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Der Schein der Weisen: Irrtümer und Fehlurteile im täglichen Denken
 
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Der Schein der Weisen: Irrtümer und Fehlurteile im täglichen Denken [Sondereinband]

Hans-Peter Beck-Bornholdt , Hans-Hermann Dubben
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Sondereinband: 207 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345509340X
  • ISBN-13: 978-3455093407
  • Größe und/oder Gewicht: 21,7 x 14,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 618.517 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wer hätte nicht gern einen Meteo-Propheten, der das Wetter zuverlässig vorhersagt? Oder einen Börsen-Crash-Detektor, der vor Kurseinbrüchen warnt? Das und vieles mehr können Sie in dem außergewöhnlichen Buch der beiden Physiker von der Universität Hamburg kennen lernen, die bereits mit Der Hund, der Eier legt Aufsehen erregten. Dieses neue Buch ist fast wie ein Roman geschrieben und behandelt ein schwieriges Thema: Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Tatsächlich hat die Wahrscheinlichkeitsrechnung viel mit unserem Leben zu tun: Mit ihrer Hilfe kann man die Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen ebenso bestimmen wie die Aussagekraft einer Krebsuntersuchung, belastende Indizien in einem Mordfall können sich bei näherem Hinsehen als entlastend herausstellen, und der Mörder muss nicht immer der Gärtner sein.

In vier Teilen mit 22 Kapiteln (mit Titeln wie "Die Tendenz zum Töten -- ein Mann geht über Eichen") schlagen sich der Arzt Thomas Vielgut, die Anwältin Vera Priori und ihre Freunde in Syldavien und in unserer Welt mit zahlreichen Problemen herum: Wie wahrscheinlich ist es, dass der Beschuss der chinesischen Botschaft im Kosovo-Konflikt ein Zufall war? Wie angelt man mit großer Wahrscheinlichkeit leckere Leckerellen aus einem syldavischen Fluss und nicht widerliche Ekelitzen? Muss man sich Sorgen machen, wenn sich ein sonst pünktlicher Mensch verspätet? Ist es sinnvoll, wie in dem alten Witz über den Betrunkenen, einen verlorenen Schlüssel nachts nur unter den Laternen zu suchen? (Überraschenderweise: ja!) Im letzten Teil zeigen die Autoren, dass die statistische Auswertung heutiger klinischer Untersuchungen erschütternd unzuverlässige Ergebnisse bringt -- und stellen ein alternatives Modell vor: die lernfähige "Never-change-a-winning-team"-Strategie.

Dieses Buch ist hoch informativ, macht Spaß, stellt wundervolle Charaktere vor, ist witzig illustriert und geschrieben. Nach und nach versteht man die Prinzipien der Wahrscheinlichkeitsrechnung, und am Ende jedes Teils hilft eine kurze Zusammenfassung beim Verstehen. Eines der gelungensten populärwissenschaftlichen Bücher auf dem Markt -- von zwei Wissenschaftlern, die nicht umsonst für ihre hervorragenden Lehrleistungen ausgezeichnet wurden. --Gabi Neumayer

Spektrum der Wissenschaft

Mit achtzigprozentiger Wahrscheinlichkeit wurde O. J. Simpsons Frau von ihrem Mann ermordet, und der Beschuss der chinesischen Botschaft im Kosovo-Krieg beruhte höchstwahrscheinlich, nämlich zu 85 Prozent, auf Vorsatz. Reine Vermutungen, geschätzt nach Pi mal Daumen? Nein, solche Wahrscheinlichkeiten lassen sich rechnerisch herleiten. Da nützt es nichts, dass Simpsons Anwalt vor Gericht zutreffend anführt, dass nur einer von tausend Männern, die ihre Frau regelmäßig schlagen, sie auch ermordet. Entscheidend ist die Frage, bei wie vielen ermordeten Frauen, die regelmäßig von ihrem Mann geschlagen wurden, der Mann auch der Täter war. Und im Falle der chinesischen Botschaft bleibt nur wenig Raum für vage Mutmaßungen, wenn man alle Faktoren veranschlagt - wie die Zahl aller Häuser in Belgrad, die Zahl der für einen Beschuss in Frage kommenden Ziele, die Zahl der Geschosse sowie die Vorab-Einschätzung des Vermutenden über die Bereitschaft der Amerikaner, die Botschaft zu beschießen.

Mit zahlreichen Fallbeispielen beschreiben die Autoren, beide Physiker und Professoren am Fachbereich Medizin der Universität Hamburg, verblüffende Folgerungen aus der Wahrscheinlichkeitslogik. Die vertraute Wenn-dann-Logik ist auf viele Sachverhalte nicht anwendbar. Erst dadurch, dass ein "wahrscheinlich" in die Rechnung einbezogen wird, kann man alle Faktoren ins Kalkül ziehen - und bekommt daraufhin völlig andere Ergebnisse.

