Eines vorneweg, bevor es hier wieder Irritationen gibt: Das Buch ist ein beinharter Horrorthriller, der definitiv nicht für Kinder geeignet ist. Auch sollte man sich von dem Heyne-Marketing-Aufkleber "Top Thriller" nicht täuschen lassen. Erwarten Sie bitte keinen Thriller herkömmlicher Art. Hier geht es um Blut, Gewalt, Sex und Horror.
Zum Buch: Mit "Der Regen" ("One Rainy Night" 1991) gibt der Heyne-Verlag dankenswerterweise erneut einen älteren Roman, des 2001 verstorbenen Kult-Schriftstellers Richard Laymon, heraus. Zeitlich ist das Werk also vor aktuellen Ausgaben wie z.B. "Die Jagd", "Die Insel", "Nacht", "Rache" oder "Die Show" einzuordnen.
Bei "Der Regen" handelt es sich um Richard Laymons ureigene Interpretation des klassischen Zombie-Themas. Nach der brutalen Ermordung eines farbigen Studenten, beginnt ein unheimlicher schwarzer Regen auf das Städtchen Bixby zu fallen. Wer davon getroffen wird, verfällt in Wut und Raserei und richtet unter seinen Mitmenschen ein Gemetzel an.
Die Geschehnisse dieser verregneten Nacht werden anhand verschiedener Charaktere in mehreren, letztlich konvergierenden Handlungssträngen erzählt. Die "Trockenen" versuchen auf insgesamt 446 Seiten die Nacht zu überleben.
Das Buch liest sich, wie bei Laymon schon üblich, fast von alleine. Sein flotter, mitreißender Erzählstil, gepaart mit teilweise unerträglicher Spannung, ist trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner Einfachheit absolut fesselnd.
Neben exzessiver Gewalt kommt natürlich auch Laymons zweites Haupthema, nämlich Sex, nicht zu kurz. Es herrscht eine ständige, kaum unterdrückte Sexualität/Erotik und der Autor schwelgt wieder einmal in seinen ausgiebigen Beschreibungen weiblicher Attribute.
Als Kritikpunkt muß hier allerdings eindeutig angeführt werden, daß Laymon so ab etwa der Buchmitte mit den Auswirkungen seines Regens doch etwas inkonsequent wird. Auch wenn man von Laymons Charakteren irrationale Verhaltensweisen und hahnebüchene Stories gewohnt ist, so ist das Ende doch etwas konstruiert und wirkt zusammengeschustert.
Fazit: Ein hammerharter Horrorthriller. Nichts für schwache Nerven! Es gibt m.E. bessere Laymon-Romane, aber dennoch ist "Der Regen" ein echter Pageturner und Pflichtlektüre für Fans, die sicher nicht enttäuscht werden. Für mich klare fünf Sterne, wobei ich mir dessen bewußt bin, das auch diese Buch stark polarisieren wird.
Abschließend möchte ich hier einen User zitieren, dessen Zusammenfassung zu den ständigen Auseinandersetzungen um Richard Laymon, m.E. alles auf den Punkt bringt: "Laymon ist Kult. Und Schluß." (Avater, 11.02.2009).