Aber wirklich schon ab 6 Jahre laut FSK? Auch wenn der Film insgesamt (wie gewollt) recht heiter rüberkommt, so finde ich diese Altersangabe, auf die man sich eigentlich verlassen können sollte, einfach nur total daneben.
Nicht nur, dass eventuell der Anblick eines längst Verstorbenen, der sich in der Familiengruft nochmals aus den tiefsten aller Schläfe erhebt, um seinen Sohn zu warnen, nun wirklich nichts für 6-jährige ist, muss man auch sagen, dass dieser Film besagte Altersgruppe wahrscheinlich auch nicht die Bohne interessieren wird.
Ich denke "Der Rabe" spricht (oder kräht) eher ältere Semester an, die bereits an Cormans Werken (wie z.B. "Die Folterkammer des Hexenjägers" oder "Lebendig begraben") sowie an Filmen mit der Horrorlegende Boris Karloff ihre Freude hatten, und sich diesem Vergnügen der Horror-Altstars voll und ganz hingeben können.
Wie dem auch immer. "Der Rabe", dessen Skript das Werk des Visionärs Edgar Allan Poe lediglich nur ganz sanft streift, ist ein feiner und interessanter Leckerbissen, den man einmal geshehen haben sollte.
Der Zauberer Craven (superb dargestellt von Vincent Price) ist eine verbitterte Gestalt, die sich eigentlich schon aufgegeben hat. Seine wunderschöne Frau (Hazel Court, bekannt aus Cormans "Lebendig begraben") wurde ihm entführt. Der böse Hexenmeister Scarabus (gespielt von "Frankenstein"-Darsteller Boris Karloff) ist hierfür verantwortlich. Das weiß Craven jedoch nicht. Erst ein Rabe, der sich als ein verzauberter Zauberer (Peter Lorre als Zauberer Bedlo) entpuppt, teilt ihm dies mit.
Zusammen mit diesem überaus tollpatschigen und unfähigen Gesellen, der überdies sehr, sehr gerne Wein trinkt, macht sich Craven auf den Weg zu Scarabus. Auch Bedlos Sohn (gespielt von Jack Nicholson, in einer seiner ersten Rollen) vermag diesen Plan nicht zu verhindern.
Ein "Duell der Zauberer" (so ein Untertitel dieses Film) scheint unausweichlich. Wer wird dieses für sich entscheiden ...?
Ein toller Film, dem ich die volle Punktzahl nur allzu gerne gebe.