Welche Irrtümer und Fehlschlüsse entstehen können, wenn nur einige dieser Zutaten außer Acht bleiben, zeigen die Autoren für die verschiedensten Lebensbereiche. Stück für Stück widerlegen sie unsere für sicher geglaubten Meinungen. In witzigen und spannenden Geschichten führen sie uns von Wettervorhersagen und Bilanzmanipulationen über Börsenbewegungen bis hin zu ihrem Hauptanliegen: der "Lebenslüge der medizinischen Forschung". Es geht um Fehlschlüsse, die durch falsche Interpretationen medizinischer Tests und Studien entstehen.

Üblicherweise werden in Doppelblindversuchen Therapien an Patienten getestet und die jeweils positive oder negative Wirkung erfasst. Bei der statistischen Auswertung einer solchen Studie gestehen sich die Forscher sogar eine geringe Irrtumswahrscheinlichkeit zu. Eine Grundfrage aber fehlt: Wurde überhaupt eine bessere Therapie-Idee untersucht?

Das Buch verdeutlicht das mit einem Angelbeispiel: In einem Teich gibt es zwei Arten Fische, die begehrten Leckerellen und die ungenießbaren Ekelitzen. Um die Wirksamkeit eines Angelköders für Leckerellen zu testen, hängt man ihn ins Wasser und zählt, wie viele Fische jeder Art anbeißen. Weiß man dann, ob und wie sehr die Leckerellen den Köder mögen? Beileibe nicht. Es kommt darauf an, wie viele Fische der einen und der anderen Art überhaupt im Teich sind. Möglicherweise schwimmt dort gerade keine einzige Leckerelle, also beißt auch keine an; man angelte dann nur Ekelitzen, die den - vielleicht für Leckerellen hervorragenden - Köder nur in der Not fressen. Welchen Wert hat also die reine Zählmethode, um eine Aussage über die Qualität des Köders zu bekommen?

Auf medizinische Studien übertragen: Wie aussagefähig ist ein Studienergebnis, wenn Therapie-Köder ausgelegt werden, ohne zu wissen, wie viele Ideen-Fische überhaupt im Forschungsmilieu schwimmen?

Eine weitere Schwierigkeit kommt hinzu: Die Wahrscheinlichkeit von guten Ideen für neue Therapien ist nicht bekannt. Man könnte sie höchstens subjektiv schätzen (Vorschlag der Autoren: zwei Prozent). Weil sie also fast nicht quantifizierbar ist, darf sie, so argumentieren die Statistiker, bei der Bewertung wissenschaftlicher Ergebnisse auch nicht veranschlagt werden. Denn Subjektivität soll in der Forschung möglichst ausgeschlossen bleiben. Folglich wird der Faktor Ideen-Wahrscheinlichkeit ganz aus der Fragestellung und der statistischen Auswertung ausgeklammert. Das Problem existiert also offiziell gar nicht, obwohl es den Fachleuten bekannt ist.

Das Buch bietet vergnüglichen Lesestoff als Verpackung für wissenschaftskritischen Zündstoff: Die Autoren weisen nach, dass randomisierte Studien überflüssig oder sogar schädlich sind. Sie zeigen, dass viele der "wissenschaftlich nachgewiesen besseren Therapien" nicht besser und vielfach sogar schlechter sind als das, was sie verbessern sollen.

Eva Kahlmann


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schein und Sein 7. September 2003
Format:Sondereinband
Ein wenig Begeisterung für die Mathematik sollte man schon aufbringen, um Gefallen an den Erkenntnissen zu finden, welche die Autoren in amüsante Geschichten verpackt darbieten. Es schadet auch nicht, wenn man gewillt ist, das Buch ein wenig als Lehrbuch anzusehen. Denn die Erläuterungen zur Wahrscheinlichkeit, daß ein Zeuge irrt, dem Angler der richtige Fisch an die Angel geht, der das Haus verschattende Baum aus Zufall abstirbt oder ein Patient trotz positiver Diagnose doch nicht krank ist, bauen aufeinander auf.
Insbesondere Juristen und Ärzte profitieren von diesem Buch, da es ihnen vor Augen führt, wie schnell sie einem Fehlurteil unterliegen. Aber die Irrtümer sind, wie schon der Titel sagt, auch im alltäglichen Leben nicht fern und so staunt der Leser immer wieder, wo er sich hinsichtlich einer Einschätzung doch grob verschätzt hätte.
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die Autoren vom "Hund, der Eier legt" setzen hier noch eins drauf: Unterhaltsam und verständlich präsentieren sie hier Kriminalfälle, wissenschaftliche Forschungen, medizinische Tests, Börsen- und sonstigen Alltag: und meist kommt es anders, als man denkt.

