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Der Tod in Rom. Roman. [Broschiert]

Wolfgang Koeppen
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

31. März 1975 suhrkamp taschenbuch (Buch 241)
Der Tod in Rom, aus der Distanz eines ironischen Geistes und zugleich mit der ganzen Kraft des Moralisten geschrieben, ist die Geschichte einer Handvoll Menschen, die nach dein Krieg in Rom zusammentreffen: Opfer, Täter, Vorbereiter und Nachgeborene des Schreckens. Wolfgang Koeppen beschreibt in diesem Zeitroman die verborgenen Krankheiten der deutschen Seele: ein Werk voll beklemmender, faszinierender und befreiender Lebenseinsichten.

Wird oft zusammen gekauft

Der Tod in Rom. Roman. + Das Treibhaus (suhrkamp taschenbuch) + Tauben im Gras. Roman
Preis für alle drei: EUR 23,50

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Produktinformation

  • Broschiert: 187 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 19 (31. März 1975)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518367412
  • ISBN-13: 978-3518367414
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 10,9 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 58.390 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren und starb am 15. März 1996 in München. Nach einem elfjährigen Aufenthalt in Ortelsburg (Ostpreußen) kehrte er 1919 nach Greifswald zurück. Aus finanziellen Gründen musste er vom Gymnasium auf die Mittelschule wechseln, von der er ohne Abschluss abging. Danach versuchte er sich in ganz unterschiedlichen Berufen: in einer Buchhandlung, im Stadttheater in Greifswald. Als Hilfskoch kam er nach Schweden und Finnland, in Würzburg arbeitete er als Dramaturg. 1927 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1931 zwei Jahre als fest angestellter Redakteur beim Berliner Börsen-Courier arbeitete. Er schrieb Reportagen, Feuilletons, auch erste literarische Arbeiten entstanden. 1934 erschien sein erster Roman, Eine unglückliche Liebe. Im selben Jahr siedelte er in die Niederlande über. Hier begann er mit der Niederschrift des nicht vollendeten Romans Die Jawang-Gesellschaft. 1935 erschien der Roman Die Mauer schwankt, der jedoch kaum beachtet wurde. Er kehrte 1938 nach Deutschland zurück und arbeitete ab 1941 für die Bavaria-Filmgesellschaft in Feldafing am Starnberger See, 1945 siedelte er nach München über. 1948 erschien anonym das Buch Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch, zu dessen Neupublikation unter seinem Namen er erst 1992 zustimmte. 1951, 1953 und 1954 erschienen die drei Romane, die als die atmosphärisch genaueste Vergegenwärtigung des Klimas der Adenauer-Republik gelten: Tauben im Gras, Das Treibhaus und Der Tod in Rom. Koeppen verschaffte mit Nach Rußland und anderswohin, Amerikafahrt und Reisen nach Frankreich der Reiseliteratur in Deutschland hohes Ansehen.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Verdammten 4. Juni 2005
Von F. Martin
Format:Broschiert
Das Personal: wie aus einem Visconti-Film (siehe hierzu „Die Verdammten", 1968). Und tatsächlich: „Der Tod in Rom" von Wolfgang Koeppen hätte sich ideal eingefügt in die so genannte „Deutsche Trilogie" des italienischen Filmemachers. Denn das Thema: deutsche Geschichte. Und in konkreter Betrachtung die - übrigens bis dato - nicht verarbeiteten Jahre des III. Reiches. Auch Wolfgang Koeppen hat sich eindringlich mit dieser zwar nicht wie von ‚Führer" und Konsorten proklamierten tausendjährigen, aber doch elendig langen Zeitspanne beschäftigt und sich thematisch auch intensiv mit der Nachkriegsgeneration auseinander gesetzt. So ist der 1954 publizierte Roman „Der Tod in Rom" - neben den Büchern „Tauben im Gras" (1951) und „Das Treibhaus" (1953) - gewichtiger Bestandteil und würdiger Abschluss seiner epochalen „Trilogie des Scheiterns". Für alle drei Werke erfuhr Wolfgang Koeppen von Kritik und breiter Öffentlichkeit vornehmlich nur Schimpf und Tadel. So wurden dem Autor Pornografie, kommunistische Schelte und Bösartigkeit vorgeworfen. Denkt man in diesem Zusammenhang an das um raschen Aufstieg und geschwindes Vergessen rührige Nachkriegsdeutschland der biederen 50er Jahre mag das kaum verwundern. Gegenwärtig aber ist die Bedeutung von Wolfgang Koeppen für die deutsche Literaturgeschichte unstrittig. Heute ist Leben (1906 - 1996) und Werk des Autors schon fast Legende.

