Auch wenn Richard Gere und Bruce Willis beide große Stars sind und Gere hier der Gute, Willis er Böse, gehört der Film im Prinzip ganz Bruce Willis. Es ist immer wieder interessant, mit wieviel verschiedenen Outfits, Frisuren und Figuren er hier agiert, teilweise in zwei Einstellungen nacheinander. Im einen Moment schlank mit langen blonden Haaren, dann als moppeliger Lieferfahrer. Oder dann wieder mit schwarzen Haaren und Pferdeschwanz, direkt danach mit 3-Tage-Bart in einer Schwulenbar. Willis schlüpft durch den ganzen Film in gut zwanzig Verkleidungen, überzeugt in jeder und das macht den leider sonst recht zäh fließenden Film doch immer wieder irgendwie interessant.
Auch hat Willis die besten Szenen, wie etwa, wenn er eine Waffe testet und einen unliebsamen Mitwisser (Jack Black hier noch in einer Nebenrolle) beseitigt. Eine genial eiskalt emotionslos gespielte Szene von Willis, ebenso wie er seine Schwulenbar-Bekanntschaft später eliminiert.
Gegen den Facettenreichtum, den Willis hier bietet, kommt Gere, der defintiv den undankbarern Part der beiden hat, nicht an. Auch beim ersten Aufeinandertreffen der beiden im Film, wobei kein Wort fällt, trumpft Willis mimisch mehr auf.
So gut ich Gere auch in diversen anderen Rollen (z. B. "Zwielicht", "Pretty Woman") finde, hier ist er schlicht fehlbesetzt, wirkt nicht überzeugend als harter Ex-IRA-Terrorist. Zwischen ihm und Willis klaffen Welten, wodurch der Film in zwei parallel verlaufende Handlungsstränge zerfällt. Zwar ist das Ende dramatisch, aber allein Willis Klasse hebt den Film über den Durchschnitt. 3,5 Punkte würde ich hier vergeben, also aufgerundet 4.