Denn Dubben und Beck-Bornholt entführen uns in die Welt der Wahrscheinlichkeiten. Man erfährt, warum ein positives Testergebnis bei der Krebsvorsorge noch kein Grund zur Panik ist, warum eine belastende Zeugenaussage manchmal für den Angeklagten spricht, warum man Beweise gleich einschätzen und trotzdem zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, was es mit dem Beschuß der chinesischen Botschaft in Belgrad (anno 1999, Kosovo-Krieg) auf sich hatte und warum klinische Studien längst nicht das halten, was sich viele Forscher von ihnen versprechen. Wie man durch Aussortieren "schlechter" Schüler an Real- und Hauptschulen Erfolge an allen Schulformen vermelden kann - ohne daß ein Schüler mehr gelernt haben muß. Und ähnliche "Tricks" mehr, mit denen man sich und andere uns regelmäßig übers Ohr hauen.

Hinterher versteht man ein bißchen mehr von Statistik und Stochastik, und eine Menge mehr von der Welt, in der wir leben. Für staunende Laien (Erwachsene, und Schüler etwa ab Klasse 9) wie sich wundernde Fachleute gleichermaßen geeignet.

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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wir irren uns, wenn wir glauben, wir irrten uns nur ausnahmsweise. Das Gegenteil trifft zu: Wir irren uns ständig und systematisch." behaupten die Autoren Beck-Bornholdt und Dubben und belegen ihre These eindrucksvoll und unterhaltsam. Schonungslos decken sie eine Lebenslüge der wohl nicht nur medizinischen Forschung auf. Dieses Buch ist ein Leckerbissen für Denker und Umdenker. Es sollte Pflichtlektüre werden für alle, die mit Forschung oder mit Forschungspolitik zu tun haben.

Die Autoren, bekannt durch ihren Bestseller Der Hund, der Eier legt", vermitteln mal wieder Tiefgründiges auf genial einfache Weise. Mit der cleveren Anwältin Vera Priori und dem Arzt Doktor Thomas Vielgut, der voll in seiner Forschung aufgeht, erlebt der Leser allerhand skurrile Abenteuer. Hinzu kommen seltsam vertraute Gestalten wie die Taxiunternehmerin Zufa Lässig, die überdrehte Zsa Zsa Zecke oder Willi Waasnich (das ist der Gärtner - aber ist er wirklich der Mörder?). Alle zusammen machen die Erfahrung, wie schnell man sich im Alltag - an der Börse, in Wissenschaft, Medizin und Juristerei - in den Fallstricken der Logik verfangen kann. Forscher Thomas Vielgut wird zum Skeptiker - die forsche Vera war es ohnehin schon - und am Ende weiß er: Was wir zu wissen glauben, ist von Wissen weit entfernt.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Kein Urteil ohne Vor-Urteil
Zunächst zeigt dieses Buch, dass es in vielen Lebensbereichen hilfreich sein kann, sich ein bisschen mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung auszukennen - sei es bei der... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von karin1910 veröffentlicht
Hervorragend
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Den Inhalt könnte man zusammenfassen als das Aufzeigen von Fehlschlüssen im Alltag. Lesen Sie weiter...
Am 20. August 2009 veröffentlicht
nicht das, was ich erwartete
Dass wir nur Statistiken trauen sollten, die wir selbst gefälscht haben, ist allgemein bekannt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. April 2009 von Manfred Luger
Interessante Fakten albern verpackt
Die im Buch dargestellten Fälle sind hochinteressant und waren überwiegend für mich (zumindest in dieser Form) neu. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Januar 2009 von Problembär
Juristisches Roulette
Der Hund, der Eier legt: Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken

Ich bin ein überzeugter Anhänger der beiden Autoren. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 28. September 2008 von Klaus Mehner
Über Statistik
Dies ist ein exzellentes Sachbuch zu Fragen der Statistik, bzw. wie der Untertitel sagt, zu Irrtümern und Fehlurteilen im täglichen Denken. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. September 2007 von Physikus
Ein "Scheingeschäft"
Im ersten Buch des Autorenteams hat der Hund goldene Eier gelegt. Zweifellos. Dagegen handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um ein "Scheingeschäft". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Juli 2005 von Cape-Golfer
Irrtümer und Fehlurteile durch Wahrscheinlichkeiten
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Also hat eine Katze 8 Schwänze! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Dezember 2004 von Christian von Montfort
Irrtümer und Fehlurteile durch Wahrscheinlichkeiten
Zur Einstimmung:
Eine Katze hat einen Schwanz mehr als keine Katze.
Keine Katze hat 7 Schwänze.
Also hat eine Katze 8 Schwänze! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Dezember 2004 von Christian von Montfort
Irrtümer und Fehlurteile durch Wahrscheinlichkeiten
Zur Einstimmung:
Eine Katze hat einen Schwanz mehr als keine Katze.
Keine Katze hat 7 Schwänze.
Also hat eine Katze 8 Schwänze! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2004 von Christian von Montfort
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