Wer "alte" Werke, wie den Schakal, gelesen hat, weiss: Erstmal wird man über alle möglichen Geheimdienstorganisationen bis in's kleinste Detail aufgeklärt: Für den SEHR interessierten Leser spannend, alle anderen müssen 200 Seiten lesen, bis die Action beginnt.
Die kommt bei F.F. immer. Unausweichlich. So auch in diesem Werk.
Das Buch ist im Vergleich zu früheren Schriften leichter lesbar. Dennoch fließen auch hier wieder Infos ein, die nur durch eine außerdordentliche Sachkenntnis und sauber, penible Recherchen zu erlangen sind. Gewiss ein Grund für die jahrzehntelange, treue Anhängerschaft. F.F.? Gütesiegel!
Natürlich kennen Sie CIA, FBI u.s.w. Aber was ist das DET? Wenn Sie's wissen wollen...
Die Story selbst ist hochspannend und - erfreulich- erst recht spät erkennt man, worauf die Handlungstränge denn wirklich hinaus laufen.
Man kann das Buch tatsächlich am Ende zuklappen uns sich fragen: "Hätte die Geschichte - und damit meine ich Geschichte im Sinne von Historik - anders verlaufen können? Und wäre das besser gewesen?" Nur andeutungsweise, aber umso mehr nachdenkenswert formuliert F.F. die Frage: Darf man ein einzelnes Leben wegwerfen, um Tausende zu retten?
Hier mag sich jeder sein eigenes Urteil bilden.
"Der Rächer" ist nicht das Meisterstück von F.F. Mir fehlt es genau an der bekannten Detailverliebtheit. Aber genau deshalb haben wir hiermit nun auch eine spannende Urlaubs- und F.F.-Einsteigerlektüre
Fazit:
1. F.F. enttäuscht hier nicht, seine alten Fans werden dieses Buch unter "Endlich hat er mal wieder was gemacht" einordnen.
2. Nichtfans (Nichtkennern!) bietet dieser Roman eine wunderbare Möglichkeit, sich dem Gesamtwerk von F.F. auf einfache Weise zu nähern.
3. Wer Spannung mag, wer an aktueller Geschichte und Politik interessiert ist und ein paar Hintergrundinfos haben will -lesen.