Worum geht es nun in „Der Tod in Rom"? Familientreffen in der Ewigen Stadt am Tiber. Der ehemalige Wehrmachtsgeneral Judejahn - „in Abwesenheit zum Tode verurteilt" und jetzt als Waffenlobbyist tätig - will zurück nach Deutschland. Oder wie er es formuliert: heim ins Reich. Sein ungeliebter Schwager Pfarrath soll ihm schleunigst den Weg ebnen. Auf ihre Söhne können sie dabei nicht zählen. Der eine, Adolf, sucht Trost und Heil in der Religion. Der andere, Siegfried, ist Tonsetzer und homosexuell. Beide sind in den Augen ihrer Nazi-Väter „undeutsche" Schandflecken für die ganze Sippe. Denn sie wollen sich nicht einfügen in die Bemühungen um eine Wiedergeburt des großdeutschen Reiches. Adolf und Siegfried leiden unter ihrer Vergangenheit im III. Reich. Und fürchten sich vor ihren Eltern. In Rom, der Stadt Cäsars und Mussolinis, aber gibt es kein Entkommen. Und Judejahn lässt bis zu seinem jämmerlichen Tod - „... der durch die Umstände zu einer Weltnachricht wurde, die aber niemand erschütterte" - seiner unbeirrbaren Vorstellung von der „Endlösung der Judenfrage" grausame Taten folgen. Dann macht er sich auf den Weg zu den Göttern nach Walhall, wie es seine an Führertod und verlorenen Kriege leidende Frau schon frühzeitig voraussagt. Für die Nachgeborenen des Schreckens ändert sich nichts. Aber sie wollen verzeihen. Und beten um Vergebung für die Sünden ihrer Väter.

„Der Tod in Rom" zeigt bittere Wahrheiten. Und kann, wie es auf dem Klappentext notiert ist, sicher „zu den wichtigsten Denkmälern der deutschen Nachkriegsliteratur gerechnet werden". Und er analysiert auch tatsächlich die „verborgenen Krankheiten des deutschen Menschen". Dabei schreibt Wolfgang Koeppen verständlich, gut lesbar und erweist sich als Meister kreativer Wortspielereien. „Der Tod in Rom" ist ein ungemein wichtiges Buch. Ich behaupte: ein Meisterwerk.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A macabre dance 20. Oktober 2008
Format:Broschiert
Death in Rome is a profound and thought-provoking novel written in the mid-fifties. While set against the backdrop of Rome, the main theme is a portrayal of the early after-war German society. It is a remarkable book for several reasons. When first published, it was either criticized or, more commonly, ignored only to be praised a few years later by some of Germany's great authors such as Grass and Boll. Death in Rome was the third book of a trilogy, written by Koeppen in quick succession at the time - all addressing aspects of the "new" Germany. It was followed by 40 years of literary silence, except for travel writings and a short autobiography of his youth. Nevertheless, he is now regarded as one of the best German literary authors and his work has experienced a revival since his death in 1996.

The members of one family meet, more or less by chance, in Rome. The protagonists each personify one aspect of German society: the military, the bureaucracy, religion and art. Koeppen weaves the complex story around an unrepentant former SS man, a then and now middle-level bureaucrat, a young priest and a young composer. The latter two being the sons of the older generation. Symbolism and mythology meet the reader everywhere. The links between Germany and Rome are multifaceted, reaching well back in time. The main characters' names were selected for their meanings: Judejahn for the SS man and Adolf for his priestly son. Siegfried, his young, gay composer cousin, explores experimental music that was forbidden during the Nazi period. He also befriends a conductor and his Jewish wife who had escaped the camps.

There are different levels of connections between the different characters as they move in and out of focus of the story line. One is reminded of a ballet or a complicated but well-structured dance where each participant performs his or her part without seeing the overall picture that unfolds for the reader. Rome in its decaying beauty is treated almost like one of the characters in this composition. Koeppen underlines the intricate choreography by leading from one element in the story to another, often interrupting in the middle of a sentence only to complete it in a different scenario. The language also moves from factual detailed descriptions of events to intimate reflections and analysis of characters. For example, Judejahn is not all that he appears and his contradictions are explored through flash-backs to his youth. His wife Eva would rather see him as a dead hero of the past than as a survivor who is at odds with the present. In many ways, Siegfried represents the centre of the narrative and his voice alternates with that of the author. Still, he is not without his own demons. Both he and Adolf attempt to distance themselves, physically and mentally, from their parents and what they represent. However, given their upbringing, can they really escape?

Death in Rome must have been an uncomfortable book for Koeppen's contemporaries who felt it easier to put the book aside than to confront the issues it exposed. Reading the novel today with the advantage of historical perspective, it has to be seen as one of the first successful efforts to critique German society as it emerged from the Nazi period. This novel is an engaging, if disturbing, read. I regret that I didn't know about this and the other books in the trilogy in my younger years. Still, Death in Rome is as powerful a book now as it was when it was first published and should be recommended to readers of all ages interested in recent European history. [Friederike Knabe]
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunstvoll montierte Dichtung 30. Juli 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Ein in Abwesenheit zum Tod verurteilter ehemaliger SS-General, der die Armee eines arabischen Staates reorganisiert und für Waffengeschäfte unter falschem Namen nach Rom reist, trifft dort nach 30 Jahren erstmals wieder seine Frau, seinen Sohn und die Familie seines Schwagers.

Es hat mehr mit Choreographie als mit Realismus und Wahrscheinlichkeit zu tun, wie der Autor zwei deutsche Familien, ein Dirigentenehepaar und eine italienische Kassiererin zusammenführt. Ohne den Leser zu verwirren, springt die Darstellung mitunter zwischen vier, fünf parallel geführten Handlungssträngen hin und her. "Der Tod in Rom" ist eine streng geformte, kunstvoll montierte und aufwühlende Dichtung über Ewiggestrige und zwei Söhne, die sich von ihren Vätern distanzieren und dabei zu Außenseitern geworden sind.

Dieter Wunderlich, Autor

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