der Film: 7/10
Blu-ray: 7,5/10
Bildformat: 2,35:1 (orig.)
Laufzeit (24 fps): 1:46'18" (o. Absp.)
Ton: D; GB
UT: D; GB o/-
RC: B (A;C?)
Kapitel: 12
Extras:
- Wendecover
- Interview Götz George u.a.
- Doku Horst Wendlandt
- Trailer
ASIN: B003JLJRQA
Studio: Tobis/universum
Klare Verbesserung gegenüber der Erstauflage und den SD-DVDs!
Bei der Überarbeitung dieser BD hat man sich bei der Tobis offenbar viel Mühe gegeben. Um der überarbeiteten BD wirklich gerecht werden zu können, sollte man allerdings AUCH sein Full-HD TV in Bestform bringen (s.u.)
Insgesamt wurde wohl der Kontrast deutlich angehoben. Deshalb empfiehlt es sich, den Schwarzpegel (läßt sich bei guten TVs manuell regeln) nicht auf "maximal" einzustellen, dann "säuft" auch nichts ab und das Bild sieht recht ordentlich aus (z.B. Nahaufnahmen von Lex Barker, Karin Dor oder Götz George; das karierte Hemd bzw. der Gewehrkolben der "Tramps" beim Postkutschenüberfall; Marianne Hoppes blaues Kleid; die einzelnen Haarsträhnen von Ralf Wolters Perücke in der Saloonszene, Winnetous Uniform (und die der Utah Häuptlinge) oder die Wildlederjacke von Old Shatterhand oder Proto-Rapper/Schüttelreimer "Gunstick Uncle" (...was für ein Name!?)
Die Auflösung ist also klar besser als bei den SD-DVDs. ("Bartstoppel" sieht die eine Hälfte der Bevölkerung ohnehin jeden Morgen im Spiegel, "Wachsfiguren" wohl eher bei Tussaud's - hier habe ich keine entdeckt...)
Insgesamt weist das Filmbild einen leichten Rotstich auf.
Allerdings muß auch noch erwähnt werden, daß einige wenige Einstellungen nicht ganz auf BD Niveau sind (z.B. bei TC 01:22:54 - 23:36) das war auch bei der DVD schon problematisch, offenbar liegen dazu keine besseren Bildquellen vor?
Auffällig auch einige Schwenks/Schärfeverlagerungen, die nicht ganz perfekt gelungen sind: TC 00:03:47-53; 00:18:53 - 19:01;
00:58:06-45 u. 01:31:27-30. Könnten das die Anfangsschwierigkeiten mit der erstmals verwendeten Mitchell-Cinemascope Kamera sein, von denen Kameramann Everhardt Dycke in der Bonus-Doku spricht?
Im Bonusmaterial findet sich ein ebenfalls ein Vergleich "vorher/nachher" bei dem auf die "Retusche" des Bildes hingewiesen wird, allerdings ohne zu erläutern, um welche Remastering-Technik es sich hierbei genau handelt?
(Anm.: Da es sich selbstverständlich um Farbfilm ("Eastmancolor" + "Cinemascope", u. nicht wie bei den meisten Italo-Western "Techniscope" = geringere Auflösung) handelt, ist das Bild natürlich NICHT nachkoloriert, trotzdem hat mich das Filmbild hier und da ein klein wenig an nachkolorierte Schwarzweiß-Postkarten aus der Kaiserzeit erinnert?? Immerhin gibt es im Abspann einen eigenen Credit für "Kolorierung")
Zum Vergleich für hervorragende Western auf BD kann ich z.B. empfehlen: "The Wild Bunch", "Die gefürchteten Vier" od. "Der schwarze Falke", "Spiel mir das Lied vom Tod".
An diese BDs reicht "Silbersee" nicht ganz heran, aber die Richtung stimmt. Besser hat dieser Film bisher im Heimkino noch nicht ausgesehen, d.h. für Karl-May-Film Fans: Klare Kaufempfehlung!
zum Schluß noch 2 Anmerkungen zur "Bild-Qualität"
1. TV Geräte
Wer sich auf die mitgelieferten Werkseinstellungen des Herstellers verläßt, bringt sich i.d.R. selbst um das bestmögliche Bild seines TVs. Dabei hat ein hervorragendes TV Bild nichts mit Zauberei zu tun.
Da die meisten Studios bei der Filmherstellung nach der Industrienorm "Daylight 65" (d.h. Tageslicht entspricht einer Farbtemperatur von 6500 Grad Kelvin, muß man nicht alles verstehen...) arbeiten, ist es nur folgerichtig, auch seinen TV-Monitor zuhause nach dieser Norm einzustellen: Anstatt das TV Bild für jeden Film neu zu justieren, kann man seinen Bildschirm einmal entsprechend kalibrieren (Weißabgleich, Farbraum, Gamma, RM, Anti-Judder, Hinterlicht usw. usw.) und sieht dann jeden Film so, wie er von seinen Machern gedacht war, d.h. mit dem für das eigene TV bestmöglichen Bild!
Natürlich ist jetzt nicht jeder Fernsehtechniker und hat die nötigen Messgeräte oder Testbilder bzw. Software. Außerdem gibt es viele verschiedene Flachbildschirmtypen.
Genau dafür gibt es im Internet z.B. die Seite "hdtvtest.co.uk", auf der die gängigsten Flat-TV Typen von Vincent Teoh und seinen Kollegen ausführlich getestet werden ("all reviews") und die für das jeweilige TV Gerät nötigen Einstellungen ("settings" / "calibration") vorgestellt werden, neuerdings wohl auch auf facebook.
