Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen21
3,6 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 21. Oktober 2010
Man muss nicht mit allen Gedanken einverstanden sein, die Mark Rowlands in seinem Buch vorbringt, doch inspirierend sind seine Ausführungen auf jeden Fall. Wie er unsere menschlichen Verhaltensweisen mit denen von Schimpansen und Wölfen vergleicht, ist oft erhellend, manchmal verblüffend und gelegentlich auch demütigend. Selten findet man in Büchern "neue" Gedanken, denn vieles wird immer wieder in abgeänderter Form geschrieben. Mark Rowlands gelingt es, frisch und ohne Angst vor dem Ergebnis des eigenen Denkens zu argumentieren. Das Buch regt zum eigenen Nachsinnen an - und ich finde, mehr kann man von einem Buch auch nicht erwarten.
11 Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2015
In jungen Jahren entschließt sich ein junger Philosophieprofessor spontan, einer Eingebung zu folgen. Er kauft sich – nachdem er eine Zeitungsanzeige liest – kurzweg für 500 Dollar einen Wolfswelpen. Die folgenden 11 Jahre sind geprägt von einem außergewöhnlichen Zusammenleben und vielen philosophischen Einsichten, denn der Wolf Brenin kann nicht einmal wenige Minuten allein gelassen werden, weil er ansonsten jegliches Inventar zerstört oder verschmutzt. Und so begleitet Brenin den jungen Mann nunmehr überall hin, sogar zu den Vorlesungen an den Universitäten. Rowlands konzentriert sich vollends auf das Zusammenleben, sein Leben ähnelt zunehmend dem eines Eremiten und der Alkohol und die Liebe zu seinem Wolf spielen eine immer größere Rolle im Alltag des jungen Gelehrten. Aus dem leidenschaftlichen Zusammenleben bis zum Tod Brenins entwickelt der Autor Erkenntnisse, die er unterhaltsam in einer Geschichte mit philosophischen Betrachtungen in anschaulicher Form verpackt hat.

Damit von vornherein kein Missverständnis vorliegt, sollte dem Käufer dieses Buches klar sein, dass es sich letztlich nicht um ein klassisches Wolfsbuch handelt. Eher um eine Autobiographie mit philosophischen Anteilen, die als Erzählung in „Ich-Form“ präsentiert wird. Ein Wolfsexperte wird als Leser zum Beispiel mit Schrecken feststellen, dass der Autor auch nach Brenins Tod immer noch alles andere als ein Wolfsexperte ist. Ein Philosoph wird die Thesen des Autors höchstwahrscheinlich arrogant finden, versucht er doch, Erkenntnisse Epikurs, Kants, Nietzsches, Kunderas, Heideggers, und anderer auf der Grundlage seines Zusammenlebens mit einem Wolf weiterzuentwickeln oder gar zu falsifizieren. Ein Leser, der selbst Hundehalter ist oder war, wird die Neigung kennen, aus dem Verhalten des eigenen tierischen Begleiters allgemeingültige Formeln für das Leben ableiten zu wollen. Und so sind die Aufzeichnungen des Autors insbesondere für Nichtphilosophen sehr interessant. Sie halten den Leser dazu an, sich Gedanken über die eigene Existenz und die Bedeutung der Tierwelt zu machen. Ein Grundinteresse an den großen Fragen des Lebens sollte allerdings schon beim Käufer vorhanden sein.

3 elementare Zitate:
„Meiner Ansicht nach bietet keine der in diesem Zusammenhang erzählten Geschichten einen Beleg für eine bedeutende Kluft zwischen uns und den anderen Geschöpfen.“

„Dein wichtigstes Ich ist nicht dasjenige, das sich auf sein Glück verlässt, sondern das, was übrig bleibt, wenn das Glück versiegt.“

„Wir treffen uns in unseren Träumen wieder!

