Urs Widmer vollendete diesen in Fragment gebliebenen Kriminalroman von Friedrich Dürrenmatt. Dieses Werk schließt den Zyklus der unvergesslichen und unvergleichlichen Kriminalromane von Friedrich Dürrenmatt wie Der Richter und sein Henker, Das Versprechen oder Der Verdacht ab.
Der Held dieses Romans, Gottlieb Höchstettler ist den Protagonisten der drei vorgenannten kriminalistischen Meisterwerke, den Kommissären Bärlach und Lutz wie aus dem Gesicht geschnitten und wieder schürft Friedrich Dürrenmatt schonungslos unter der Decke der sauberen, biederen Schweiz, deckt Skandale auf und lässt uns so teilhaben an seiner unvergleichlichen Auffassung von Recht und Gerechtigkeit, die sich wie ein roter Faden durch sein ganzes Schaffen zieht.
Wieder maßt er sich leicht depressiv und wie immer leicht bis mittelschwer autobiographisch die Rolle eines Richters an. Die Handlung baute er wieder ähnlich sarkastisch, tiefgründig und sozialkritisch auf wie bei seinen großen drei o.g. Erfolgsromanen.
Der Pensionierte ist aber auch wieder mehr als nur ein in Fragment gebliebener Kriminalroman, viel mehr sogar: äußerst gut verpackt und geschickt übt Friedrich Dürrenmatt mit gewohnt schwarzem Humor Zeit- und Gesellschafts- und Heimatkritik und festigt mit diesem Werk seinen Weltruf als einen der besten deutschsprachigen Nachkriegsautoren!