Wow! Ich muß zugeben, dass ich beeindruckt bin. Was erwartet man von zwei Autoren, wenn sie a) verteufelt jung und b) aus Deutschland sind? Na, jedenfalls bestimmt, nicht, dass sie einen der besten Krimis hinlegen, die ich in diesem Jahr bisher gelesen habe. Allein die Grundidee ist ein Kracher: Ein Irrer entwendet die Originaldrucktypen von Johannes Gutenberg aus einem Museum, um damit Studenten lateinische Beschwörungsformeln in die Schädel zu meißeln! Wer ist er? Was bezweckt er damit? Und vor allem: Wird man ihn fassen?
"Der Schädeltypograph" ist - rein vom Handlungsschauplatz her betrachtet - sicherlich ein Regionalkrimi, aber darüber hinaus ist er noch viel mehr: das Buch ist witzig, spannend und voller unerwarteter Wendungen und falscher Fährten. Ich habe mich von den zahlreichen Clues, dem geschichtlichen Hintergrund und den liebevoll gezeichneten, absonderlichen Charakteren mehr als einmal an John Dickson Carr erinnert gefühlt. Dargeboten wird das Ganze allerdings bei weitem moderner - etwa so, als hätte Stephen King versucht, einen klassischen Krimi zu schreiben. Definitiv jedenfalls DIE Krimi-Überraschung aus unserem für die Spannungsliteratur eigentlich längst verloren geglaubten Land! (Und schick aufgemacht ist das Buch außerdem noch.)
Ergo: Krimifreunde zugeschlagen!