Abgesehen vom Kinotrailer habe ich diesen Film ohne jegliche Vorinformation gesehen - und das war auch gut so, da mich der Trailer eine Art Politthriller garniert mit einer Liebesgeschichte erwarten ließ.
Hätte ich vorher geahnt, daß es um eine Liebesgeschichte geht, die, da vom festgelegten "Plan" (Gott? Schicksal? Bestimmung?) abweichend, von dubiosen Männern mit Zauberhut, der ihnen alle Türen öffnet und ihnen damit erlaubt, praktisch von einem Ort zum anderen zu "springen", unter allen Umständen verhindert werden soll, hätte ich mir den Film aller Wahrscheinlichkeit nach nicht angesehen.
"So ein Schwachsinn" hätte ich gedacht.
Aber oh Wunder: der Film funktioniert!
Zielsicher umschifft die herzzerreißende Liebesgeschichte, die den Kampf gegen die vermeintliche gegenteilige Vorherbestimmung aufnimmt, alle eventuellen Klippen unfreiwilliger Komik und lässt Fragen nach Logik, Glaubwürdigkeit und Wahrscheinlichkeit während der gesamten knapp zwei Stunden erst gar nicht aufkommen.
Dies dürfte wohl vor allem daran liegen, daß Matt Damon und Emily Blunt als Liebespaar auf der Leinwand einfach "funktionieren".
(Was auch bei zwei guten Darstellern nicht immer selbstverständlich ist, ich denke da z B an Brad Pitt und Cate Blanchett, jeder für sich genommen kein schlechter Schauspieler, aber als Paar einfach absolut unglaubwürdig, sei es in "Benjamin Button" oder auch in "Babel", wobei es in letzterem nicht so schlimm war, da die beiden zwar ein Ehepaar spielten, es sich aber zumindest nicht um eine Liebesgeschichte handelte)
Matt Damon und Emily Blunt aber nimmt man die Liebe auf den ersten Blick und ihren unerschütterlichen Glauben, trotz aller Widrigkeiten füreinander bestimmt zu sein, tatsächlich ab.
Wer also nicht aufgrund des Trailers eine völlig andere Gattung Film erwartet, sondern bereit ist, sich auf eine Liebesgeschichte mit leichten Mystery-, Fantasy-, Science Fiction- und gar Esoterikelementen einzulassen, der wird mit "Der Plan" ein Filmerlebnis der ganz besonderen Art haben, dessen aufgeworfene Fragen einen auch nach dem Abspann durchaus noch beschäftigen können:
Was ist Schicksal?
Was ist Zufall?
Können wir durch unseren Willen die -vermeintliche?- Vorherbestimmung ändern?
Und sollten wir das überhaupt versuchen?
Dem Verstand folgend, müsste man aufgrund mangelnder Logik und Wahrscheinlichkeit und arg konstruierter Story wahrscheinlich ein Sternchen abziehen, aber ich folge stattdessen einfach mal meinem Bauch und meinem Herzen und gebe gerne alle fünf Sternchen für diesen ungewöhnlichen Film, bei dem für mich einfach das Gefühl stimmt.