Ähnlich wie die Bücher Sebastian Fitzeks zeichnen sich auch die Werke John Katzenbachs vor allem durch eines aus, das Psycho im Psychothriller ist Programm, so auch in "Der Patient". Der Held Frederick Starks ist Psychoanalytiker und hat sich nach dem Tod seiner Frau immer mehr von seinem Umfeld isoliert. Anstatt zu handeln, lässt er die Dinge lieber auf sich zukommen, um anschließend seine Schlüsse daraus zu ziehen. Als er an seinem Geburtstag eine mysteriöse Nachricht im Wartezimmer auffindet, ahnt er nicht was da auf ihn zukommt. Denn ein mysteriöses Rumpelstilzchen drängt Ricky geradezu zum Selbstmord, welcher für einen Außenstehenden mehr als verständlich erscheint, denn nach Mr. R.s Eingriffen in Rickys Leben wirkt dieser wie der ideale Selbstmordkandidat, mit einer toten Frau, einer ruinierten Karriere, plötzlich verschwundenen Vermögen und einer verwüsteten Wohnung. Doch der Druck dem Ricky ausgesetzt wird, löst nicht die gewünschte Depression bei ihm aus, stattdessen wird sein Kampfgeist geweckt...
Mit 750 Seiten und einer gewissermaßen zweigeteilten Handlung sollte man sich den Kauf von "Der Patient" genau überlegen und vielleicht zuerst ein Kapitel zur Probe lesen, ob man Katzenbachs Stil auch für längere Zeit und mehrere Seiten durchhalten kann, ohne dabei das Buch irgendwann aus der Hand legen zu müssen. Eigentlich könnte man das Buch ja nach etwa 300 Seiten, wenn der große Handlungshöhepunkt erreicht ist aus der Hand legen und sich gewissermaßen mit dem verfrühten Ende zufrieden geben, doch als Freund der Vollständigkeit lohnt es sich die Geschichte zu Ende zu lesen, immerhin schafft es John Katzenbach mit seinem Rätselraten um die wahre Identität des Mister R. und den schnellen Handlungswendungen zu faszinieren und zum Weiterlesen zu motivieren. Gekonnt lockt er, mit immer neuen Details, doch verweigert dem Leser die volle Auflösung des Rätsel bis wenige Seiten vor dem Schluss. So ist es auch überflüssig, das Ende zuerst zu lesen, denn man müsste sich mit den letzten beiden Kapiteln beschäftigen und selbst dann ist die Lösung noch nicht ganz vollständig. In Kombination mit der ohnehin elektrisierenden Spannung und der dichten Atmosphäre, sowie des ungewöhnlichen und doch sehr menschlichen Charakters von Dr. Frederick Starks erschafft John Katzenbach in "Der Patient" eine Geschichte welche man Seite um Seite geradezu verschlingt und nur noch sehr ungern aus der Hand legen will.
Fazit:
Ein wahrhaft spannender Psychothriller, der einfach nicht zulässt dass man auch nur eine Seite überspringt.