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Trotz der Widerstände in ihrer Stockholmer Redaktion beginnt Annika sofort mit ihren Recherchen, da sie der Unfallversion von Eklands Tod keinen Glauben schenkt. Und tatsächlich: Kurze Zeit später wird ein kleiner Junge, zufällig Zeuge des Unfalls, ermordet aufgefunden. Zwischenzeitlich muss Annika zu ihrer Familie ins novemberkalte Stockholm zurückkehren, wo ihr auch noch private Probleme zu schaffen machen: Ihr Mann geht offenbar fremd, und ihre beste Freundin Anne Snapphane steht vor einer beruflichen und privaten Katastrophe ...
Liza Marklund legt mit Der rote Wolf ihren fünften Thriller um die Sensationsjournalistin Annika Bengtzon vor. Sie bleibt dabei ihrer Linie treu: Wieder spielen darin Korruption und politische Intrigen eine Rolle. Auch in der Beschreibung des Privatlebens ihrer Protagonisten führt sie ihre bisherigen Romane weiter -- die Nebenhandlungen beschäftigen sich mit deren Karrierestreben, Eifersüchteleien und persönlichen Machtkämpfen.
In Erzähltempo und Spannungsaufbau knüpft Marklund zwar im besten Sinne an ihr erfolgreiches Debüt Olympisches Feuer an, doch ihre Versuche, die dauergestresste Serienheldin publikumswirksam noch an krankhaften Depressionen und "inneren Stimmen" leiden zu lassen, wirken unglaubwürdig und blutleer. Dazu kommt, dass die Heldin im Sinne der sehr schematischen Dramaturgie Marklunds zuletzt immer in einer scheinbar auswegslosen Situation dem Täter ausgeliefert ist. Irgendwann wirkt das unglaubwürdig. --Christian Koch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Liza Marklund gelingt es in ihren Büchern ja durchweg, die Spannung eines Krimis und die Kritik an verschiedenen Phänomenen in der schwedischen Politik und Gesellschaft miteinander zu verbinden. Dabei kann man als Leser/in feststellen, dass Schweden und Deutschland in ihren Entwicklungen wohl gar nicht so weit auseinander liegen.
Da Marklunds „Heldin" Annika Bengtzon als Journalistin arbeitet, bekommen ihre Romane eine etwas andere Farbe als die vieler sonstiger Krimis aus Nordeuropa, in denen Polizisten und Kriminalisten am Werke sind. Und der „Blick hinter die Kulissen", den Marklund ihren Lesern/innen ermöglicht, betrifft die Mechanismen der Machtausübung in den Massenmedien und ihre Verknüpfung mit politischen Machenschaften. Welche Intrigen werden gesponnen, und wer kann wen mit welchen Informationen unter Druck setzen?
Annika Bengtzon macht eine schwere Zeit durch. Sie hat psychische Probleme, die von ihren letzten traumatischen Erlebnissen herrühren (sie war mit einer Mörderin in einem Tunnel eingeschlossen - war das „Olympisches Feuer"? Ich kann mich nicht entsinnen!). Im Privatleben kriselt es, weil ihr Mann Thomas nicht damit klar kommt. dass sie nach der Babypause wieder mit vollem Einsatz als Journalistin arbeiten möchte, wenn auch freiberuflich. Der Verlag, für den Annika arbeitet, verschreibt sich zunehmend dem voyeuristischen Journalismus - das ärgert sie. Ihr Chef ist mit ihrer Arbeit nicht mehr zufrieden, weil sie dem neuen Stil des Verlages nicht mehr entspricht - sie ist ihm zu ernsthaft und aufrichtig. Außerdem hat sie sich gerade eines Themas angenommen, für das es der Einschätzung ihres Chefs nach keine Leserschaft gibt: Sie versucht den tatsächlichen Hintergründen eines terroristischen Anschlags auf ein Militärflugzeug in Nordschweden aus dem Jahr 1969 auf die Spur zu kommen.
Und auch der Leser fragt sich zunächst, was daran wohl so spannend ist. Schnell wird aber klar, dass das, was 1969 passierte, spürbar in das Heute hinein wirkt. Weil ja die Personen, die sich damals als kommunistisch motivierte terroristische Zelle zusammengefunden haben, heute noch leben; hinter bürgerlichen Fassaden, teilweise in Machtpositionen - und da das Verbrechen damals nicht aufgeklärt wurde, ist jeder von ihnen erpressbar oder er steht unter dem Druck, enttarnt zu werden. Und als der Kopf der Zelle nach nunmehr 35 Jahren im Ausland todkrank nach Schweden zurückkehrt, um Abschied von seinen damaligen Freunden zu nehmen und Kontakt zu ihnen aufnimmt, gerät einiges in Aufruhr.
Spannend und mit Anspruch geschrieben - auch wenn sich die Muster in Liza Marklunds Büchern immer etwas ähneln.
Wermutstropfen beim Lesen ist, dass Annika Bengtzon manchmal ein wenig zu heldenhaft agieren muss, und sie auch mit Fähigkeiten versehen worden ist, aus ihren Mitmenschen gerade solche Informationen hervorzulocken, die sie bislang niemandem gegenüber preisgegeben haben. Das wirkt leider konstruiert.
Ich habe erst das schwedische Original gelesen und dann die Übersetzung. Stilistische Fehler gehen vor allem zu Lasten des Übersetzers und des deutschen Lektorats.
Ich möchte alle warnen, sich die Hörbücher zu kaufen. Sie sind gekürzt und die deutschen lektoren haben nur das Skelett übriggelassen. Vor allem haben sie zielsicher alles gekürzt, was die Story wirklich ausmacht. In Schweden bekommt man ein Kilo CDs. Völlig zundenkbar, daß dort gekürzt würde.
Noch etwas: Anhand der Wegbeschreibungen, wenn Annika mit dem Bus durch Stockholm fährt, kann man in Stockholm sicher und genau mit dem Bus ans Ziel kommen.
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