Ritter Agilulf ist die strahlendste Figur im Heer Karls des Großen, immer pünkltich, immer ordentlich, die Rüstung immer spiegelnd blank poliert... er hat nur ein Problem: Nämlich, daß es ihn nicht gibt. In der schimmernden Rüstung steckt nichts als Luft, Ehre, Diensteifer und Pflichtgefühl. Der ideale Soldat? Vielleicht. Schwierig wird es nur des Nachts, wenn Dunkelheit die Welt einhüllt und Kontouren im Schatten zerfließen... dann hat Agilulf mit ernsthaften Existenzzweifeln zu kämpfen, und die können für ihn fatal sein, denn wer nur aus Einbildung besteht, für den ist es fatal, sich über die Welt und die eigene Rolle darin nicht sicher zu sein. Also erlaubt er sich keine Minute Müßigkeit, sondern findet immer Beschäftigung, und sei es, daß der die Tannenzapfen im Wald zählt. Nebenbei trifft der gute Ritter auf allerlei seltsame Gestalten, die seine Disziplin und Selbstbeherrschung auf harte Proben stellen. Eine herrliche Parodie , kurzweilig und unterhaltsam. Calvino schafft es nicht nur, menschliche Marotten auf komische Art vorzuführen, sondern malt ganz nebenbei eine farbenprächtige Kulisse, die seine Charaktäre umrahmt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)