"Der Pfeil Gottes" gehört zu den absoluten Klassikern der nigerianischen, v.a. der Igbo-Literatur. Es ist der erste Teil einer Trilogie und spielt in der Zeit des anfänglichen Kolonialismus. Ein kleines Igbo-Dorf kommt mit den fremdartigen Regeln und Gebräuchen der Briten in Berührung. Erzählt werden Alltagsgeschichten aus dem Dorf, gemixt mit viel Igbo-Weisheit in Form von Sprichwörtern, die zugegebenermaßen nicht immer leicht zu verstehen sind. Aber eine Perle der Literatur ist das Werk dennoch, denn es handelt in ganz einzigartiger Weise von einer Zeit und einer Gesellschaft, die es in dieser traditionellen Form nicht mehr gibt. Die Veränderungen werden schon im zweiten und dritten Teil der Trilogie ("Things fall apart" und "No longer at ease") sichtbar. Für mich sehr einsichtig geschildert ist das gegenseitige Missverstehen von britischen und Igbo-Herrschern. Beide glauben die Oberhand über den anderen errungen zu haben, was aber nur auf das völlige Misinterpretieren des Verhaltens des jeweils anderen zurückzuführen ist. Große, wenn auch nicht ganz leichte Literatur.