Stärken des Buches:
Die allgemein verständliche Art des Autors ist positiv hervorzuheben. Bei mir lag das Buch unterm Weihnachtsbaum, ich las es also zu einer Zeit, in der ich üblicherweise sowieso auf ein Kalenderjahr zurückblicke. Warum also nicht gleich auf das ganze bisherige Leben zurückschauen, seine eigene Haltung zur Liebe und dem Glück überprüfen und sogar einen Gedanken an die Zukunft verschwenden? Das Buch liest sich leicht, die Inhalte jedoch haben es in sich. Immer wieder legt man das Buch zur Seite und reflektiert sein eigenes Dasein. Ist das Leben eher linear als Pfeil (oder fließend wie ein Bach) zu verstehen oder schließlich doch als Kreis? Diese Frage ist nur eine von vielen, hat es aber durchaus in sich.

Schwächen des Buches:
Es enthält kleinere inhaltliche Fehler, sowohl, was den Wolf betrifft (der auf den Fotos eher einem großen Schlittenhund ähnelt) als auch, was die Philosophie betrifft (einige Vergleiche und Analogien des Autors sind gelinde gesagt schon sehr gewagt).

Auf der Grundlage dieser kleineren Schwächen vergebe ich vier Amazon-Sterne. Das Buch hat mir trotz dieser Schwächen einige schöne und besinnliche Stunden geschenkt!
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. November 2010
Ein wunderbares Buch, das mir viel Freude bereitet hat und mich zum Nachdenken über die Spezies Mensch angeregt hat. Der Autor selbst sieht unsere Spezies sehr kritisch und ich bin geneigt, ihm darin zuzustimmen.
Rowlands Buch ist zugleich sehr persönlich und philosophisch, aber obwohl man merkt, dass er vom Fach ist, bleiben seine philosophischen Betrachtungen so an der Alltagswirklich-keit orientiert, dass man ihnen leicht folgen kann.
Den Untertitel "Was ein wildes Tier uns lehrt" finde ich nicht ganz treffend, weil er zu pädagogisch klingt. Der Untertitel des Originals "Lessons from the Wild on Love, Death and Happiness" treffen viel deutlicher, was ich in diesem Buch gefunden habe: Gedanken zur kritischen Überprüfung meiner Lebenssicht und Anregung zu neuen Wegen, verpackt in eine sehr unterhaltsame Geschichte, die mich bis zum Schluss gefesselt hat, wobei sie sich, gleichsam nebenbei, mit den wesentlichen Fragen unserer Existenz auseinandergesetzt hat, nämlich Liebe, Tod und Glück. Der Philosoph und der Wolf: Was ein wildes Tier uns lehrt
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Oktober 2011
