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Der Schimmelreiter. 4 CDs Audio-CD – Audiobook, Juni 2005

188 Kundenrezensionen

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Audio-CD, Audiobook, Juni 2005
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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Deutsche Grammophon Gmbh (Juni 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783829115223
  • ISBN-13: 978-3829115223
  • ASIN: 3829115229
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 3 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 14,3 x 2,4 x 12,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (188 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Schimmelreiter
OA 1888 Form Novelle Epoche Poetischer Realismus
Der Schimmelreiter von Theodor Storm ist zugleich Gespenstersage und die Tragödie eines Genies. Der Widerstreit zwischen Aberglaube und Rationalität, zwischen Tradition und Fortschritt ist das Thema dieser Novelle.
Inhalt: Hauke Haien ist ein begabter Autodidakt. Schon als Kind keimt in ihm der Gedanke, eines Tages einen neuartigen, flacheren Deich zu bauen, der dem Meer besser trotzen kann. Seine intellektuelle Überlegenheit hat indes eine Schattenseite: Hauke bleibt Außenseiter und wird gemieden. Er wird Kleinknecht des Deichgrafen und übernimmt das Amt schließlich selbst, als er die Tochter des verstorbenen Vorgängers heiratet. Nun endlich kann er sich seinen Lebenstraum erfüllen, den Neubau des Deichs. Mit dem ehrgeizigen Projekt wächst bei den Dörflern der Aberglaube. Nachts sehen sie auf einer Hallig einen gespenstischen Schimmel. Als Hauke eines Tages ein weißes Pferd erwirbt, verschwindet das nächtliche Phantom mit einem Mal. Von nun an sehen die Dörfler in Ross und Reiter die Verkörperung des Dämonischen. Als der Deich fertig gestellt wird, glaubt sich Hauke in seinem Werk verewigt. Doch er muss feststellen, dass der Rest des verbliebenen alten Deichs von Mäusen unterhöhlt ist. Er erkennt die Gefahr, handelt aber nicht, da er sich scheut, die Dorfgemeinschaft erneut zur Arbeit heranzuziehen. In einer stürmischen Nacht bricht der Deich genau an dieser Stelle. Alle Versuche, die Katastrophe zu verhindern, scheitern. Als Hauke mit ansehen muss, wie seine Frau und sein Kind in den Fluten untergehen, stürzt auch er sich samt Schimmel ins tosende Wasser. Was von ihm bleibt, ist der Deich – Wahrzeichen seines Genies und des Fortschritts – und sein Fortleben als gespenstischer Schimmelreiter im volkstümlichen Aberglauben.
Aufbau: Der Schimmelreiter ist Storms komplexeste Erzählung. Er wendet hier nicht die für die Novelle übliche einfache Rahmenerzählung an, sondern verschachtelt sie gleich mehrmals. So treten insgesamt drei Erzähler auf. Der erste ist der Dichter selbst, der seine Quelle – Pappes Hamburger Lesefrüchte – benennt. Der zweite Erzähler ist der Urheber jenes Berichts, den der Dichter gelesen hatte. Auf seinem Ritt über den Deich war er einem unheimlichen Reiter begegnet. Von einem alten Schulmeister, dem dritten Erzähler, hatte er die Geschichte des Schimmelreiters erfahren. Während dieser für den Lehrer nicht mehr als eine abergläubische Sage ist, sind die Dorfbewohner nach wie vor von seiner gespenstischen Existenz überzeugt. Durch die Rahmentechnik bleibt die Wahrheit indifferent. Der Augenzeuge will das Gehörte erst überschlafen und der Dichter schaltet sich gar nicht mehr ein. So kann sich der Leser für die eine oder andere Position entscheiden.
Wirkung: Der Schimmelreiter wurde Storms berühmteste Novelle, die auch heute noch ihren Platz im literarischen Kanon hat. Zum Ruhm beigetragen haben nicht zuletzt drei Verfilmungen (1933, 1978, 1984). S.W. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum bei Schleswig geboren und starb am 4. Juli 1888 in Hademarschen bei Holst an Magenkrebs. Von 1837 bis 1842 studierte er Jura in Kiel und nahm ein Jahr später eine Stelle als Advokat in Husum an. 1846 heiratete er seine Cousine Konstanze Esmarch. Mit ihr hatte er sieben Kinder; bei der Geburt des letzten Kindes starb Konstanze. Kurz nach seiner Hochzeit lernte Storm Dorothea Jensen kennen, mit der ihn eine leidenschaftliche Beziehung verband und die er als Witwer in zweiter Ehe heiratete. Aus politischen Gründen wurde er 1852 aus dem Amt entlassen und war fortan als unbesoldeter Assessor im preußischen Staatsdienst in Potsdam tätig. Er begegnete Franz Kugler, Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff und Paul Heyse. Ab 1856 war er Richter in Heiligenstadt und ab 1864 Landvogt in Husum. 1874 wurde er Oberamtsrichter und ab 1879 Amtsgerichtsrat.
Storm gilt als einer der bedeutendsten deutschen Vertreter des bürgerlichen bzw. poetischen Realismus, wobei neben seinen Gedichten besonders seine Novellen seinen Ruhm begründeten.

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Mike der Einkauf-Junkie am 31. Oktober 2013
Format: Kindle Edition Verifizierter Kauf
Kenne den Schimmelreiter noch von der Schulzeit und es war nicht erbauend. Jeder durfte/musste mal vorlesen und regelmäßig als Strafarbeit ein paar Seiten abschreiben. Da ich so fleißig war, keineswegs brav habe ich glaub den Schimmelreiter gefühlte 200.000 mal abgeschrieben. Eigentlich hätte ich ihn aus wendig rauf-und runter beten können. Die Schillers Glocke sowieso und andere schöne Dinge auch noch!

