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Der Schatten des Schwans: Roman
 
 
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Der Schatten des Schwans: Roman [Taschenbuch]

Ulrich Ritzel
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (1. Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442728002
  • ISBN-13: 978-3442728008
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,9 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 197.054 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ulrich Ritzel
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Schwäbischer Schwanengesang

Ulrich Ritzels vielversprechendes Krimidébut

Wenn sich die Hochliteratur nicht aufraffen kann, das von wohlmeinenden Kritikern immer wieder eingeforderte «grosse» Gesellschaftsepos zu liefern, dann bleibt zuletzt nur der Griff zum Kriminalroman, den viele Autoren in den letzten Jahren als Transportmittel für gesellschaftskritische Erörterungen entdeckten. Im Gewande blut- und spannungsgetränkter Handlungen lassen sich Gut und Böse bisweilen leichter darstellen, im Wechselspiel von Ermittler und Täter gesellschaftliche Untiefen besser ausloten. Auch der Journalist Ulrich Ritzel, Jahrgang 1940, greift in seinem späten Erstling auf einen Stoff zurück, der von Politologen, Soziologen oder Leitartiklern heutzutage viel häufiger debattiert wird als von Romanciers, und er lässt – leider meist in den schwächeren Textpartien – keinen Zweifel daran, der moralisch rechtschaffenen Seite zuzuneigen.

Der Fall: In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs begeht der NS-Arzt Hendrik Hendriksen einen kaltblütigen Mord, um sich eine neue Identität zu verschaffen. Als Professor Twienholt avanciert er in der nicht so genau nachfragenden bundesdeutschen Nachkriegswelt zum hochbezahlten Gutachter und renommierten Universitätsprofessor. Ritzels Roman (der natürlich an den vieldiskutierten Fall des Aachener Germanisten Schwerte alias Schneider erinnert) setzt dieses perfide Versteckspiel in sein Zentrum und umkreist beharrlich den sich windenden Mediziner und seine zum Geldadel zählende Familie. Nach und nach bündeln sich – wie es ein ordentlicher Krimi verlangt – die scheinbar unzusammenhängenden Stränge, und die Schlinge zieht sich enger und enger um den Hals des anfänglich unantastbar wirkenden Mörders.

«Der Schatten des Schwans» ist ein Kriminalroman, der die Vorgeschichte seines Genres kennt. Dem Ermittlerduo um den knorrigen Kommissar Berndorf, einen «alten Kiberer», und seine attraktive Mitarbeiterin Tamar Wegenast meint man trotz ihren individuell gezeichneten Zügen schon einmal begegnet zu sein, und in sanfter postmoderner Anspielung werden wir daran erinnert, dass Friedrich Glausers Wachtmeister Studer und Simenons Maigret zu Berndorfs nahen Verwandten zählen. Der erfahrene Kommissar von der Ulmer Polizeidirektion ist einer, der sich mit den Errungenschaften moderner Kriminologie schwertut, der sich lieber in die Psyche der Verdächtigen versetzt, der einen genauen Blick für Alltagsmomente, für die Atmosphäre eines Raumes hat und dessen couragierte Fahndungsmethoden – selbstverständlich – den Unmut seiner unverständigen Vorgesetzten (vor allem, wenn sie aus der Landeshauptstadt Stuttgart kommen) hervorrufen. Und wie es sich für einen unkonventionellen Polizisten gehört, scheut er auch nicht vor Kunst und Philosophie zurück, um über den Tellerrand der täglichen Ermittlungsmühsal hinauszublicken. Montaignes «Essais» liest er mit grosser Sympathie, Gemälde Caspar David Friedrichs sind ihm nicht unvertraut, und dank Sarah Kirschs Gedichten lässt sich mit ihm trefflich über den Schwan als Todessymbol nachdenken. Nicht zuletzt: Kommissar Berndorf ist ein Whisky trinkender Einzelgänger, dessen Lebensgefährtin als Dozentin in der amerikanischen Ferne lebt.

Ohne Frage: Ulrich Ritzels Début ist in vielem ein traditionell angelegtes Beispiel seiner Gattung. Manche Beschreibung wirkt abgegriffen («Drinnen roch es nach kaltem Rauch und abgestandenem Bier»), manche Figur wie der aalglatte Rechtsanwalt Schülin kommt direkt aus dem Klischeekasten, und auch das lesbische Coming-out der Kommissarin Wegenast überreizt die Plausibilität der Geschichte. Was den Roman aber über übliche Serientaten hinaushebt, ist sein geschickter Spannungsaufbau, der im Showdown vor dem Ulmer Münster einen famosen Höhepunkt findet. Die routiniert gehandhabte Schnitt-Technik gibt Ulrich Ritzel die Möglichkeit, die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten ineinander zu blenden und so seine Stärke, die atmosphärische Verdichtung einer Szene, auszuspielen. Ritzels «Der Schatten des Schwans» zeichnet so das Porträt einer unscheinbaren Stadt, in der die sogenannten Honoratioren verzweifelt ihre feingetünchte Fassade hochhalten und den Filz von Geld und Macht als selbstverständlich ansehen. Die Kommissare Berndorf und Wegenast haben ihn unerschrocken durchstossen, dieses eine Mal wenigstens. Beide sind klug genug, um zu wissen, dass auch die schwäbische Mafia dadurch nicht zerschlagen sein wird . . . Grund genug also, so lässt sich mutmassen, für Ulrich Ritzel, sich neue Fälle mit seinem Zögling Berndorf auszudenken, in Ulm und um Ulm herum.

