisser Weise auf einer Meta-Ebene Gedanken um seine eigene Kunst. So sagt er einmal, dass er aus Selbstschutz Witze mache. Es ist natürlich Miles, der das sagt, doch gehe ich davon aus, dass Allen sich damit auch selber meint. Zum einen sicher auf einer rein persönlichen Ebene, aber man kann es womöglich auch so verstehen, dass er der Meinung ist, dass man all den Problemen auf dieser Welt nur mit Humor begegnen kann, wenn man an dieser Welt nicht zerbrechen will.
Diese Einzelaussagen und kurzen Dialoge sind für mich die Highlights des Films, das geistige Futter, das einem auch nachher noch im Gedächtnis bleibt. Doch finde ich das Gesamtwerk nicht immer so genial, da, wie gesagt, es mir zu wenig fokussiert ist und so einiges an seiner Schärfe einbüßt. Dieser Film ist dann auch eher zum Schmunzeln gedacht als zum Brüllen, obwohl er an einigen Stellen lächerlich absurd ist. Wer also eine zum Schreien komische Komödie erwartet, könnte hiermit enttäuscht werden.