Leider erfüllt dieses Buch die Anforderungen an einen gelungenen Schmöker trotz der oben genannten Rezensionen nicht.
Der Stil erinnert an ein Kochbuch.
Die Erzählung plätschert ohne jeglichen Spannungsbogen einfach nur so vor sich hin, selbst die Belagerungen und Schlachten lesen sich wie Zeitungsberichte.
Zudem ist es schon sehr erstaunlich, dass man bei über 700 Seiten keine anständigen Charakterstudien bekommt.
Johanna ist z. B. unabhängig und freiheitsliebend, aber warum sie das ist, erfährt der Leser nicht.
Genausowenig wie den Grund für Henris zahlreiche Affären, die er trotz seiner Liebe zu Johanna ständig hat.
Das ist ermüdend, denn dadurch entwickelt man keinen Bezug zu den Figuren, sie bleiben nur Buchstaben auf dem Papier.
Zudem erhält man keinen tieferen Einblick in die indische Kultur, es fliegen einem nur indische Titel und Ämter um die Ohren, die man dann im Glossar nachschlagen muss, was mit der Zeit ganz schön nervt.
Erst kurz vor Ende des Romans kommt so etwas wie Spannung auf, aber ich glaube kaum, dass die meisten bis dorthin durchhalten werden.
Schade, dem Klappentext nach zu urteilen, hätte ich nicht geglaubt, dass dieses Buch so eine Enttäuschung werden würde.
Aber für mich bedeutet Lesevergnügen eine spannende Handlung, Personen, mit denen man sich identifizieren kann und das Vermitteln von Hintergrundwissen - allesamt Dinge, die hier nicht vorkommen.