Drei Bewertungen von Achtklässlerinnen eines Mainzer Gymnasiums:
Laura C.:
„Der Schimmelreiter" von Theodor Storm spielt in Nordfriesland.
Wenn man versucht, zwischen den Zeilen zu lesen, findet man viel über Hauke Haien, einen jungen Deichgraf, der sich mit seinen neuen, besseren Ideen für einen Deich gegen sein Dorf und vor allem gegen Ole Peters durchsetzen muss, heraus. Ole Peters, der sich Deichgraf zu werden erhofft hatte, ist eifersüchtig auf Hauke, an den er die Stelle beim vorigen Deichgrafen verlor. Er macht Hauke im Dorf schlecht und nimmt ihm das Ansehen im Dorf. Haukes Ehefrau Elke, die Tochter des vorigen, verstorbenen Deichgrafen, steht Hauke stets zur Seite. Wenn man das Buch aufmerksam liest, lernt man viel über Selbstvertrauen und Kritik, Egoismus und darüber, was passiert, wenn man nachgibt, obwohl man im Recht ist.
Stephanie Sch.:
„Der Schimmelreiter" ist eine Novelle, die vor mehr als 100 Jahren geschrieben worden ist. Wenn man das hört, denkt man sofort, sie sei schwer zu verstehen und habe eine sehr gehobene Sprache. So ging es mir am Anfang auch, aber als ich mich etwas in das Buch hineingelesen hatte, wurde mir doch klar, dass Theodor Storm die Novelle in einer klaren, eigentlich leicht verständlichen Sprache verfasst hat, die es dem Leser nicht schwer macht, der Handlung zu folgen und sich von ihr fesseln zu lassen. Wenn man dieses Buch liest, hat man den Eindruck, diese Art, wie Storm das Buch verfasst hat, entspräche dem Leben an der Nordsee. Diesen Eindruck gewinnt man schnell, weil Storm in kurzen und klar gegliederten Sätzen geschrieben hat. Theodor Storm stellt das typische Leben an der Nordsee dar, das damals ein ständiger Kampf gegen die Natur und deren Unberechenbarkeit war. Die Tatsache, dass das Leben an der Nordseeküste wenig Raum für Unnötiges ließ, spiegelt sich auch im Gebrauch der Sprache wider, die von Storm schlicht und auch sehr treffend gestaltet worden ist.
Maxi Sch.:
Von allen Büchern, die wir bis jetzt im Deutschunterricht behandelt haben, war „Der Schimmelreiter" bis jetzt eines der interessantesten. Es beschäftigt sich hauptsächlich mit den Problemen, die Hauke Haien als Deichgraf bewältigen muss, von der Missgunst seiner Mitmenschen bis hin zu seinem ehrgeizigen Streben, einen Deich für die Ewigkeit zu bauen.
Theodor Storm fügt durch den Geisterschimmel, den er eim Buch auftauchen lässt, gruselige und zugleich spannende Szenen ein und schafft so einen Ausgleich zwischen einem lehrreichen und einem fesselnden Buch. Jedoch gelingt es ihm nicht, die Spannung von Anfang bis Ende konsequent durchzuhalten und so gibt es einige Stellen, an denen man das Buch lieber zur Seite legen möchte.
Trotz der frühen Entstehung des Buches kann man viele menschliche Aspekte der Handlung, wie Eifersucht, Liebe, Selbstzweifel, Ehrgeiz und Ruhm noch aufs heutige Leben beziehen und das macht das Buch so lesenswert.
Theodor Storm schuf mit dem „Schimmelreiter" eine Novelle, die durch ihre allgemeingültige Darstellung des menschlichen Charakters immer zeitlos bleiben wird.