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Der Räuber (ORF-Edition)
 
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Der Räuber (ORF-Edition)

Andreas Lust , Franziska Weisz , Benjamin Heisenberg    Freigegeben ab 12 Jahren   Blu-ray
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Andreas Lust, Franziska Weisz, Florian Wotruba, Johann Bednar
  • Regisseur(e): Benjamin Heisenberg
  • Format: Blu-ray
  • Sprache: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B004D8OXY4
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 108.304 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Mann muss tun.... 4. April 2011
Von Findus
Format:DVD
Der Film ist so sperrig wie das Leben. Und schlichtweg ein Meisterwerk. Er zeigt, wie bessessen und unnahbar wir Menschen sein können, insbesondere manche von uns Männern. Wenn wir fokussiert sind auf unsere Ziele, auf Außenstehende wie programmiert wirken, unsere innere Leidenschaft hinter unterkühlter Fassade einschließen. So ein Mann ist Johann Rettenberger. Er kann zwei Dinge in seinem Leben ganz besonders gut: Marathonlaufen und Banküberfälle.
Und die zieht er mit aller Konsequenz durch. Dass der Mensch ein soziales Wesen ist, blendet er dabei vollkommen aus. Selbst ein fremdes Leben zählt für Rettenberger nicht, wenn es sich seinen Obsessionen in den Weg stellt.
Mit verstörender Konzentration und Intensität spielt Michael Lust diesen zunächst vollkommen unzugänglichen Charakter. Er ist Dreh- und Angelpunkt eines Films, der dem Zuschauer sowohl die Fähigkeit als auch die Bereitschaft abverlangt, sich auf eigentlich Unzumtubares einzulassen:
Denn Drehbuch und Regie heften den hilflosen Rezipienten gnadenlos an die Fersen des workargen Protagonisten über dessen Tun die allermeisten von uns sicher nur den Kopf schütteln können.
Quälend langsam scheint der Film zunächst voranzukommen, doch Rettenberger gibt nicht auf und wir sind mit ihm - und wir werden belohnt: Mit tiefschürfender, innerer emotionaler Ambivalenz.
Ein Film, der in kein Schema passen will und zum Nachdenken anregt:
Erlauben Sie mir mich selbst am meisten überraschende Assoziationen zu Terminator, Predator und ähnlich gelagerten Heißluftballons aus Hollywood. Den flüchtigen Gedanken an John Rambo. Und landen Sie mit mir bei Kapitän Ahab, Moby Dick und Fitzcarraldo.
Wenn ich Sie jetzt ebenso gewarnt wie neugierig gemacht habe, sollten Sie sich "Der Räuber" unbedingt anschauen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:DVD
"Der Räuber" von Benjamin Heisenberg wurde mit Preisen und Lob nur so überhäuft aber vom Publikum verschäht. Dabei ist "Der Räuber" wirklich sehenswert.

Johann Rettenberg (Andreas Lust) ist Marathonläufer und Bankräuber. Der Film basiert auf einen Roman von Martin Prinz nach dem wahren Fall des Johann Kastenberger im Österreich der 70er und 80er Jahre. Nachdem Rettenberg nach sechs Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde, hat er nur ein Ziel: laufen - ob beim Marathon oder beim Banküberfall, ist zweitrangig. Er ist ein Getriebener, der keine sozialen Bindungen einzugehen vermag.
Das macht die erste Hälfte des Filmes etwas langatmig. Rettenberg trainiert allein, redet mit keinem, sein Gesicht ist ausdruckslos, selbst der Sex (mit einer früheren Bekannten, bei der er vorübergehend wohnt) wirkt wie ein Trainingsprogramm. Doch spätestens ab seiner Flucht, entfaltet der Film einen atemlosen Sog, der seine volle Wirkung nicht zuletzt der beeindruckenden Kameraarbeit von Reinhold Vorschneider verdankt, der übrigens auch Thomas Arslans "Im Schatten" fotografierte. Nachdem Rettenberg die ganze Nacht auf der Flucht war, glaubt man ihn in der Morgendämmerung in Sicherheit. Doch weit gefehlt: ein Hundebellen ist zu hören und ein kleiner Lichtschein im Wald. Man ist ihm also auf den Fersen. Plötzlich sind zwei, dann drei und immer mehr
Lichtpunkte zu sehen, bis der gesamte umliegende Wald damit übersät ist. Erst breitet sich Angst, dann Panik, dann Resignation aus - bei Rettenberg ebenso wie beim Zuschauer. Doch das Ende kann noch hinausgezögert werden. Die Hundertschaften ziehen an ihm vorbei, wie später, als hunderte Polizeiwagen auf der Autobahn an ihm vorüberziehen, da Rettenberg bereits ein neues, der Polizei noch unbekanntes Auto gestohlen hat. Rettenberg, der durch den Schlafentzug und eine Wunde, die ihm eine Geisel mit einem Taschemesser zugefügt hat, immer schwächer wird, verblutet langsam auf dieser Fahrt. Hervorragend ist auch hier die Kameraarbeit. Rettenberg und das Bild wird immer blasser, während blitzlichtartig dunkle Bilder seiner Freundin, zu einer bedrohlichen Musik, aufscheinen, dazu die monotone Bewegung der Scheibenwischer. Der Tod streckt seine Hand aus, das Bewusstsein geht und das Unterbewusstsein bahnt sich seinen Weg. Das Auto wird stetig langsamer bis es auf dem Seitenstreifen zum Stehen kommt. Das wäre ein schöner Schluss: nur die Scheibenwischer setzen erbarmungslos ihre monotone Bewegung fort. Doch leider muss Retteberg am Ende seine Freundin anrufen. Sie weint, während er verblutend nur noch unverständliche Worte von sich gibt. Eine Bekehrung dieses im ganzen Film emotionslosen Menschen? Ein bisschen Romantik? Ein kleines Happy End? Vielleicht wäre das vorher geschilderte Ende das überzeugendere und konsequentere gewesen.
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spannend und rastlos 14. Dezember 2010
Format:DVD
Der Räuber war während der Berlinale 2010 zu sehen. Leider hat es dieser feinfühlige Thriller nicht die große Beachtung an der Kinokasse erhalten, die er verdient hätte. Das sind wir aber mittlerweile gewohnt und umso mehr lohnt sich nun der DVD Kauf.

Der Räuber lehnt sich an die reale Geschichte eines österreichischen Bankräubers und gleichzeitig begnadeten Sportläufers aus den 80er Jahren an. Die Handlung ist aber nicht 1:1 übertragen, sondern wurde in die heutige Zeit und in ein stimmigeres Umfeld für einen Film adaptiert. Die Darsteller überzeugen, leider kennt man hierzulande viel zu wenige österreichische Charakterdarsteller. Der Film wird vor allem dann spannend, wenn man ihn bereits als langweilig abzustempeln droht und überrascht mit spannenden Thrills. Ansonsten ist der Film sehr leise, es gibt viele Dialogpausen und auch viele Momente ohne Musik. Das Ende ist zu erahnen, aber passt auch zum rastlosen Desaster, in das sich der Räuber verrennt.
Technisch saubere DVD, natürlich keine Referenz in Qualität. Dennoch sind Gimmicks wie Filmmusik als MP3 und eine Fassung für Sehbehinderte sehr selten und lobenswert.

Fazit: Unterhaltsamer, temporeicher Thriller mit stillen Zeilen zum Nachdenken.
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