Das Buch "Der Philosoph und der Wolf" des Philosophieprofessors Mark Rowlands ist mehr als nur die spannende Aufzählung dessen was ihm ein wildes Tier lehrt, mit dem er elf Jahre zusammen lebte, er erzählt hier sehr packend und mit viel Liebe zum Tier,wie sich ihr Zusammenleben vom ersten Tage an gestaltete. Der Wolf Brenin war Mark Rowlands engster Gefährte und machte ihm bei den morgendlichen Joggingläufen oder bei ausgedehnten Laufstrecken klar, dass er ihm in ziemlich jeder Hinsicht überlegen war. Je mehr sie rannten, desto fitter wurde der Wolf.Mensch und Tier schlossen einen Pakt; Brenin würde nicht mehr als nötig zerstören, wenn Mark ihn dafür keine MInute allein ließe. Und so begleitete Brenin sein Herrchen mit in den Vorlesungssaal ("Schenken Sie dem Wolf keine Beachtung. Und tun sie keine Lebensnmittel in ihren Rucksack") . Zu Rugbyspielen, Studentenparties und auf Reisen: Rowlands lernt schnell. "Die erste Regel im Leben mit einem Wolf ist es : Erwarte das Unerwartete." sagt er. Denn der Wolf plant nichts Schlechtes, er lebt hier und jetzt, das ist sein Wesen.Das Zusammenleben mit dem Wolf bringt Mark Rowlands dazu, seine Haltung zu den fundamentalen Fragen der menschlichen Existenz zu überdenken: Liebe,Glück, Freundschaft, Tod, Natur, Moral, Zivilisation: "Was es bedeutet ein Mensch zu sein- das lernte ich von einem Wolf." Und es ist ein faszinierendes Lesevergnügen, zu erfahren, wie der Tagesablauf so war und wie sie von der USA nach Irland, nach England und dann nach Frankreich z0gen.Mark Rowlands hat uns ein Buch geschenkt, das den Leser über das menschliche Leben hinausführt, obwohl es die tiefsten menschlichen Emotionen erforscht. "Dieser bewegende Bericht über das Leben mit einem Wolf wird als bahnbrechendes Werk anerkennt werden , das uns zwingt, unsere Sicht des Tieres Mensch. neu zu bewerten" (John Grey).
11 Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. Juli 2015
Der Philosophieprofessor Mark Rowlands legt sich einen kleinen Wolfswelpen zu, den er Brenin nennt. Mark Rowlands ist mit Deutschen Doggen großgeworden und hat dementsprechend Erfahrung mit Hundedressur. Wie er den kleinen Wolf dressiert, der ihm dann innerhalb kürzester Zeit unangeleint überallhin folgen darf, ist sehr interessant. Joggen, Rugbytraining, Uni.....
Besonders die Episoden an der Uni sind witzig. Der Wolf macht ein Nickerchen, heult mal zwischendurch, sehr zum Vergnügen der Studenten und steckt schon mal den Kopf in den Rucksach einer dementsprechend nervösen Studentin, auf der Suche nach etwas Essbarem. Zuhause allein kann der Professor Brenin nicht lassen, weil er abends sonst seine Wohnung nicht wiedererkennt.
Mark Rowlands beschreibt auch sehr gut die Unterschiede zwischen Wolf, Hund, Affen und Menschen. Seit diesem Buch sehe ich Wölfe und auch Affen völlig anders, Vor allem das Verhalten der Affen hat mich geschockt, denn Affen sind ja bekanntlich dem Menschen am nächsten.