Am besten selbst mal auf die Seite gehen, den eigenen Gerätetyp aufrufen (falls bereits gelistet), die empfohlenen Einstellungen für sein TV übernehmen - und fertig!
2 Tips:
- Als Menüsprache beim eigenen TV "Englisch" wählen.
- Die Typenbezeichnungen der TVs können minimal von denen in Deutschland abweichen, da die Geräte in GB mit dreipoligem Stecker geliefert werden, und die Hersteller daher oft eine Zahl und/oder einen Buchstaben anhängen.
Ich selbst habe das mit meinem 46" Samsung gemacht (die Werkseinstellungen "Natürlich", "Standard" u. "Dynamisch" fand ich wenig überzeugend) und das TV Bild ist seitdem: s-e-n-s-a-t-i-o-n-e-l-l.
Außerdem läuft der richtig kalibrierte 46-Zoll-Samsung jetzt mit ca. 90 Watt Leistungsaufnahme und nicht mehr mit 140-220 Watt. Das entspricht dem Verbrauch einer (herkömmlichen) Glühbirne! Gemeint ist hier übrigens nicht der Energiesparmodus, das wären nochmal 40% weniger...
2. Film auf DVD bzw. BD
Entscheidend für die Bildqualität eines Films auf einer Disk sind die Qualität der Film-Quelle und des digitalen Bild-Transfers/der Komprimierung (auch bei BDs; am besten VC-1 bzw. MPEG-4 AVC) aber auch der für den HAUPTfilm genutzte Speicherplatz auf der Disk (DVD max. 7.5 GB, BD max. 40 GB)
NICHT entscheidend für die Qualität ist z.B. (wie immer wieder behauptet) das Alter des Films. Fachgerechte Lagerung vorausgesetzt, ist Film das beständigste Bildspeichermedium überhaupt, und das seit über 100 Jahren. (ein Wert, den VHS, U-Matic, Beta SP, CD, DVD/BD u. sonstige Disks erst noch erreichen müssen). Unterschiede ergeben sich höchstens aus der Weiterentwicklung der Filmemulsionen, die heute natürlich "schneller" (lichtempfindlicher) sind. Dadurch verbessert sich bei modernen Filmen die Bildqualität. Durch das Lagern allein wird aber kein Filmbild schlechter.
Wichtig bei Blu rays ist z.B, daß man diese bei einer Bildfrequenz von 24 Hz (24 fps; im Kino mit Flügelblende tatsächlich 48 Hz) und nicht bei 200 Hz mit voll aufgedrehter digitaler Rauschunterdrückung ("dig. RM") anschaut, was unweigerlich zu einer "Daily Soap"-Optik ("Wachsfiguren") führt. Genauso sollte man die Schärfe und die Kantenglättung ganz herausnehmen. Das sind Bildparameter, die der Bildprozessor des TVs künstlich hinzufügt, sie haben mit dem Film im Original nichts zu tun.
Ist die Bildqualität einer DVD/BD also schlecht, liegt das fast immer an einer schlechten/abgenutzten FilmKOPIE (oder womöglich eine MAZ od. Bildplatte!!) als Quelle und/oder an einem mangelhaften Digitaltransfer (Colour Matching od. veralteter Codec MPEG-2) oder an Artefakten aufgrund der digitalen Fehler-"Korrektur". Beliebter Fehler: Das natürliche Filmrauschen (= "Filmkorn" verursacht durch Silberchloridkristalle, in etwa vergleichbar den Pixeln eines digitalen Bildes) soll durch nachträgliche digitale Rauschunterdrückung unsichtbar gemacht werden. Ergebnis: Auch alle feinen Bildstrukturen (Details, Hauttöne, Stofflickkeit generell) werden unnötig zu einer homogenen Fläche "verschmiert". (darunter leidet z.B. auch Sergio Leones "The Good, the Bad and the Ugly" auf BD)
Der finanzielle Aufwand spielt bei einem DVD/BD Release naturgemäß die Hauptrolle. Gute Disks z.B. von "British Film Institute" (BFI), oder "Criterion" sind deshalb auch etwas teurer. Gute Transfers gibt es i.d.R. auch bei amerikanischen DVD-Releases (RC 1), z.B. "Warner", "MGM" oder teilweise bei "Blue Underground" (meistens RC 0). Auch italienische DVDs von "raro video" oder "surf video" bzw. des französischen Labels "René Chateau" können sehr gut ausfallen. Neuerdings gibt es von Paramount einige erfreuliche BD Releases, natürlich auch weiterhin von Warner (zumindest bei Film-KLASSIKERN; einige neuere Streifen haben wohl als Blu-ray ein eher nachlässiges Release erhalten...) Criterion und BFI (British Film Institute; vgl. m. Text zu "DEEP END").
Was den Filmliebhabern allerdings von einigen Herstellern für ihr Geld so alles zugemutet wird, läßt sich also NICHT mit dem Hinweis auf das Alter eines Films entschuldigen... (z.B. einige R.M. Fassbinder / I. Bergman-DVDs)
Wer Interesse hat, kann unter meiner Rezension zur BD-Version von "Butch Cassidy and the Sundance Kid" eine Auswahlliste von sehr guten bis hervorragenden DVDs und BDs finden, die mir bisher untergekommen sind.