Als der Film endet, spüre ich erst mal gar nichts mehr. Ich bin einfach nur leer. Die Welt scheint irgendwie aus den Fugen geraten zu sein.
Dieser Film ' ich möchte gar nicht erst anfangen Wörter wie "einzigartig" oder "großartig" zu verwenden, weil sie dem nicht gerecht würden und auf so viele andere Filme auch zutreffen ' dieser Film also, bewegt einfach.
Es ist erstaunlich wie trocken und gleichzeitig gefühlsbetont eine Geschichte wie diese dargestellt werden kann.
Es ist erstaunlich wie Gewalt, auch wenn sie einen bis aufs Mark erschüttert, wie Rauch in der Luft verpufft, weil man zu spüren bekommt, dass sie unumgänglich ist. Beinahe schon verpflichtend.
Angenehm ist auch, dass auf jegliche Gangster-Attitüde verzichtet wird. Es handelt sich bei diesem Film keineswegs um eine gestelzte, stereotype Mafia-Geschichte, in der vorrangig Wert auf wichtige, tiefschürfende Sätze, oder auf die übertriebene Darstellung von Gewalt und Blut gesetzt wird. Trotzdem findet alles Platz. Klischees, tiefschürfende Sätze, direkte Darstellung von Gewalt und Blut. Aber es wirkt alles echt. Verdammt echt. Und so bekommt man als Zuschauer unmittelbaren Zugang zum Geschehen. Und muss sich nicht dauernd vor sich selbst rechtfertigen, weil man die Glaubwürdigkeit anzweifeln müsste.
Über die Mafia, ein Mythos, der viele Fragen aufwirft und um den sich viele Geschichte ranken, weiß eigentlich kaum einer etwas konkretes. Nicht zuletzt das macht sie ja auch so brennend interessant. Und mythisch. Wenn aber irgendeine Version die Geschichte der Mafia glaubhaft rüberzubringen vermag, dann Der Pate.
Es ist ein Film über die Familie. Es geht nicht vorrangig um Stolz oder Ehre. Auch wenn diese Aspekte für die handelnden Figuren definitiv einen sehr hohen Stellenwert einnehmen. Der Film verzichtet schlichtweg auf die penible Betonung. Er bleibt gleichmäßig ruhig und sachlich, woraus er wiederum seine unsägliche Spannung generiert.
Die Figuren, alle für sich, sind nicht cool. Sie sind einfach nur konsequent authentisch. Konsequent auf eine Art und Weise, die kaum einer verstehen, aber jeder nachempfinden kann. Es liegt ein unglaubliches Selbstverständnis in der Luft, das die Handlung aber nicht vorhersehbar werden lässt und somit zu ersticken droht, sondern viel mehr vorantreibt.Dafür sorgt unter anderem eine hervorragende Story mit wundervoll konstruiertem Spannungsbogen, die wie alles Andere im Film trotz allem nicht zu dick aufträgt.
Alle Elemente scheinen perfekt ineinander zu greifen. Drehbuch und Dialoge, das Darstellerensemble, Kulisse und Kostüm, Kamera, Stilmittel wie gelegentliche Rückblicke und Musik. Herrlich ausgeglichen, weder langwierig noch hektisch, sondern einfach nur fesselnd.
Mich ergreift ein tiefes Gefühl von Empörung und gleichzeitigem Zuspruch für die Mafia, das mich innerlich zu zerreißen droht.
Großes Kino, das alle Sinne anregt. Erfrischend pragmatisch und beeindruckend kunstvoll.