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Der Schatten des Körpers des Kutschers (edition suhrkamp)
 
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Der Schatten des Körpers des Kutschers (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Peter Weiss
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 100 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 17 (1. Februar 1964)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351810053X
  • ISBN-13: 978-3518100530
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,9 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 138.612 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Weiss
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Alltag auf einem Gutshof. Der Ich-Erzähler schildert seine Beobachtungen detailliert, distanziert und minutiös. Erst allmählich fügt sich dem Hörer aus einzelnen Mosaiksteinen eine Welt, eine Zwangsgemeinschaft von Flüchtlingen, in der sich menschliche Nähe nicht entfalten will. Michael Farin montiert die innere Stimme des Beobachters mit den Stimmen seiner Außenwelt und stellt so dem Hörer eindringlich die Frage: Wie weit kann man Auge und Ohr trauen? -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

Über den Autor

Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren und starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in Bremen, wo er das Gymnasium besuchte. 1929 kehrte die Familie Weiss nach Berlin zurück, musste jedoch 1934 emigrieren. Die erste Station bildete London, darauf folgte 1936 die SR. In diesen Jahren widmete sich Peter Weiss vorwiegend der Malerei – 1937/1938 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag. In dieser Zeit besuchte er Hermann Hesse während zweier längerer Aufenthalte in der Schweiz. Die dritte und letzte Emigrationsstation bildete 1939 Schweden, wo Peter Weiss zunächst in Alingsås, ab 1940 in Stockholm wohnte. Hier setzte er seine Tätigkeit als Maler fort. 1947 hielt er sich als Korrespondent einer schwedischen Tagesszeitung in Berlin auf. Seine Artikel versammelte er 1948 zu seiner ersten Buchpublikation. Der Band erschien posthum 1985 unter dem Titel Die Besiegten. Ab diesem Zeitraum entstanden, in schwedischer Sprache, die ersten Prosaarbeiten, Gedichte, und Dramen. Zu den wichtigsten Erzählungen aus dieser Schaffensperiode zählen Die Situation aus dem Jahre 1956 sowie das 1980 unter dem Autorenpseudonym Sinclair veröffentlichte Buch Der Fremde. Keines seiner Manuskripte wurde jedoch von einem schwedischen Verlag zur Publikation angenommen. Mitte der fünfziger Jahre begann Peter Weiss in deutscher Sprache zu schreiben. 1960 erschien sein erstes Prosabuch Der Schatten des Körpers des Kutschers. Zu Beginn der siebziger Jahre wand sich Peter Weiss wieder der Prosa zu. Zwischen 1975 und 1981 erschien der dreibändige Roman Die Ästhetik des Widerstands, deren letzter Band begleitet wird von Notizbücher 1971 – 1980. Ihm wurde posthum der Georg-Büchner-Preis für das Jahr 1982 zuerkannt.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Audio CD
Inhalt:
Alltag auf einem Gutshof. Der Ich-Erzähler schildert seine Beobachtungen so detailliert, distanziert und minutiös, dass gerade dieser Realismus es erschwert, aus der Fülle an Bildern und Tönen einen Gesamteindruck zu schaffen. Erst allmählich erschließt sich dem Hörer aus einzelnen Mosaiksteinen eine Welt, eine Zwangsgemeinschaft von Flüchtlingen, die zwar beengt zusammenlebt, in der sich menschliche Nähe aber entfalten will.

Story:
"Ein Spiel aus Sprache und Subjektivität" wartet laut der Covergestaltung auf den Käufer und so war ich gespannt, welcher Art von Audioproduktion ich mit "Der Schatten des Körpers des Kutschers" begegnen würde. In einem war ich von Anfang an sicher: es ist kein gewöhnliches Stück Hörkunst und auch nach mehrmaligem Hören würde ich diese Einschätzung beibehalten. Peter Weiss Werk, im Jahr 1960 erschienen, bietet ein hohes Maß an Anspruch, an Komplexität ist das von vielen Hauptsätzen geprägte Stück kaum zu überbieten, was an sich paradox erscheint. Aufgrunddessen weckte es direkt Assoziationen mit dem Stil des Surrealismus, denn die beschriebene Welt wirkt bizarr, kühl und leblos - in gewisser Hinsicht ist "Der Schatten des Körpers des Kutschers" somit avantgardistisch, denn nur noch wenige Hörstücke zeichnen sich durch eine negativ geprägte Stimmung aus. Zeichnet sich hiermit eine neue Stilepoche ab? Nun, soweit würde ich bei weitem nicht gehen, doch die ausgedrückten Ansätze einer derart schlichten und doch kaum greifbaren Welt eröffnen den Gedanken, dass der Mensch unlängst von seinen humanistischen Wurzeln abgekommen ist und sich der fortschreitenden Technologisierung erbarmungslos ergibt. Ein Gegenentwurf wird in dieser Produktion dargestellt, Befürworter und Kritiker werden sich schnell finden und ihre Positionen bezüglich des Werkes zum Ausdruck bringen.

