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Der Ritter ist gestorben
 
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Der Ritter ist gestorben [Gebundene Ausgabe]

Cees Nooteboom , Helga van Beuningen
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 151 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (2. September 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518408151
  • ISBN-13: 978-3518408155
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Cees Nooteboom
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein Schriftsteller reist auf eine "weiße Insel" in spanischen Gewässern, wo er ein Buch zu Ende bringen will, an dem sein verstorbener Freund André Steenkamp bis unmittelbar vor seinem Tode gearbeitet hat. Doch rasch gerät er, der sich schon bald nach seiner Ankunft unter den Freunden des Freundes bewegt, als sei er schon lange hier, in den Bann der Welt des Verstorbenen. Er versucht, alles, was Steenkamp begegnet ist, nachzuzeichnen, ja nachzuleben - und wird dadurch selbst, von Stunde zu Stunde mehr, Teil dessen, dem er auf der Spur ist. Wird selbst zu jenem Künstler, der erfahren muß, daß die Wahrheit einer Existenz unmöglich zu ergründen, nicht einmal nachzuleiden ist. Cees Nootebooms Buch macht den Zwiespalt zwischen Liebesunfähigkeit und Liebessehnsucht, zwischen Todesangst und Lebenshunger, zwischen Hoffen und Verzweifeln, Wollen und Können zum Thema.

Über den Autor

Cees Nooteboom wurde 1933 in Den Haag geboren. 1955 erschien sein erster Roman (Philip en de anderen), der drei Jahre später auch in Deutschland unter dem Titel Das Paradies ist nebenan veröffentlicht wurde (und 2003 in der Neuübersetzung von Helga van Beuningen unter dem Titel Philip und die anderen erneut eine große Lesergemeinde fand). Nooteboom berichtete 1956 als junger Autor über den Ungarn-Aufstand, 1963 über den SED-Parteitag, und fünf Jahre später über die Studentenunruhen in Paris (gesammelt in dem Band Paris, Mai 1968). Seine inzwischen in mehreren Bänden gesammelten Reiseberichte, die weniger Reportagen als vielmehr von genauer Beobachtung getragene, reflektierende Betrachtungen sind, festigten Nootebooms Ruf als Reiseschriftsteller. 1980 fand Nooteboom zurück zur fiktionalen Prosa und erzielte mit dem inzwischen auch verfilmten Roman Rituale (Rituelen) große Erfolge. Sein umfangreiches Werk, das in viele Sprachen übersetzt ist, umfaßt Erzählungen, Berichte, Gedichte und vor allem große Romane wie Allerseelen (Allerzielen). Die neun Bände seiner Gesammelten Werke enthalten neben den bereits publizierten Büchern zahlreiche erstmals auf deutsch vorliegende Texte.
Cees Nooteboom lebt in Amsterdam und auf Menorca.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Missglücktes Frühwerk 22. Juli 2011
Format:Taschenbuch
Cees Nootebooms erzählerisches Werk weist eine merkwürdige zeitliche Lücke auf: es gibt ein leicht neoromantisch gefärbtes Frühwerk, begonnen mit dem bezaubernden "Philip und die anderen" von 1955, fortgesetzt mit "Der Ritter ist gestorben" von 1963. Dann folgt eine lange Zeit, aus der bemerkenswerte Reiseberichte stammen, einige Lyrik und journalistische Arbeiten. Und dann erst, 1980, schließt sich mit den fulminanten "Ritualen" das Spätwerk an. "Der Ritter" war als zorniger Abschied von einem Poetenleben gedacht. Diese Haltung bestimmt den Duktus der Erzählung, und um es vorwegzunehmen: darunter leidet das Buch unsägliche Qualen.

Eine Vorbemerkung: auch "Der Ritter ist gestorben" gehört zu den Büchern, denen man nach ein, zwei Seiten anmerkt, dass ein bemerkenswerter Autor darangesessen hat, wenn auch manches nachfolgende missglückt ist.

In der kurz angerissenen Rahmenhandlung beginnt ein Schriftsteller, ein von einem verstorbenen Freund begonnenes Buch fertigzuschreiben. Der Verstorbene muss zu Lebzeiten wohl so etwas wie gehobene Trivialliteratur produziert haben, jedenfalls macht sich der Erzähler eher widerwillig und mit Grausen vor den bevorstehenden Stereotypen ans Werk. Was folgt ist eine Ineinanderschachtelung der Erzählebenen, denn der Verstorbene hatte seinerseits begonnen, ein Buch zu schreiben, in dem es darum geht, ein von einem anderen angefangenes Werk zu vollenden. Der Erzähler setzt den soeben verstorbenen Freund als Helden ein, um sich dessen Persönlichkeit zu nähern, und so steckt eine Matrjoschka in der anderen.

Der Text fällt sprachlich völlig aus dem Rahmen, wenn man die souveräne Prosa der späten Romane und Erzählungen, aber auch den Erstling "Philip und die anderen" daneben hält. Auffallend ist eine geradezu hysterische Bildersprache, die hart am Kitsch entlang balanciert. Und, ja, an einer Stelle bellt sogar irgendwo ein Hund. Es mag durchaus sein, dass Nooteboom hier entsprechend dem vorangestellten Programm versuchte, seinen Helden in die Maske des verstorbenen Freundes und Trivialautors schlüpfen zu lassen; nur: damit tappt er in eine selbstgestellte Falle und produziert automatisch Trivialliteratur. Die ironische Brechung, die distanzierte Zurücknahme geht nach ein oder zwei anfänglichen Andeutungen jedenfalls verloren, der Erzähler der Rahmenhandlung verschmilzt mit der Atmosphäre von Aufgeregtheit und Klischee. Richtig schlimm ist eine Symbolisierung eines Liebesaktes durch eine Stierkampfphantasie im letzten Drittel des Textes.

Nooteboom mochte dieses Buch später selbst nicht, und für sein heiteres und entspanntes Urteil darüber verdient er Sympathie. Immerhin entfaltet der Text, wenn man ihm nicht mit überhöhten Erwartungen gegenübertritt, durchaus seinen Reiz, insbesondere einige Charaktere sind meisterlich getroffen.

Wer an Nooteboom kein gesteigertes Interesse hat, kann sich diese Erzählung ruhig ersparen. Wer Höhen und Tiefen eines bestimmten Autors studieren will, mag hier zugreifen, aufschlussreich ist das allemal. Insoweit ergibt auch die Neuveröffentlichung einen Sinn.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte wird in obiger Zusammenfassung ausreichend erläutert. Im weiteren will ich mich kurz fassen: ich mochte kaum glauben, daß hier Cees Nooteboom der Autor war. Sein sonst filigraner, inhaltsreicher und lehrreicher Stil, fehlt völlig, vielmehr ist er hier, zäh, morbid und haftend in der Darstellung seiner Gedanken. Es erinnert hier vieles an die Bücher Salingers oder Hemmingways, aber da auch diese Autoren gelesen werden, mag es auch Leser für den toten Ritter von Nooteboom geben. Für mich war das Buch eher eine herbe Enttäuschung.
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