"Der Puppensammler" ist eine tolle Mischung zwischen spannendem Krimi um einen Serienmörder und scharf gezeichnetem Gesellschaftsbild Preussens im 19. Jahrhundert. Sozusagen als Schmankerl obendrauf gibt's noch eindrucksvolle Schilderungen aus der Berliner Morgue.
Die Protagonisten sind lebendig, originell und authentisch. Die Geschichte um die wie Puppen zurecht gemachten Leichen ist angemessen spannend und gruselig. Die historischen Fakten sind sehr gut recherchiert und schön unauffällig im Geschichtsfluss untergebracht. Der Stil ist ja immer Geschmackssache, gefällt mir aber gut.
Ansonsten bin ich zwar mehr ein Fan von Mittelalterromanen und nicht so sehr an neueren Zeiten interessiert, doch dieser Roman, der mir von einer lieben Freundin mit besten Empfehlungen geschenkt wurde, lohnt die Anschaffung allemal.
Einzig zu bemängeln sind die vielen Figuren, die zu Anfang eingeführt werden. Ich hätte mir da mehr Konzentration auf die Hauptfiguren gewünscht.
Da "Der Puppensammler" als Serie konzipiert wurde, wie dem Klappentext zu entnehmen ist, bin ich sehr gespannt, was im zweiten Teil mit den Charakteren passiert.