Sprecher:
Fünf Sprecher sind im Einsatz und doch hat man es nicht mit einem Hörspiel im eigentlichen Sinne zu tun. Keine Dialoge, sondern lediglich multiperspektivische Monologe erläutern das Geschehen, daher wäre der Begriff einer inszenierten Lesung hier deutlich angebrachter. Jochen Noch, Tobias Lelle, Paul Herwig, Volker Bruch und Nico Holonics übernehmen die Sprecherrollen und sprechen Michael Farins bearbeitete Fassung des Werks von Peter Weiss ein, wobei man kann keinem von ihnen fehlenden Willen absprechen kann, alle sind mit einer Menge Engagement bei der Sache und doch wirken sie wenig schwungvoll, wenngleich dies mit Sicherheit eine künstlerische Wirkung auf das Auditorium haben soll. Mir behagt dieser langsame, in gewisser Hinsicht auch unrhythmise Stil nicht besonders, doch hier werden sich die Geister scheiden, selten hat ein Werk wohl solch polarisierenden Eindruck hinterlassen wie "Der Schatten des Körpers des Kutschers". Verklausuliert und nüchtern werden die Ereignisse vorgetragen, mit störrischer Ruhe, die Argwohn oder Eindruck hinterlässt, eine grundlegende und allgmein geltende Tendenz lässt sich hier kaum festhalten.

Musik und Effekte:
Ein Kunststück wird vor allem durch den Einsatz von Musiken und Effekten geprägt, auch dieser trägt in diesem Fall dazu bei, dass man ein wenig den roten Faden im Hörspiel sucht. Extrem tiefgreifende Worte werden von eher ruhigen, bizarren Sounds begleitet, so recht weiß man nicht, ob diese nun das Gesagte begleiten oder zusätzliche Akzente setzen. Die Verwirrung, aufgrund der komplexen Thematik sowieso schon vorhanden, wird bestärkt, es ist eine konfuse Inszenierung dieses in jeder Hinsicht kulturell interessanten Stücks. Die von zeitblom beigesteuerten Musiken sind atypisch, gehen neue Wege und wirken unter dem Strich ebenso surreal wie die komplette Produktion. Anspruchsvoll und wohl nur in wenigen Fällen den Geschmack des Zuhörers treffend, so fällt "Der Schatten des Körpers des Kutschers" von technischer Seite her aus.

Fazit:
"Der Schatten des Körpers des Kutschers" ist ein hochkomplexes Hörstück, das weniger ein Hörspiel als vielmehr eine inszenierte Lesung mit mehreren Rollen ist. Die multiperspektivische Erzählweise ist keineswegs neu, doch die Art des Vortrags, die detailgenaue Beschreibung der Örtlichkeiten, die bewusst überstilisiert wurde, ist auch auf dem Markt der Audioproduktionen ein Novum. Selten war ich mehr geneigt, eine Produktion als "Geschmackssache" einzustufen, doch gerade bei diesem ja fast steril wirkenden Produkt wäre alles andere dem Stück nicht gerecht. Meinen Geschmack traf es nur begrenzt, daher spreche ich eine ausreichende Wertung aus, mit dem klaren Hinweis darauf, dass diese Einstufung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit bei jedem anders ausfallen wird.

Note 4-
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Neue Maßstäbe 23. April 2001
Von Petersen
Format:Taschenbuch
Peter Weiss hat mit dieser Erzählung seinerzeit neue Maßstäbe gesetzt. Die perspektivische Erzählweise prägte einen neuen Stil in der Literatur, die zu Beginn der 1960er Jahre auf der Suche nach einem neuen Platz in der Gesellschaft war. Dem subjektivem Erleben wurde eine neue Sprache geschaffen.
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