"Der Schädelschmied" ist der dritte Fantasy-Roman aus der Feder von Jens Lossau und Jens Schumacher, der sich mit den Agenten Jorge und Meister Hippolit vom IAIT beschäftigt. Auf 350 Seiten, verpackt in einem schön gemachten Taschenbuch (endlich einmal kein überteuertes Paperback!) geht es diesmal ins Reich der Zwerge.
Jorge und Hippolit erhalten den Befehl, den mysteriösen Tod des recht unbeliebten Schürfministers Borkudd zu untersuchen. Dieser wurde in einem hermetisch abgeriegelten Raum, den Schädel gespickt mit 36 Stahlnägeln, ziemlich tot aufgefunden. Damit alles nicht so einfach wird, gibt es neben einer hohen Belohnung auch noch Konkurrenz durch andere Ermittler.
Nach "Der Elbenschlächter" und "Der Orksammler" ermitteln der Troll Jorge und Meister Hippolit vom IAIT (Institut für angewandte investigative Thaumaturgie) in ihrem dritten Fall. Die Story ist flott und spannend erzählt. Immer begleitet von einem Augenzwinkern und natürlich mehr oder weniger guten Trollsprichwörtern. Die Mischung aus Fantasy und Krimi bzw. Thriller, begleitet von viel schwarzem Humor und Sarkasmus, ist außerordentlich gut gelungen. Dabei brechen die Autoren erneut mit zahlreichen Fantasyklischees und halten sich kaum an die oft viel zu üblichen tolkienesken Völkerbeschreibungen. So sind die Zwerge hier doch eher echte Spaßbremsen mit einem leichten Hang zur Rechtslastigkeit. Dieses alles ist so erfrischend beschrieben, daß der Roman zusammen mit dem ausgeprägten Sprachwitz zu einem besonderen Leseerlebnis wird.
Man kann den "Schädelschmied" gut ohne Vorkenntnisse lesen. Es lohnt sich aber in jedem Fall die Lektüre seiner beiden Vorgänger!
Fazit: Lossau und Schumacher sind eine echte Bereicherung der Fantasy-Szene. Intelligent, spannend, witzig und herlich unangepaßt. Geradezu quintessenziell! Klare Kaufempfehlung!