Gerade mal gut zwanzig Jahre ist diese Science-Fiction-Serie alt, und schon wirkt sie wie aus der Steinzeit. Die Computer der Raumschiffe spucken Papierstreifen aus, Raumschiffe sehen wahlweise wie fliegende Donuts oder aneinandergeklebte Frachtcontainer aus - und die fliegende Polizeistreife wirkt wie Superman auf Dope.
Aber geht man mal von diesen Kleinigkeiten weg, dann funktioniert das schon ganz anständig. Ernest Borgnine darf als Captain Bones kräftig mit den Augen rollen, der junge Itaco Nardulli, italienischer Kinderstar und früh gestorben, macht seine Sache gut, und mit Klaus Löwitsch darf auch ein deutscher Schauspieler mitmachen, und er gibt einen typischen Löwitsch, den bärbeißigen Captain des Schiffes. Der Dreh- und Angelpunkt der Serie ist aber eindeutig Anthony Quinn als Silver. Da steckt so viel Charisma drin, der kann den Cast so locker dominieren, dass es im Lehrbuch stehen könnte. Damit kann er viele kleine Schwächen ausbessern. Immer, wenn er im Bild ist, dieser zwiespältige Silver, dann verblasst die Ausstattung und der Rest der Schauspieler.
Die Geschichte ist natürlich eine gute, keine Frage, und bis auf einige Fernsehmätzchen ist das auch gut inszeniert. Trotzdem wird sich die DVD-Sammlung dazu wohl nur der kaufen, der die Serie vor zwanzig Jahren gesehen hat und heute nostalgisch ist. Wer dabei irgendwelche Extras erwartet, eine tolle Ausstattung der DVDs, der denkt absolut falsch. Die Serie ist drauf, das muss reichen. Auch eine englische Tonspur - immerhin war das die Sprache des Drehs - wäre ein unglaublicher Luxus, den EuroVideo seinen Zuschauern nicht bieten mag.
Wer trotzdem zugreift, bekommt einen toll aufgelegten Anthony Quinn, der allein das Geld wert ist, und ansonsten eine ordentlich erzählte Geschichte vom Schatz im All.