Was in meinen Augen noch eine sehr interessante Frage ist, ist: "Was macht einen guten Menschen aus?" Diese Frage wird beantwortet.
Wer wissen will, was passiert, wenn ein Pitbull einen zahmen Wolf angreift, wird dies ebenfalls erfahren.

Im Alter von 10 Jahren wird Brenin sehr krank und Rowlands tut wirklich viel für seinen besten Freund und schenkt ihm dadurch noch ein Jahr.
Hinten auf dem Buch steht: "Zum Heulen schön...". Dem kann ich mich nur anschließen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2012
Der deutsche Untertitel "Was ein wildes Tier uns lehrt" führt den Leser auf die Fährte. In leicht verständlicher humorvoller Sprache, oft den Schalk im Nacken, beschreibt Mark Rowlands sein gemeinschaftliches Leben (als Philosophieprofessor)mit einem Wolf. Eine ungewöhnliche WG, die beiden so manches abverlangt. Durch die daraus resultierenden Herausforderungen bezog Mark Rowlands völlig neue und ungewöhnliche Standpunkte und gewann der Gemeinschaft neue Perspektiven ab, an denen er den Leser in unterhaltsamer Weise teilhaben lässt. Schon nach wenigen Seiten hat man beide, Wolf und menschlichen Begleiter, ins Herz geschlossen und folgt ihnen gern auf ihrem gemeinsamen Lebensweg.
Für wen ist das Buch interessant? Für alle Wolfsliebhaber, weil es ein "anderes" Buch über Wölfe ist. Für Hundemenschen und Hundebesitzer, die einen Hang zur Philosophie und zur Reflektion ihres Seins haben und möglicherweise auch ganz einfach für alle Leser, die sich fragen, wie das überhaupt funktionieren soll...ich wünsche ihnen allen so viel Spaß wie ich ihn beim ersten und zweiten Lesen des Buches hatte.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. September 2010
Dieses Buch ist faszinierend und geht weit über das Thema "Wolf" hinaus. Definitiv ist es kein Wolfs- oder Hundeerziehungsbuch, diesen Anspruch hat es aber auch gar nicht. Vielmehr diskutiert Mark, was den Menschen und was das Tier ausmacht, und inwieweit der Mensch behaupten könne das Tier hätte keine Seele, keine Rechte und ist dazu da, dem Menschen untertan zu sein. Er spricht aus und begründet tiefsinnig, dass wir diese unsere Position zu überdenken haben und mit gleichberechtigten Partnern, die unsere Schutzbefohlenen sind, anders umgehen sollen - wertschätzend. Ein tolles, empfehlenswertes Buch für Leute, die bereit sind nachzudenken, und den Tieren mehr zuzugestehen: Nämlich zu beschützende Mitgeschöpfe zu sein.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. August 2010
Das Buch ist aus mehreren Gründen nicht zu empfehlen und da es unter anderem auch durch eine sehr bekannte deutsche Verlags- sowie Musik- und Buchhandelsfirma mit Direktvertrieb über Versandhandel massiv beworben und positiv bewertet wurde im letzten Merkheft, muss man als Hundehalter, Philosoph und Mensch unbedingt sein Veto einlegen, da sich das Werk vor allem unter vier Aspekten selbst diskreditiert:

1. Der 'Wolf': Ich schreibe bewusst Hundehalter und nicht Wolfhalter, weil es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht um einen reinrassigen Wolf handelt (bereits das Bild spricht für den nordischen Schlittenhund), sondern bestenfalls um einen Wolfshund, einen Mischling also (nicht einmal einen Hybriden) und auch hier überwiegen - glaubt man den Bemerkungen des Autors über Wesen, Charakter und Erziehung ' eindeutig die haushündischen Elemente. Kein normaler Wolf läuft ohne Leine bei Fuß und reagiert so schnell auf Erziehungskonzepte und Kommandos; kein normaler Wolf zeigt so wenig Scheu und kein normaler Wolf würde sich von einem Laien, wie der Autor trotz Hundevorgeschichte in der Kindheit nun mal ist, derart problemlos halten lassen! Hierzulande weiß man durch den Saarlooswolfhund oder den Tschechoslowakischer Wolfhund um die Schwierigkeiten einer Rasse, in der sich zum hündischen Erbe erneut wölfisches gesellt ' die Bandbreite an Wesensausprägungen ist enorm, die Palette umfasst hundeähnliche, also sehr treue, wesensfeste und gehorsame Tiere, aber auch beinahe rein Wölfe, die extrem scheu, schreckhaft und im normalen Alltag kaum zu führen sind. Brenin aber, der Held dieses Buches, mag vom Körperbau her ein Wolf sein; sein Wesen hat viel vom Alaskan Malamute ' mehr Hund denn Wolf also!

