Wieder sehr interessant, spannend, der "neue Booth", und ich warte bereits auf den nächsten! Mit den Ermittlern (Cooper, Fry und ihren Kollegen) ist man schon sehr vertraut und gespannt, wie es mit ihnen weitergeht. "Der Rache dunkle Saat" ist ein komplexes, gut geschriebenes Buch. Der Peak District wird lebendig, man kann sich das Leben in diesen kleinen Städten und Dörfern gut vorstellen, sieht die Touristenhorden vor sich, riecht und fühlt das feuchte, "typisch englische" Juli-Wetter... Und die Schilderung des Höhlensystems war natürlich etwas ganz Besonderes. Der Fall selbst: gut aufgebaut, die handelnden Personen mit Profil ausgestattet, die Auflösung befriedigt auch - dennoch ein Stern Abzug, weil dieser Krimi, wie so viele andere heutzutage, einfach zu lang geraten ist. Früher hatten "Detektivromane" (die guten alten "Whodunnits"), aber auch die Hard-boiled-Kriminalromane und die ersten Psycho-Thriller einen durchschnittlichen Umfang von 120 bis 350 Seiten. Heute kommt kein Autor mit weniger als 500 Seiten aus. Warum eigentlich? Dafür braucht man einfach einen fürchterlich langen Atem, und der Thrill bleibt manchmal doch etwas auf der Strecke.