Schlimm, solch edle Werke einem unschuldigen (?) Kinde als Strafe angedeihen zu lassen. Wenn es eine Gerechtigkeit gibt, dann landete mein ehemaliger Deutschlehrer, dieses AR...mbandührchen in einer ganz speziellen Hölle. Dort muss er die nächsten 1000 Jahre das Buch von D. B. (hier ist nicht die Deutsche Bahn gemeint) rauf und runter lesen!

Hab mich wirklich erst viele Jahre später an dieses wunderbare Buch wieder heran gewagt. Das erste mal als ich es aufgeklappt in der Hand gehalten habe, dass war schon etwas besonderes. Hat gebrannt wie Feuer in der Handfläche. So muss sich Dracula fühlen, wenn er das Essen auf einem Silbertablett servieren darf.

Uhuuuuuuuuuund jahaaaaa, es kam sehr gut. Konnte mir das alles bildlich vorstellen. Nicht wie ich eine Person von früher würge, sondern das Dasein des Deichgrafen. Perfekt und gefühlvoll beschrieben, das komplette Umfeld, einfach alles. Die Natur, die Umstände, die Beweggründe, sehr eindrucksvoll und bewegend.

Fast war ich geneigt mir sehnsüchtig zu wünschen dort gelebt zu haben genau in dieser Zeit. Das schaffen nur wenige in ihren Werken, Sehnsucht zu schüren und den Leser zum Träumen zu bringen.

Es ist ein Werk, dass seinesgleichen suchen kann. Lesenswert, immer wieder.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Josephine Sterner TOP 500 REZENSENT am 18. September 2011
Format: Taschenbuch
Hauke Haien ist Sohn eines Landvermessers und zunächst Knecht unter dem Deichgraf Tede Volkerts, dessen Tochter Elke Hauke zutiefst verehrt. Nachdem Volkerts gestorben ist, übernimmt Hauke die Stelle des Deichgrafen und heiratet Elke, mit der er eine geistig behinderte Tochter bekommt. Das tosende Wasser und die Stürme machen Hauke jedoch zu schaffen. Er baut einen neuen Deich, der viel stabiler sein soll. In einer sehr gefährlichen Nacht mit bahnbrechenden hohen Wellen und nie zuvor gesehenen gewaltsamen Stürmen muss sich Hauke gemeinsam mit seinem Schimmel diesem "Monstrum" stellen und zusehen wie Frau und Tochter unter Lebensgefahr dem Unwetter hilflos ausgesetzt sind. Seit diesem Tag ist die Legende des Schimmelreiters, den man im Nebel am Deich mit seinem Pferde ab und zu "sehen" kann in aller Munde...

Genauso wie Theodor Fontane, Adalbert Stifter oder Gottfried Keller, zählt Storm zu den renommiertesten Vertretern des deutschsprachigen Realismus. Mit seiner Novelle "Der Schimmelreiter" hat er definitiv ein Mahnmal für diese Literaturepoche gesetzt. Die Novelle an sich ist gar nicht schwer zu lesen und erinnert aufgrund der geheimnisumwobenen und legendären Darstellung des Schimmelreiters etwas an das Gedicht "Der Erlkönig" von Goethe, in dem der Vater ebenfalls "so spät durch Nacht und Wind reitet", wie die Figur Hauke mit seiner Tochter. Die Novelle hat etwas Düsteres und etwas Mystisches an sich aufgrund dieser vielen Erwähnungen der nächtlichen, stürmischen und gefährlichen Ausritte zu Pferde entlang des Deichs.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von E65 am 4. August 2007
Format: Audio CD
Schade, dass man die Perlen der deutschen Literatur in der Schule durchleiden muss. Dank meiner überaus "kompetenten" Deutschlehrerin ist mir deutsche Literatur bis heute (und man darf mal anmerken, dass auch Herr Reich nicht unbedingt dazu beiträgt, zum Lesen in diesem Bereich zu ermutigen) ein Gebiet, dass mir immer ein mulmiges Gefühl vermittelt. Verstehst Du eh nicht. Wer hat denn nun was zu wem in welcher Szene gesagt?

So mit 20, 21, nachdem der Schulschock etwas nachgelassen hatte, fiel mir also der Schimmelreiter in die Hände. Als Nachwehe des Bildungsanspruchs (zumindest das hatte man mir vermittelt) habe ich also das kleine Reclamheftchen gekauft (macht sich ja auch gut im Bücherregal) und machte also den Fehler ;-) die ersten zwei Seiten zu lesen.

Ich war gefesselt. Ganz primitiv: Da ist Wetter und jemand flüchtet sich in die Geborgenheit eines Gasthauses und ein alter Mann erzählt eine alte Geschichte. Spätestens da stellt sich die erste Gänsehaut ein. Und plötzlich hört man den Nordseewind heulen, zittert mit Hauke und Elke, und weiß viel früher als alle, dass Hauke es richten wird. Das Leben ist oft grausam zu diesen Zeiten, doch es gibt Hoffnung.

Ehrlich gesagt, nachdem ich hier gelesen habe, dass Ihr das im Unterricht wahrscheinlich zerflückt habt, war ich froh, dass ich mit dem Schimmelreiter allein fertig werden durfte.

Bis heute einer meiner alsoluten Favourites, sammel inzwischen alle alten Ausgaben, weil ich ihn einfach unendlich liebe.

Heute spricht man ja oft von Kopfkino. Ich sag nur: Plötzlich bist Du vom Sturm durchgepustet, fühlst die Wärme im Deichgrafenzimmer, Du hast die Lösung gefunden, und Du weisst genau, wie der Schimmel drüben auf der Insel aussieht...

Gebt den Klassikern `ne Chance!
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