Wußtest Ihr, dass der Fischer Verlag eine eigene "Abteilung" für Jugendbücher hat?
John Boyne ist der Autor des Buches, welches ich euch heute vorstellen möchte. Man kennt ihn ganz sicher vom Jungen mit dem gestreiften Pyjama. Heute hat er sich mit der Meuterei auf der Bounty beschäftigt und dazu ein äußerst spannendes und lesenswertes Buch für Jugendlich (und auch Erwachsene) geschrieben.
Inhalt:
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Die Meuterei auf der Bounty kennt sicher fast jeder von uns, nicht nur, aber auch von den zahlreichen filmischen Umsetzungen. Boyne hat sich mit dieser Thematik in einem Jugendbuch auseinander gesetzt.
Wir befinden uns im Jahr 1787 in Portsmouth. Der 14jährige John Jacob Turnstile ist ein gewiefter Taschendieb und auch anderen Gaunereien nicht abgeneigt, um es vorsichtig auszudrücken. Aber eines Tages kommt er nicht davon, er wird erwischt und kommt als Schiffsjunge auf die Bounty statt ins Gefängnis, was ist besser ???
Kapitän auf der Bounty ist Bligh. Sie segeln Richtung Südsee. Ihre Aufgabe ist es, auf Tahiti Setzlinge des Brotfruchtbaumes einzusammeln. Man weiß, wie die Geschichte weiter- und ausging.
Auf Grund der brutalen Strenge des Kapitäns bricht die wohl bekannteste Meuterei der Geschichte der Seefahrt aus. Auf dem umfangreichen Tatsachenmaterial der britischen Admiralität wurde das Thema aufgearbeitet.
Boyne erzählt die Meuterei und wie es dazu kam und alle anderen Geschehnisse auf der Sichtweise des Schiffsjungen John Jacob. Diese SIchtweise ist eine ganz andere, als man sie von der Meuterei und dem Klassiker von Charles B. Nordhoff und James N. Hall. Ist es Wahrheit oder Legende? Der Junge John hat im Kapitän einen Vaterersatz gefunden und sieht in ihm nicht den Tyrannen, den die Crew in ihm sieht. Was hat sich aus Sicht dieses Jungen tatsächlich zugetragen? Auf welcher Seite steht Turnstile, als die Meuterei beginnt?
Gliederung:
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1. Teil: Das Angebot
2. Teil: Die Reise
3. Teil: Die Insel
4. Teil: Das Boot
5. Teil: Die Rückkehr
Gestaltung:
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Auf der ersten Doppelseite, bevor das Buch losgeht, findet man eine Karte von der Reiseroute der Bounty. Die nächste Doppelseite zeigt eine Karte der Reiseroute des Beibootes der Bounty.
kurze Leseprobe:
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"Nein, Sir. Ich meine vielmehr, dass Mr Nelson eines nahen Tages in diese Hütte kommen und Euch mitteilen wird, der Otaheite-teil unserer Mission sei beendet. Und dann, Sir, werdet Ihr sehr wahrscheinlich Befehl geben, die Zelte abzubrechen, die Habseligkeiten einzupacken und aufs Schiff zurückzukehren."
"Dann heißt es Anker lichten udn Otaheite Lebewohl sagen", steuerte Mr Elphinstone wenig hilfreich bei.
Mr. Bligh nickte, und ein Lächeln lief über sein Gesicht. Er schaut zu mir, der ich den Eindruck zu erwecken suchte, als plättete ich emsig seine Uniform. ...
TIPP:
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Wer sich für das Thema interessiert, dem lege ich diesen link ans Herz:
www.dieterwunderlich.de/meuterei_bounty
meine Meinung zum Buch:
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Ich finde die Idee, diese bekannte Meuterei aus einem ganz anderen Blickwinkel und für Jugendlich zu schreiben, optimal.
Die Umsetzung ist exzellent geglückt. Ich habe es genossen dieses Buch - obwohl mehr als 600 Seiten - innerhalb weniger Tage zu lesen. Boyne schreibt total spannend und zu Herzen gehend.
Die Aufarbeitung der historischen Geschichte, ob wirklich passiert oder "nur" Legend sei dahingestellt, ist perfekt gelungen. Schön ist es sicher, wenn man im Vorfeld den Klassiker der Meuterei gelesen oder einen der Filme geschaut hat, dann fühlt man sich gleich heimisch auf der Bounty, aber dieses Buch ist eine abgeschlossene Geschichte und kann auch separat gelesen werden. Die handelnden Personen wurden vom Klassiker übernommen.
Das Verständnis ist optimal gegeben und der rote Faden, der sich durch die gelungene Handlung, die überhaupt nicht abstrakt, sondern sehr realistisch rüberkommt, zieht sich durch das gesamte Buch, welches von Beginn bis Ende spannend ist. Inhaltlich ist das Buch mit seiner Handlung für meine Begriffe sehr hochwertig. Immer wieder passieren Dinge, die den Leser an der Handlung festhalten, die man als Leser auch ohne Probleme nachvollziehen kann. Den Kapitän bekommt man in einer ganz anderen Form zu Gesicht, als Menschen und nicht nur als Tyrannen. Ich finde die Umsetzung bestens gelungen. Es ist ein Abenteuerroman von besonderer Güte entstanden, den es echt lohnt, gelesen zu haben.
Die Charaktere sind sehr bildhaft und auch die Geschehnisse werden perfekt beschrieben. Oft ist die wörtliche Rede verwendet worden, sodass man sich sehr intensiv in der Handlung wiederfindet.