2. Der Hundehalter: Ganz im Ernst und ohne moralischen Vorwurf ' als Hundehalter ist der Autor eine Katastrophe! Das beginnt mit den vollkommen und auch in den Vereinigten Staaten mittlerweile antiquierten Hundeerziehungsmethoden von William Koehler, nach denen gearbeitet wird; das setzt sich fort mit dem Freilauf in den unmöglichsten Situationen vom Sportfeld, in Siedlungen oder gar in einer Großstadt wie London; das sieht man an der Verantwortungslosigkeit eines Rüdenbesitzers bei läufigen Hündinnen in der Nachbarschaft; an den hanebüchenen Gründen für die Anschaffung zweier Hündinnen und der zwanghaften Nahrungsumstellung für einen genuinen Fleischfresser. Die Aufsichtspflicht wird leger gehandhabt, was beinahe einen tödlichen Autounfall zur Folge hat; ein im Grunde ungesichertes Grundstück (eine Hecke ist kein Zaun!) birgt für einen verirrten Besucher durch Hund und Halter beinahe den Tod in Gestalt von Fangzähnen und Prügel; durch Unachtsamkeit verursacht ein Weidezaunstromschlag eine wilde Flucht. Da wird die mit im Haushalt lebende Hündin der viel gefährlicheren und viel aufwändigeren Kastration unterzogen; weil der Mann im Mann diejenige des Ründen nicht zu ertragen vermochte!!! Da lässt der Autor seinen Hund und gar das ganze Rudel jagen, das Ende mit der Spritze erleben wir auf der Ladefläche eines Jeeps; zum Schluss erfahren wir etwas über die Freude des Autors darüber, dass die anderen amerikanischen Hunde Angst vor den beiden verbliebenen Hündinnen haben und bei Begegnungen lieber die Straße wechseln. In Deutschland wäre der Autor als Hundehalter ein Ding der Unmöglichkeit; in den USA und auf den britischen Inseln scheint man das anders zu sehen. Der absolute Hammer aber ist die Geschichte mit der Quarantäne: Wegen eines Wohnort- und Arbeitsstellenwechsels, der aus freiem Willen erfolgte (die Krankheit des Vaters wird bloß vorgeschoben!), wird dem Hund wegen der seinerzeit in Irland noch bestehenden Gesetze zugemutet, sechs Monate auf einer Quarantänestation zu verbringen. Man muss sich das einmal vor Augen halten: Ein Hund mit wölfischen Anteilen; ein Tier also, dass praktisch nie ohne die Nähe des Besitzers leben kann; ein Tier, dass jahrelang mit im Haus leben und den Autor überallhin, sogar in den Hörsaal, begleiten durfte ' ein solches Tier wird wegen des Wunsches nach beruflicher und privater Veränderung ein halbes Jahr seinem gewohnten Leben entrissen! Unglaublich das Ganze an sich und unerträglicher noch die larmoyanten Rechtfertigungsversuche des Autors! Natürlich kann es durch Krankheit, Unfall etc. immer wieder einmal vorkommen; dass Hund und Herrchen getrennt werden ' aber hier erfolgte jene erzwungene Trennung aus rein egoistischen Gründen des Autors. Bei einem Alter von zehn Jahren musste Brenin ein Zwanzigstel seines Lebens im 'Knast' verbringen, weil sein Herr und Meister das glaubte verantworten zu können.

