"Der Schatten des Teufels" ist ein weiterer Band um die Figur von Inspektor Rutledge. Doch statt sich lediglich um die Aufklärung des Falles zu bemühen, gelingt es dem Autor, ein komplettes Bild der Gesellschaft zu dieser Zeit darzustellen. Man fühlt regelrecht, wie sehr der Krieg das Denken der Menschen noch dominiert, auch wenn er nun schon einige Jahre her ist. Auch bei seinen Nachforschungen merkt Rutledge bald, dass die Wurzeln des Geschehens weit bis in die Vergangenheit reichen. Die Stimmung des Buches ist düster und mysteriös, hebt jedoch niemals von der Realität ab, sondern schafft sich seine Geheimnisse aus dem ganz normalen Umfeld der Charaktere.
Es fällt schwer, diesen Krimi zu beschreiben, da er so vielschichtig und raffiniert erzählt ist. Man fühlt, lebt und atmet mit den Charakteren. Dadurch ist immer noch der Fall und das Rätsel um den Toten im Mittelpunkt, doch bildet dies lediglich das Zentrum eines weit gefächerten Gesellschaftsbildes der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.