Zu diesem Band muss als erstes gesagt werden, dass er sich in zwei Teile unterteilt. Nämlich den einen, in dem es sich nur um die Abenteuer rund um Dorian Falkenmond dreht, und dem anderen, der einen Schlüsselroman zu allen Büchern um den Ewigen Helden darstellt. Meine persönliche Empfehlung ist, den Band 'Der Weg nach Tanelorn' sich als letzten der Ewigen-Held-Saga aufzuheben, da er sonst nicht komplett verstanden werden kann.
Der erste Teil - Der Herzog von Köln - spielt in einem Europa der Zukunft, dass dennoch irgendwie auch mittelalterlich wirkt. Das erklärt sich dadurch, dass Moorcock mal wieder mit Parallelwelten spielt, es sich also um ein Europa einer anderen Dimension im Multiversum handelt. Kompliziert ist die Storyline hier aber nicht. Auch erfährt man hier im Grunde noch nichts über den Ewigen Helden, denn Falkenmond weiß hier noch gar nicht um seine Bestimmung. Man kann 'Der Herzög von Köln' also durchaus als einzelnes Buch lesen.
Ich persönlich empfinde die Geschichte hier zwar als etwas weniger anspruchsvoll als in den anderen Moorcock-Büchern, aber dennoch ist es eines seiner Bücher, die ich am meisten liebe. Denn er hat hier derartig Phantasie und abgefahrene Ideen reingesteckt, dass es seinesgleichen sucht. Allein die Kultur der Granbretannier mit ihren Tiermasken, der grotesken Lebensweise ist die Sache schon Wert. Außerdem hat Moorcock hier gleich so viele liebenswerte und schräge Charaktere geschaffen, wie in sonst keinem seiner Bücher (mein Favorit: Hulliam D'Averc - einfach köstlich, dieser Kerl). Man kann sagen, ein reiner Fantasy/Abenteuerroman im typisch abefahrenen Moorcock-Stil.
Der Schlüsselroman allerdings - Der Weg nach Tanelorn - knüpft wieder in gewohnter Manier an das Ewige-Held-Konzept an und stellt gleichzeitig den furiosen Abschluss der Saga dar (oder den Neubeginn ;-)?). Hier tritt sogar erstmals eine weibliche Variante des Ewigen Helden auf den Plan. Später taucht dann doch wieder der gute Falkenmond auf - und zum Glück auch einige, mit denen man nicht wieder gerechnet hat. (Was habe ich aufgeatmet, als ... :-)). Kurzum, ein toller Abschluss der Saga, den man sich wirklich als Schluss aufheben sollte.