T. C. Boyles neuer Roman DER POLARFORSCHER hat mich wieder einmal schwer begeistert - die 55 Minuten Laufzeit sind schnell vorbei und man wird hinein geworfen in eine Welt des Schmerzes, der Schneeblindheit und des Aufeinandertreffens der Zivilisationen. Wer mag gewinnen, der Inuit oder der weiße Mann? Eine Reise ohne Wiederkehr, denn nach dem Verlust des Schiffes müssen die Männer 1.200 Kilometer zu Fuß zurück legen und das in der Polarregion. Wieder einmal begeistert uns T. C. Boyle mit einer atmosphärisch dichten Geschichte welche an den Grundfesten der menschlichen Existenz und ihrer Berechtigung rüttelt.
Am Anfang klingt alles ganz harmlos, doch die Reise der Endeavor endet im Chaos und das Schiff wird durch das Packeis zerstört. Eine Reise mit hungrigen Hunden, eine Reise mit Erfrierungen, eine Reise mit Skorbut und zu wenigen Nahrungsmitteln und eine Reise auf der ein Mannschaftsmitglied von den Huskies gefressen wird.
Die Stimmen von Matthias Matschke, David Nathan, Hans-Peter Hallwachs und Oliver Stritzel wie auch anderen nicht genannten haben dem Hörbuch eine bedrückende, doch ehrliche Stimmung verliehen.
H. P. Lovecraft hätte mit dieser Geschichte bestimmt auch viel Freude gehabt und darum ein düsteres Geheimnis gesponnen.
T. C. Boyles Geschichte DER POLARFORSCHER kratzt an unseren Nerven, es vertont die unerbittliche Stille und zeigt uns die kalte Schulter, die Härte der natur und den Tod von Mensch und Tier ganz ungeschminkt.
Atemberaubend und verstörend - eine Reise ins Herz des weißen Gottes.
Sehr empfehlenswert!