Rom - Italien, 1880. Lord Dane Satyr hat nach einem Kartenspiel das Gut, das einst in den Händen seiner Familie war, zurückgewonnen. Sehr zum Verdruss des Verlierers, dem wohlhabenden Senior Patrizzi. Die Familie Patrizzi hütet ein Geheimnis, was in engem Zusammenhang mit dem Olivenhain steht, der auf dem Grund des Gutes wächst. Zudem wissen sie ob der Lebewesen aus der Anderwelt und spielen ein perverses, perfides Spiel mit ihnen!
Dane und sein Bruder Lucien wurden als Kinder verschleppt. Ihnen wird Grausames angetan! In einer Art Selbstschutz - um sich selbst auszublenden - haben sich zwei weitere "Personen" in Dane manifestiert: Dante und Daniel. Dante tritt immer dann in Erscheinung wenn Dane in sexuelle Erregung fällt. Er übernimmt dann die Führung. Daniel hingegen ist ein eher stiller Charakter, der im Verborgenen bleibt doch letztendlich fast schon das "Züngelchen" an der Waage ist. Dane ist im Gegensatz zu seinem Bruder Lucien nach einem Jahr die Flucht gelungen - er kann sich jedoch nicht mehr erinnern und gibt sich nun selbst die Schuld, dass er Lucien zurückgelassen hat, der doch sieben Jahre jünger war als er. Lucien ist inzwischen seit 12 Jahren verschwunden! Doch Dane glaubt nach wie vor, dass er lebt.
Eva Delacorte hütet ein strenges Geheimnis: Sie ist eine Laune der Natur, die einzige Frau, bei der das Gen des Satyrs dominiert - was normalerweise immer nur den männlichen Nachkommen vorbehalten ist. Aus Furcht vor Repressalien hat bereits Evas Mutter - die inzwischen verstorben ist - das Geheimnis ob der "Andersartigkeit" ihrer Tochter gehütet.
Nachdem ihre Mutter in der Anderwelt verstorben ist, ist Eva nach Rom gezogen, wo sie als "Ehevermittlerin" tätig ist. Da auf Grund einer Erkrankung Frauen der Anderwelt keine Kinder austragen können, kommen z.B. männliche Satyre nach Rom, um sich menschliche Frauen zu suchen. Aus diesem Grund bekommt Eva auch bald Besuch von Dane Satyr. Er und seine Brüder werden vom Anderwelt-Rat angehalten, sich eine Frau zu suchen (diese Konstellation kennen wir bereits von den Brüdern Nicolas, Raine und Lyon).
Immer wenn der Vollmond seinen Kreis zieht - erwacht auch in Eva - ein unstillbares sexuelles Verlangen. Um dies abzuschwächen, braut ihr Odette - die bereits ihrer Mutter gedient hat - Tränke aus Olivenkernen. Doch diese Olivenkerne muss Eva auf dem Gut von Lord Dane Satyr holen. Hier treffen auch Eva und Dane - oder sollte ich Dante sagen ^^ - das erste Mal aufeinander!
Ich gestehe, in der ersten Hälfte des Buches wollte es mir nicht so recht gelingen, in die Geschichte rund um Dane und Eva abzutauchen. Es wird mit zu viel Informationen und zu wenig Erklärungen aufgewartet. Beim Lesen hatte ich fortwährend das Gefühl: Es wäre nun mal an der Zeit, dass die Autorin nicht nur Fragmente einwirft, sondern diese auch zu Ende erzählt. Doch wie gesagt - wenn man dran bleibt, wird man meines Erachtens entschädigt!
Die Protagonisten, die Elizabeth Amber ins Rennen bringt, sind interessant geschildert! Selbst der widerliche, junge Senior Patrizzi, der es übrigens auf Eva abgesehen hat, ist ein wahrlich ekelhafter - aber gut ausgeleuchteter - Bösewicht. Seine Mutter ist an Bösartigkeit kaum zu überbieten! Ein weibliches Ungeheuer in Reinkultur - wenn ich so sagen darf! Die Wendungen, die die Autorin letztendlich eingebaut hat, waren überraschend und die Erzählung nimmt immer mehr an Fahrt zu!
Die Brüder Danes: Sevin, Bastian und selbst der erst knapp 18jährige Lucien, machen einen interessanten Eindruck! Da mir - wie gesagt, die erste Hälfte des Romans nicht so zugesagt hat, bekommt "Der Ruf des Satyrs" von mir summa summarum 3,75 Punkte.
Kurz gefasst: Erotische Fantasy-Geschichte mit Informationsüberflutung, die sich jedoch letztendlich in wonniges Wohlgefallen auflösen!
Für Serieneinsteiger eine kleine Hilfestellung:
1) Der Kuss des Satyrs (Nicolas Satyr und Jane)
2) Die Nacht des Satyrs (Rain Satyr und Jordan)
3) Die Braut des Satyrs (Lyon und Juliette)
4) Der Traum des Satyrs (Dominic und Emma; Vincent und Cara)
5) Der Ruf des Satyrs (Dane und Eva)