Interessant sind die Einblicke, die in den engsten Kreis um Hitler gewährt werden. Viel interessanter finde ich aber, wie Frau Schirachs zaghaftes Ansprechen der Judenverfolgung vor dem Führer quasi zur Heldentat aufgebauscht wird, während später aber hauptsächlich das eigene Leiden und der eigene Verlust thematisiert wird. Am Ende stellt Frau Schirach mit einem ehemaligen HJ-Führer gemeinsam fest, "Die größten Narren der Welt" gewesen zu sein. Die Mahnung, so etwas dürfe nicht wieder geschehen, denn sonst sei es "sinnlos (gewesen), daß man Henker beschäftigte, sinnlos das Fegefeuer durch das wir gegangen waren, sinnlos die Jahre, die die Männer in ihren scheußlichen kleinen Zellen in Spandau vegetieren mussten" zeigt aber die etwas befremdliche Leidenshirarchie in der Wahrnehmung der Autorin. Allerdings steht sie damit exemplarisch für einen großen Teil Ihrer Generation. Spannend zu lesen inkl. fortlaufendem Stirnrunzeln...