3. Der 'Philosoph': Nichts sage ich gegen die populäre Darstellung philosophischer Probleme; nichts gegen Vereinfachungen und Glättungen und nicht einmal etwas gegen Populismus in den Wissenschaften! Über die Fragen des Lebens selbst bzw. nach dem Sinn desselben ist die Menschheit noch lange nicht hinweg; mag man auch streiten, ob eine solche Beschäftigung sinnvoll sei oder nicht. Auch sage ich nichts gegen das Verfahren als solches, ein Tier als Dreh- und Angelpunkt des eigenen Philosophierens in den Focus zu stellen! Aber zwei Dinge muss ich einfordern: Das intellektuelle Niveau an sich und die Richtigkeit der Ausgangshypothese. Bezüglich letzterer hat es ein Rezensent hier bereits ganz richtig festgestellt:' Ein wildes Tier lehrt uns überhaupt nichts!' Natürlich hilft der modernen Verhaltensforschung ein Vergleich zwischen Caniden und Primaten, wenn es darum geht, Erziehung und Verhalten von Hunden zu verstehen und artgerecht anzupassen; die Ethologie kann dazu beitragen, dass ohnehin gute Verhältnis des Menschen zu seinem besten Freund noch zu perfektionieren! Aber ein Hund ist ein Hund und als solcher bereits ein Produkt des Menschen und ein richtiger Wolf ist eben ein wildes Tier und für uns Menschen nur dahingehend von Belang, dass sich einige Wesensmerkmale und Verhaltensweisen auch noch im modernen Haushund zeigen. Es ist einfach nicht integer und schon gar nicht wissenschaftlich, Vergleiche zwischen dem Canis lupus und dem Homo sapiens sapiens anzustellen; schon gar nicht, wenn es um die höchsten Fragen der Menschheit geht und als Ausgangspunkt auch noch ein Mischling aus Wolfsvorfahren und Hunden dient, der beim Autor ein reines Hundeleben führt! Wenn man im ersten Kapitel lesen muss, der Wolf sei die Lichtung in der menschlichen Seele und müsse in uns sprechen, um dem unaufhörlichen Plappern des Affen in uns Einhalt zu gebieten, so ist die denkerische Fallhöhe des Buches umrissen und es bräuchte den Hinweis des Autors, er wollte keine genuin philosophische Arbeit schreiben, nicht mehr! Was soll uns die Feststellung innerhalb des Komplexes Zeit und Wahrnehmung derselben, dass Wölfe nur im Augenblick leben und wir das eben nicht vermöchten? Ganz abgesehen davon, dass auch Tiere eine Zeitvorstellung haben; das beweisen die alltäglichsten Beobachtungen und wovon möchten sonst ihre Träume handeln? In dem Modus geht es weiter: Beinahe alle wichtigen philosophischen Fragen und Themenkomplexe werden angerissen - Glück und Unglück, Freiheit und Zwang, Natur und Zivilisation bzw. das Wilde in der Kultur, Tiere und Emotionen bzw. Gefühle, Kraft und Schönheit oder das große Thema Gut und Böse. Nicht alles ist wirklich schlecht; aber nichts wirklich gut! Die Plattitüden zum Gesellschaftsvertrag zum Beispiel mag man trotz des ethischen Impetus kaum glauben; andererseits dürfte für die Majorität der Leser der Gedankengang aufschlussreich gewesen sein; dass einer Theorie nach Affen nicht durch höhere Intelligenz zu sozialen Wesen geworden seien; sondern umgekehrt durch ihre Existenz als soziale Wesen intelligenter geworden sind; wobei neben der Neigung zu und Notwendigkeit von Intrigen und Betrug Sex und Gewalt als Triebfedern menschlicher Höherentwicklung konstatiert werden müssen. Immerhin menschlich anrührend die Frage nach der Liebe zum Tier, wenn man es um der Gesundheit Willen 'quälen' müsse und also derart die 'Liebe' des Tieres zu einem selbst aufs Spiel setzte, um einem anderen Lebewesen zu helfen. Was aber im vorletzten Kapitel über den Tod von Hunden und Wölfen haarsträubend 'philosophiert' wird, unterbietet selbst noch die Ausführungen in weiten Teilen vorher. Da das Leben für jene keine Abwicklung von Verlust sei ' so das Ganze in nuce - habe der Tod auch keine Macht über sie. Sich hier ständig in seiner Argumentationsreihe widersprechend, mündet das Buch in Überlegungen zum Mythos von Sisyphos und natürlich zum Sinn des Lebens, wobei eine Lehre von den höchsten Momente konstruiert wird. Wie auch immer: Trotz aller Bemühungen sehe ich immer wieder in großen Lettern blitzen, was man als moderner Mensch und kluger Denker nur noch milde belächeln kann ' der Wolf ist das edle Geschöpf, noch ganz oder viel Natur; edler und weiser natürlich als der Mensch! Man könne von ihm lernen, wie man ein besseres Leben führe! Wenn das die Höhe angloamerikanischen Philosophierens ist; wenn derartige pennälerhafte Plattheiten ausreichen, um als Ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Miami zu lehren, dann muss man sich über den allgemeinen Zustand der Geisteswissenschaften und der Welt nicht wundern. Der Autor hat, wie er im Buch nur allzu oft und stolz erwähnt, noch zahlreiche andere philosophische Bücher geschrieben, die eigenen Angaben zu Folge allesamt zu Bestsellern geworden sind. Ich hegte gern die Hoffnung, sie seien besser als das hier vorliegende; zu glauben vermag ich es nicht!

