Gregg Braden ist ein sympathischer Typ, wie man auf Videos der Koha-Verlags-Homepage sehen kann. Er kann auch gut und viel schreiben. Hier breitet er sein Wissen angereichert mit vielen Anekdoten auf über 300 Seiten aus und verwendet nochmal 14 Seiten für die Quellenangaben. Leider ist der Nährwert dieses Buches dennoch dürftig.
Er versucht, Ergebnisse der Quantenphysik mit spirituellen Lehren in Einklang zu bringen, und das führt ihn zu gewagten Spekulationen und Schlußfolgerungen (die noch nicht einmal von ihm stammen). Könnte es sein (Lieblingsfloskel!), dass unsere Realität eine Computersimulation ist (ähnlich wie im Matrix-Film)? Das irdische Leid wäre eine unbeabsichtigte Fehlprogrammierung des kosmischen Programmierers - das sehe ich anders.
Das zu Grunde liegende Programm würde dann von unseren Gefühlen und Überzeugungen gesteuert. Um die Realität zu ändern müßte man nur seine einschränkenden Überzeugungen ändern. Gerade dieser interessante Ansatz kommt viel zu kurz. Wie finde ich meine einschränkenden Muster und Glaubensätze, wie ändere ich diese effektiv? Braden gibt auf den letzten Seiten nur 2 magere Ratschläge: 1. Was ein anderer vollbracht hat (und sei es Jesus), das kannst du auch! 2. Gebete können Wunder ermöglichen, wenn du Wunder zuläßt und das Gebet deine Gefühle zu ändern vermag.
Schade. Da gefällt mir sein Buch '"Verlorene Geheimnisse des Betens" viel besser: kurz, prägnant und hilfreich, schön illustriert und wirklich was eigenes.