Eines vorweg: Ich bin durch ein riesiges Plakat auf das Märchen "Der Polarexpress" aufmerksam geworden, das bei meinem letzten Kinobesuch den Platz einer ganzen Wand einnahm! Auf diesem Plakat konnte man eine winterliche Schneelandschaft bei Nacht sehen, durch die ein Zug, dessen Fenster hell erleuchtet sind, fährt. Dieses Plakat rief in mir eine unbeschreibliche Weihnachtsstimmung hervor. Aus diesem Grund habe ich mir dann ein paar Tage später das Original in Form der Buchversion zugelegt. Und siehe da - das Gefühl, das hinter diesem Märchen etwas besonderes steckt, erwies sich als richtig!
Die Geschichte handelt von einem kleinen Jungen, der in der Nacht vor Heiligabend bemerkt, dass direkt vor seiner Haustür ein abfahrbereiter Zug steht. Neugierig wie er ist, besteigt er den Zug, in dem sich auch viele andere Kinder befinden. Der Zug nimmt seine Fahrt Richtung Nordpol auf - dahin, wo der Weihnachtsmann wohnt. Am Nordpol angekommen, erfährt der Junge, dass er der "Auserwählte" ist. Er ist derjenige, der sich vom Weihnachtsmann persönlich etwas wünschen darf. Obwohl er ganz genau weiß, dass er alles bekommen kann, was er nur will, wünscht er sich lediglich ein kleines Glöckchen vom Renntierschlitten des Weihnachtsmannes. Aber auf der Rückfahrt verliert er das Glöckchen...
Der Autor und Zeichner Chris van Allsburg hat mit diesem Märchen einen modernen Weihnachtsklassiker geschaffen. Die Geschichte ist in kurzen, knappen Sätzen geschrieben, ohne dabei jedoch oberflächlich zu wirken. Zwei drittel der Seiten nehmen dabei die liebevollen Zeichnungen ein. In den Zeichnungen liegt auch die Magie, die mir damals dieses unbeschreibliche Weihnachtsgefühl verlieh. "Chris Van Allsburg ist ein Meister des Lichts" (New York Times Book Review) - dem bleibt nichts hinzu zu fügen.
Ab November wird dieses wunderschöne Märchen dank Robert Zemeckis und Tom Hanks unter dem Leitspruch "For those who truly believe" (Für diejenigen, die wirklich glauben) dann auch in den Kinos zu sehen sein, um dort vielleicht noch mehr Herzen als mein eigenes zu erfreuen. Wenn ich Vater wäre, würde ich meinen Kindern "Der Polarexpress" vorlesen. Man kann dabei sogar eine philosophische Erkenntnis gewinnen, nämlich weshalb die Erwachsenen die Glöckchen nicht mehr so läuten hören wie die Kinder es tun!