Beim Stöbern nach maritim angehauchten Büchern a la "Das Rätsel der Sandbank" stieß ich zufällig auf den Schatz auf Pagensand... Im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Buch ist wirklich ein kleiner Schatz!
Vor allem dann, wenn man es nicht als reines "Kinderbuch" betrachtet, sondern als eines für Erwachsene. Mich hat es nämlich auf lebhafte, bunte, spannende - vor allem auf höchst anrührende! - Weise an die eigenen Kindheitsträume erinnert. An die unzähligen gespielten Reisen auf Piratenflößen zu einsamen Schatzinseln, an die wilden Ausflüge in die Botanik, bei denen die benachbarte Baustelle im Neubaugebiet zur Burgruine wurde, der Waschmaschinenvertreter mit der Aktentasche zum Spion, und die keifende Nachbarin zur bösen Hexe.
Ich habe hier einige Kommentare gelesen, die das Buch als langweilig bezeichnen, auch von Kindern der Zielgruppe...
Tja, vielleicht wirkt "Der Schatz auf Pagensand" für die 11-Jährigen von heute, die die (durch Hollywood-Verfilmungen massiv beeinflusste) Action der aktuellen Vampir- und Harry-Potter-Bücher gewohnt sind, tatsächlich etwas naiv und angestaubt, aber - hey! - die meisten Schatzkisten sind von aussen betrachtet zunächst etwas staubig... Bis man sie öffnet und die Edelsteinchen und das Gold zu funkeln beginnt!
Außerdem muss man, um im Bild zu bleiben, vielleicht auch ein wenig danach suchen. Zwischen den Zeilen zum Beispiel. Oder in den eigenen Bildern im Kopf. Oder, wie in meinem Fall, in den eigenen Kindheitserinnerungen!
Für mich war dieses Buch eine wunderbare, abenteuerliche und dank der zarten Liebesgeschichte auch sehr romantische Lesereise in die Vergangenheit - und es zeigte mir wieder einmal, dass auch vermeintlich "kleine" Geschichten, wenn sie gut geschrieben und mit liebenswürdigen Figuren ausgestattet sind, große Gefühle und Spannung erzeugen können. Zumindest bei denjenigen, die sich noch an ihre Kinderträume erinnern.