...liest man Jean-Philippe Toussaint.
Sein (namenloser) Held wünscht den Führerschein zu machen, den er im übrigen schon einmal angepeilt hatte, der damals aber nur durch die wachsende Unmut über den zuerst sympathischen Fahrlehrer nicht zustande kam. Sein Auftritt in der der Fahrschule konzentriert sich schnell auf Pascale, er erscheint mehrfach, immer ohne Fotos, man kommt sich näher, man kommt auf eine minimalistische und kühle Variante á la Toussaint zusammen, man vermeint hinter den natürlichen Phänomenen des Voneinanderangezogenseins das Wort Liebe zu hören, ist sie es? Oder nicht?
Mit viel Sprachwitz und trockenem Humor lässt Jean-Philippe Toussaint seinen Helden durch den Tag irren, am WC einer Raststätte philosophieren und sogar als vermeintlichen Vater bei einer Predigt der etwas erzürnten Lehrerin des Sohnes von Pascale mit dem Kopf zustimmend und gedankenvoll nicken.
Ein kurzer (117 Seiten) Roman, der sich um einen Fotoapparat dreht, der fast ein Liebesroman ist und der eine interessante Parallele zu Schmetterlingen findet.
Amüsant, witzig, eine kleine Humoreske mit einer Prise Sentimentalität und dem verborgenen Wunsch nach wahrer Liebe gewürzt.