Es wird schon fast monoton - dies ist nun mein viertes oder fünftes Buch von Traven, und ständig gebe ich 5 Sterne. Der Mann hat einfach meinen Geschmack getroffen. Gold, die verzweifelte Suche danach, das Pech, es zu finden, und das Glück, es zu verlieren - all das ist in dieser abenteuerlichen Geschichte von den drei Goldgräbern im Mexiko der 1920er Jahre enthalten (erschienen 1927). Mein Rezensionskollege hat es treffend angesprochen - es ist ein Roman über die Macht des Geldes und wie es den Charakter verformt. Zahlreiche Banditen spielen mit, mal als zerlumpte Wegelagerer, mal als Vizekönig, mal als Protagonist. Das Leben ist auf das existenzielle Minimum beschränkt und an jeder Ecke lauert der Tod. Wohl dem, der so entspannt zu sterben weiß wie ein Indianer.
BUCHTIPP: Eine Goldgräbergeschichte dieses Formats habe ich bislang nur einmal gelesen, von Jack London, "
Lockruf des Goldes".
ZITATE
"Die Gedanken, die Dobbs beschäftigen, waren dieselben, die so viele Menschen beschäftigen. Es war die Frage: Wie komme ich zu Geld? Dobbs hatte nichts. Man kann ruhig sagen, er hatte weniger als nichts, weil er nicht einmal ganze und vollständige Kleidung hatte, die unter beschränkten Verhältnissen als ein bescheidenes Anfangskapital angesehen werden darf."
"Gold verändert den Charakter. Man kann noch so viel haben und noch so viel finden, immer denkt man daran noch etwas hinzuzubekommen. Und um noch etwas hinzuzubekommen, hört man auf zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden."
"Der Rücksichtslose überlebt den Zögernden. Diejenigen, die einer raschen Tat mehr vertrauen als einem ruhigen sorgfältigen Überlegen und Abwägen, sind die Eroberer. Aber die anderen sind die Sieger und werden die Besitzer. Hier aber kam nur die Eroberung in Frage, weil die Sicherheit des eigenen Lebens allein in der rücksichtslosen Überwältigung und Vernichtung des anderen lag."