Tja, das kommt davon, wenn man sich in eine Prinzessin verliebt ... Ich meine, wie eine Prinzessin behandeln sollte mann natürlich prinzipiell jede Frau, aber bei einer wirklichen Prinzessin ist es doch noch mal was anderes. Das Herrscherhaus von Chastignac beugt Skandalen wirkungsvoller vor als das Haus Windsor - ah, da erinnere ich mich an eine Karikatur vor Jahren: Die Queen auf dem Sofa, mit missbilligender Miene die neuesten Skandalmeldungen aus den Zeitungen zur Kenntnis nehmend, sichtlich "not amused", und vor ihr Prinz Charles und die anderen Familienmitglieder, allesamt in Keuschheitsgürteln, Charles sagt: "Findest du nicht, du übertreibst ein wenig?"
Nun, Prinzessin Anne in der Titelgeschichte findet das nicht übertrieben, sondern erstens der Landestradition entsprechend und zweitens bei ihrem Macho von Verlobten mehr als angebracht, will man nicht die Klatschpresse mutwillig füttern. Ihren Reiz gewinnt die Geschichte gerade daraus, dass sie eben keine typische Peitsch-und-knie-nieder-SM-Geschichte ist, sondern dass ein ganz normaler Typ peu à peu in eine Femdom-Beziehung geführt wird und er sich das aus Liebe zu IHR gefallen lässt.
Die übrigen Stories des Buches sind sehr verschieden, allesamt aber interessant zu lesen, gerade wegen dieser Mannigfaltigkeit, auch wenn nicht jede den "erotischen Nerv" jedes Lesers treffen wird.