Dieser Roman ist auf alle Fälle eine Empfehlung für jeden, der sich einen richtigen Indianerroman wünscht. Die Handlung basiert auf tatsächlichen Begebenheiten, ist aber von der Autorin selbst gestaltet worden. Am Ende des Buches finden sich Hinweise auf die tatsächlichen historischen Ereignisse, die Sarah Rubal als Vorlage für diesen spannenden Roman gedient haben.
Historisch verbürgt ist die Tatsache, dass während des sogenannten French-Indian War (der in Europa als Siebenjähriger Krieg seinen Einzug in die Geschichtsbücher gefunden hat) viele weiße Siedler von den Indianern entführt worden sind. Ein großer Teil dieser Weißen wurde adoptiert, in die indianischen Familien aufgenommen.
Sarah Rubal präsentiert eine sehr spannende und realistisch wirkende Geschichte. Alles, was die beiden Hauptheldinnen des Romans erleben, basiert zwar auf wirklichen Begebenheiten, aber die Einzelheiten sind nicht überliefert und wurden von der Autorin nach ihrem Ermessen geschrieben. Dabei wird deutlich, dass diese sich sehr intensiv mit den Protagonisten der Geschichte - den Delaware (Lenape)- befasst hat. Der Leser erfährt viele Einzelheiten aus dem Leben dieses Stammes. Auch wird sehr nachvollziehbar, wie sich die beiden entführten Mädchen langsam einander entfremden. Will doch die Eine unbedingt wieder zurück, während die andere sich in einen Indianer verliebt.
Die historischen Ereignisse mit den Kämpfen im Grenzgebiet von Pennsylvania werden sehr detailliert beschrieben, wobei die Romanhandlung aber immer im Vordergrund steht und man nie das Gefühl hat, ein Lehrbuch vor sich zu haben.
Das Buch ist ein gelungenes Debüt und lässt auf interessante Nachfolger hoffen.