4. Der Mensch: Ich sage es ganz ehrlich und gerade heraus ' der Autor, der sich in diesem Buche ausspricht, ist mir ganz und gar unsympathisch. Er ist selbstverliebt und arrogant bis hin zur Egomanie; er weiß alles Schräge und Schiefe seiner Hundehaltung und seiner Philosophie, vor allem aber seines eigenen Lebens zu rechtfertigen und zu verteidigen innerhalb seines autistischen Kosmos ' egozentrischer kann man eigentlich nicht versuchen, dem Leser durch Manipulation, Vorspiegelung falscher Tatsachen und sophistische Kasuistik glauben zu machen, das Tier an seiner Seite stünde über dem Menschen als Individuum. Der Autor sieht natürlich blendend aus; ist natürlich klug und wird immer klüger; er ist natürlich unheimlich sportlich und stark; er kann natürlich als einziger mit seinem 'Wolf' richtig umgehen; er wird natürlich von vielen Frauen sexuell begehrt; er schreibt natürlich die besten und interessantesten philosophischen Bücher und macht natürlich gegen seinen Willen Karriere! Neben dem keineswegs ironisch gemeinten und immer wiederkehrenden Selbstlob tritt die noch schlimmere Variante; wenn der Autor versucht, sein Licht unter den Scheffel zu stellen und zu relativieren, weil in der Regel das genaue Gegenteil unterschwellig suggeriert wird. Der ständige und kaum verhaltene stolze Bezug auf Größe, Gewicht und Kraft des 'Wolfes' lässt hinter dem erwachsenen Mann die puerile, infantile und im Grunde pubertäre Charakterbildung erkennen. Diesem Mann glaube ich kein Wort, er ist nicht ehrlich ' nicht mit sich selbst und nicht mit uns anderen, den Lesern! Sein kontinuierlich hoher Alkoholkonsum, der ihn streckenweise sympathisch macht, muss natürlich auch in Gigantonomie ausarten! Selbst im einzigen Abschnitt, der wirklich überzeugend wirkt; als der kranke Brenin gepflegt und verarztet werden muss und sich der Mensch als Pfleger dem Tier aus Liebe entfremden muss; tut sich der Autor im Grunde nur selbst leid. Er ist nie konsequent; mal brachiales Partyluder, mal unzugänglicher Einsiedler; mal Fleischfresser, mal Vegetarier ' aber eben alles in einer unglaubwürdigen Art und Weise; weil sich der Autor selbst und uns etwas vormacht. Er mag seinen 'Wolf', keine Frage, aber mehr mag er sich selbst! Wen wundert es, dass der angeblich beziehungsscheue Solipsist zum Happy End hin verheiratet ist; natürlich mit der schönsten und klügsten Frau überhaupt; dass er nicht mehr so viel trinkt und überhaupt ein nützliches Glied der Gesellschaft geworden ist.