Rainer Moritz -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Dies ist wohl einer der aufregendsten Krimis aus deutscher Hand, die ich seit langem gelesen habe... Ein großartiges Debüt!" (Renée Zucker, ZDF )

"Ulrich Ritzel wartet mit einem überraschenden Debüt auf. Für die beiden Fahnder erfindet Ritzel Hintergründe, die die Figuren plastisch und sympathisch machen. Auch die Story ist versiert entfaltet. Da passt einfach alles." (Süddeutsche Zeitung )

"Ein toller Erstling: Plot, Personen und Atmosphäre - mit Witz und Wärme, hervorragend ausgeführt. Ich habe lange nicht mehr so lange an einem Stück gelesen, und zwar mit Genuss." (Gisbert Haefs )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mobydick
Format:Taschenbuch
Ulrich Ritzel schreibt nicht wie ein Debütant - er ist profi durch und durch. Ein leiser Krimi mit glaubhaften Figuren und einem absolut glaubhaften Plot. Berndorf ist ein Kriminaler vom alten Schlag - ein Kieberer, kein Sesselpupser und erst recht kein Schimanski. Die Erzählweise Ritzels, mit den vielen Bilder ist nur in den ersten Seiten gewöhnungsbedürftig. Er malt mit Worten ein düsteres Bild deutscher Vergangenheit und löst das Ganze spannend und interessant auf. Ein Erstling, dem noch einige Folgen sollten.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unspektakulär aber gut 7. März 2000
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Nach der harschen Kritik fühle ich mich doch bemüßigt zur Ehrenrettung des Buches beizutragen. Als regelmäßiger Krimi-Leser a la Grisham / Ludlum etc. war die "leise" Art des Buches ein starker Kontrast. Der Kommisar hat seine Eigenheiten und wird dadurch nie zu einem Helden, eher der Typ von Nebenan, den jeder zu kennen meint. Dies trifft auch auf so manch anderen der vorhandenen Personen zu. Für mich war auch der Lokalkolorit (Ulm/Stuttgart) ein zusätzlicher Reiz.

Kurz und gut, kein spektakuläres, aber sehr gutes und angenehm zu lesendes Buch mit guten Charakteren.

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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Starkes Erstlingswerk! 8. November 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Ein absolut fesselnder Kriminalroman, realitätsnah und sehr gut recherchiert. Obwohl der Handlungsstrang duch viele Szenenwechsel und viele Charaktere manchmal etwas verwirrend ist, wird doch die Spannung immer größer und entlädt sich erst gegen Ende des Buches. Auch an Gesellschaftskritik wird nicht gespart, es werden dabei jedoch nur wenig Klischees bedient, sondern Tatsachen auf neue Art und Weise beleuchtet. Macht Lust auf mehr, Kommisar Berndorf sollte in keiner deutschen Kriminalromansammlung fehlen!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Dieser Autor lässt hoffen!
Ritzel mach Spass. Gute, überzeugende Figuren und schnörkellose Sprache. Die Stories sind ziemlich überzeugend. Man kann sich auf die Fortschreibungen freuen!
Veröffentlicht am 5. Februar 2010 von pb18059
Die Ermittlungen des Kommissar Berndorf. Montaigne, Howlin' Wolf und...
Dieser Spannungsroman ist eine echte Bereicherung und gehört definitiv zu den besseren Romanen dieses Genres. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Februar 2009 von Herta Masarié
Ein Krimi, mehr nicht
Dieses Buch als Enthüllungsliteratur oder gar als gesellschaftskritisch zu apostrophieren ist nun wirklich Unsinn. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2008 von Lothar Müller-Güldemeister
Treffender geht es nicht
Ulrich Ritzel ist ein Fundamentalist, wenn es um sprachliche Qualität geht. Alle seine Bücher haben mich überzeugt, weil sie durchkomponiert und handwerklich perfekt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Februar 2006 von Thomas Zehender
Nichts wirklich Neues, aber trotzdem ein netter Krimi
Krimi-Neulinge haben's schwer. Entweder, man schreibt etwas Innovatives und bekommt von den Verlagen nur Absagen, oder man bedient sich altbekannter Klischees: der alte,... Lesen Sie weiter...
Am 11. Oktober 2004 veröffentlicht
Komplexer als Brunetti und Wallander... Erste Sahne!
Ein typischer Ritzel: scheinbar lose Handlungsstränge verweben sich auf eine atemberaubende Weise, fantastisch beobachtet von Kommissar Berndorf und seiner Mannschaft. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Juli 2004 von Fechenbacher
genauso isses!
als ich dieses buch gelesen hatte, dachte ich mir: " ja, genauso könnte das in der realität auch gewesen sein! Lesen Sie weiter...
Am 13. April 2003 veröffentlicht
Traurig aber wahr !
Das Buch liest sich nicht besonders gut. Nicht rund. Abgehackt und dauernder Szenenwechsel. Man hat das Gefühl es fehlt einfach die Hälfte in den Sätzen bzw. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. November 2002 von Petra Sauer
Toller Debutroman von Ulrich Ritzel
"Der Schatten des Schwans" (btb 72800) von Ulrich Ritzel ist als Erstling Krimi und Gesellschaftsstudie der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit in einem. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. April 2002 von Ewald Judt
Völlig verschenkt
Der Gedanke, einen Kriminalroman um ein Verbrechen aus der Nazi-Vergangenheit herum aufzubauen, ist zwar heute nicht mehr unbedingt revolutionär, kann aber sehr reizvoll sein,... Lesen Sie weiter...
Am 10. Februar 2000 veröffentlicht
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