Visco deRaul ist über zweihundert Jahre alt und ein Vampir. Er genießt seine Existenz als Blutsauger und ist allen damit verbundenen Freuden sehr zugetan. Doch nachdem sein letztes Opfer nicht das war, was es zu sein schien, wird er nachdenklich und lässt sich auf ein gefährliches Ritual ein, um seiner Existenz als Blutsauger zu entkommen.
Lorn ist ein ehemaliger Jagam, ein Angehöriger eines religiösen Ordens von Monsterjägern die gegen das Böse kämpfen und sinnt, nachdem sein Dorf von Anhängern der Finsternis zerstört wurde, auf Rache.
Gemeinsam kämpft sich das ungleiche Duo durch eine klassische(das heißt mittelalterliche Welt), in der allerlei Getier sich herumtreibt und lehrt Werwölfen, Trollen und anderen Vampiren das fürchten. Christian Endres erfindet bei weitem nicht das Rad neu und manch einer mag zum schmunzeln aufgelegt sein, wenn ihn hier viele romantische Klischees erneut vorgesetzt werden und Endres zur Unterstreichung bestimmter Situationen, ausgewählte Worte kursiv hervorhebt um den Ernst der Lage besonders zu betonen. Auch wirken seine beiden Helden zu Beginn eher wie flache Klischeefiguren der dunklen Fantastik, die der Autor dann auch noch mit einer großen Portion Unbesiegbarkeit ausstattet. Allerdings geht die Mischung nach zwei eher mittelmäßigen Geschichten ab der dritten auf und man gewinnt die beiden lieb(und das obwohl Visco das Musterbeispiel eines typischen Frauenhelden ist und Lorn ein wortkarger Heroe bleibt). Zwar bleibt Endres Gewohnheit die Wörter hervorzuheben, dafür lesen sich die Geschichten auch besser und sie gewinnen an Inhalt, zum Schluss hin wird sogar ein Metaplot angedeutet, dessen Verlauf wir vielleicht schon im (hoffentlich kommenden) nächsten Band verfolgen können. Denn die beiden Heroen haben Potential, das Endres hoffentlich nutzen wird.
So bleibt ein erster, guter Einstieg in die deutsche Fantasyszene, der hoffentlich weitere Geschichten folgen werden.