Fazit: Über den 'Wolf' soll hier 'Philosophie' bzw. überhaupt ein Buch verkauft und dessen Autor interessant gemacht werden! Eine Masche, die seit Jahren und Jahrzehnten auf dem Buchmarkt zu beobachten ist und die Bücher hervorbringt, die in der Regel als Mogelpackungen keinen der behandelten Aspekte wirklich durchdringen! Das Tier, am Liebsten noch das wilde, wird missbraucht; indem es für dreiste und dumme Vergleiche herhalten muss; die den Menschen vordergründig unter jenes stellen; während am Ende doch immer wieder die Überlegenheit der 'Krone der Schöpfung' durchscheint! Wenig erfährt man zum Hund, weniger zur Philosophie, noch weniger zum 'Wolf' - und gar nichts vom Menschen an sich; vom Autor allerdings und leider schon viel zu viel!
22 Kommentare|32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. April 2011
Ich möchte mich nach dem Lesen der Rezensionen zu diesem Buch nun ebenfalls äußern, weil ich "Der Philosoph und der Wolf" für sehr empfehlenswert halte. Vorauszusetzen für diese Empfehlung ist nach meiner Auffassung allerdings die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zum kritischen Hinterfragen eigener Moralvorstellungen und womöglich entgegenstehender Handlungen und Bequemlichkeiten. Nicht empfehlen kann ich dieses Buch Menschen, die auf der Suche nach Verhaltensstudien zu Wölfen oder Hunden oder Ratgebern zur Hundeerziehung sind. Hier eignen sich hingegen die Bücher des von mir sehr geschätzten Günter Bloch.

Doch zum Buch (wobei ich auf Inhaltsangabe und Nacherzählung verzichten möchte):

Zweifelsohne ist der Philosoph ein Mensch, dem es an Selbstbewusstsein nicht mangelt, genauso wenig wie an dem Bewusstsein der eigenen Eigentümlichkeiten und Schwächen. Zweifelsohne kann man auch über seine erzieherischen Maßnahmen geteilter Meinung sein. Dennoch finde ich es erschrekend, wenn einem in diesem Werk lediglich die fehlende Hundeleine, das vegetarische Hundefutter, ein augenscheinliches Alkohol"problem" des Autors, der Kothaufen vor dem Nachbargrundstück (womöglich hat der Philosoph diesen nach seiner beschriebenen Beobachtung entfernt?) oder ein womöglicher Betrug über die Rasseechtheit des Gefährten einen Denkanstoß vermittelt. Wer sich mit diesen Nebensächlichkeiten aufhält, verpasst die wirklich bestechenden Gedanken, zu denen Mark Rowlands dank seines Wolfes inspiriert wurde, und die das Buch ausmachen.

Das Buch ist sicher kein Kompliment an die Menschheit (der Autor nimmt sich keineswegs hiervon aus) und jemand, der die Menschen vorbehaltlos liebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit Anstoß an diesem Buch nehmen. Die rosarote Brille aber einmal abgenommen, kann man dieses Buch auch nutzen, um sich zu fragen, was für ein Mensch man sein oder wonach man sein Leben ausrichten möchte und mit welcher Konsequenz man bis heute entsprechend seiner Moralvorstellungen (wenn konkretisiert vorhanden) gelebt hat - oder eben nicht. Die Bewertung und Herleitung von "gut", "böse" und "besser" und seine Beobachtungen zum Sinn des Lebens und der fehlenden Wertigkeit des Moments halte ich für sehr eingänglich formuliert.

Als Hundebesitzer erfreuen mich nicht zuletzt natürlich auch die nüchtern erzählten Anekdoten, die aus dem Zusammenleben mit seinem Wolf heraus entstanden sind. Denn in vielerlei Hinsicht habe ich ähnliche Freuden, wie wohl jeder liebende Hundebesitzer, ebenfalls erleben dürfen.

Das Buch vereint bewegende, rührselige, kritische, lustige, ironische, nachdenkliche und wenig verklärte Sichtweisen und Erfahrungen. Und wer sich nicht scheut, etwas zu lesen und in seinem Kopf mit der Folge zu wenden, dass vielleicht die ein oder andere Lebensbequemlichkeit zu überdenken ist, sollte dieses Buch kaufen.
11 Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Februar 2014
ein Buch für jeden Tierliebhaber, Philosophieinteressierten- und viele andere! Ich hab es verschlungen- und schon mehrfach weiterverschenkt! man erfährt vieles nicht nur über Wölfe, sondern noch mehr über uns Menschen- und die beiden "Hauptdarsteller" schließt man gleich ins Herz.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden